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10:05 16 Juli 2019
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    Sonde „InSight“ auf dem Mars

    Nach 30 Zentimetern schon die Puste ausgegangen? Probleme beim deutschen Mars-Bohrer

    © Foto: NASA/JPL-Caltech
    Technik
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    Der Roboter HP3 der Sonde „InSight“ hat laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Grabungsmission auf dem Roten Planeten aufgrund von technischen Schwierigkeiten unterbrochen.

    Das in Deutschland entwickelte Messgerät soll laut Planung fünf Meter tief in den Marsboden graben und den Wärmestrom im Marsinneren messen, um neue Einsichten über mögliche Voraussetzungen für einfache Lebensformen auf dem Roten Planeten zu erhalten.

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    Laut dem wissenschaftlichen Leiter für die Mission, Tilman Spohn, hat der erste Einsatz des Roboters während der ersten Phase des HP3-Projekts wohl nicht allzu lange gedauert. Möglicher Grund dafür – ein Hindernis im Untergrund.

    Diesbezüglich hat der Forscher bereits Ende vergangener Woche berichtet, dass die Bohrung des „Mars-Maulwurfs“ bis dato nicht ganz reibungslos verlaufen wäre.

    „Bei seinem Weg in die Tiefe ist der Maulwurf anscheinend auf einen Stein getroffen, hat sich um etwa 15 Grad geneigt und diesen beiseite gedrückt oder sich an ihm vorbeigeschoben“, teilte Spohn am Freitag in seinem Blog mit.

    Nun scheint sich die Annahme bestätigt zu haben. Die Neigung des Roboters werde als klares Zeichen dafür gewertet, dass das Messgerät in einer Tiefe von 28 bis 32 Zentimetern auf Widerstand im Boden, vermutlich auf einen Kiesel, gestoßen sei, so Spohn am Mittwoch. 

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    Ebenfalls Sorgen bereite die Tatsache, dass das Messgerät erst ab 50 Zentimetern mit der Datenaufnahme beginnen könne. 

    Ziel der Bohrung ist allerdings eine Tiefe von mindestens drei Metern, weil dort die schwankenden Temperaturen an der Marsoberfläche den Hitzefluss im Boden nicht mehr beeinflussen und somit sinnvolle Messungen ermöglichen.

    Davon ist man gegenwärtig jedoch weit entfernt, und solange die deutschen Wissenschaftler über einen effektiven Fortgang der Bohrungsmission tüfteln, soll für den „Mars-Maulwurf“ vorerst Schluss sein. 

    Die HP3-Muttersonde „InSight“ hatte am 26. November planmäßig auf dem Mars aufgesetzt. Die auf zwei Jahre angelegte Mission soll den Wissenschaftlern helfen, mehr über die Entstehung und den Aufbau des Roten Planeten zu erfahren.

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    Tags:
    technische Probleme, Untergrund, Widerstand, Forscher, Probleme, Mission, Forschung, Roboter, Mars, Raumsonde InSight, Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), DLR, NASA, Mars, Deutschland, USA