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04:55 24 Juli 2019
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    US-Panzer M1A2 Abrams auf dem Übungsgelände (Archivbild)

    Aufrüstung von Bodentruppen: Pentagon verstärkt seine Panzer

    © Foto: Idaho Army National Guard / Thomas Alvarez
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    Andrej Koz
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    Man kennt sie aus den Kriegen der USA im Nahen Osten: Den Kampfpanzer Abrams, den Schützenpanzer Bradley und den Radpanzer Stryker. Das schwere Kampfgerät hat sich zwar bewährt, soll aber nachgebessert werden. Das US-Verteidigungsministerium hat entsprechende Pläne veröffentlicht. Hier eine Übersicht im Einzelnen.

    Worum es dem Pentagon beim Modernisierungsprogramm geht, ist hauptsächlich die Einbindung der schweren Panzer in die netzbasierten Kommandostrukturen der US-Armee. „Neue digitale Kommunikationssysteme werden eingebaut. Jedes Kampffahrzeug soll an die Satellitenkommunikation angebunden werden. Außerdem sollen die Panzer mit hochauflösenden Wärmebildkameras ausgestattet werden, die eine Rundumsicht ermöglichen. Der Kommandant und der Richtschütze erhalten Infrarot-Zielgeräte der dritten Generation“, erklärt der Fachjournalist Viktor Murachowski das Vorhaben des Pentagons.

    M1A2 Abrams

    Der Abrams-Panzer ist ein Veteran im aktiven Dienst. Er kämpfte in Afghanistan in den Jahren 2001 bis 2014 und im Irak von 2003 bis 2011 – auch gegenwärtig kämpft er im Nahen Osten weiter. In Serie ging der Main Battle Tank der US Army im Jahr 1980. Die neueste Version – der M1A2 – ist seit 1992 im Dienst. Diese Version zeigte im Einsatz einige Schwachstellen, die konsequent und kontinuierlich beseitigt wurden.

    Bei der ersten Modernisierung 1999 erhielt die Besatzung Wärmebildsichtgeräte der zweiten Generation, für den Kommandanten wurde das netzbasierte Gefechtsführungssystem FBCB2 vorgesehen. Verstärkt wurde auch die Panzerung: In die Front des Gefechtsturms wurden Platten aus abgereichertem Uran eingebaut.

    Beim zweiten Upgrade auf die Version M1A2 SEP V2 von 2008 wurde der Motor des Abrams verstärkt. Der Panzer wurde mit Kommunikationssystemen ausgestattet, die an die Datennetzwerke der Infanterie angeschlossen werden können.

    Das nächste Modernisierungspaket wurde 2015 vorgestellt: ab 2020 sollen die Abrams-Panzer auf die Version M1A2 SEP V3 aufgerüstet werden. Nachbesserungen an der Bordelektronik sind dabei nicht alles. Der neueste Abrams soll besser geschützt werden – durch Trophy: eine abstandsaktive Abwehranlage aus israelischer Produktion. Das System hat sich bereits auf dem Merkava bei Einsätzen im Gazastreifen bewährt.

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    Weitere Neuerungen: Infrarot-Sichtgeräte der dritten Generation, ein Selbstdiagnosesystem und ein Zusatzgenerator, der den Dauereinsatz aller Systeme unabhängig vom Motor gewährleisten soll.

    M2A4 Bradley

    Das Arbeitspferd der US-Infanterie – der M2 Bradley – wurde Mitte der Siebzigerjahre entwickelt. Gleich nach seiner Indienststellung wurde mit der Modernisierung des Schützenpanzers begonnen: die Version M2A1 entstand 1986, Anfang der 1990er folgte der M2A2. 

    Das wesentliche Merkmal dieser Version ist der bessere Besatzungsschutz. Das Kampffahrzeug wurde im Innenraum mit Schutzplatten aus Verbundstoffen auf Kevlar-Basis ausgekleidet. Das reduziert das Verletzungsrisiko der Insassen durch Granat- und Panzerungssplitter. Doch: Durch den verbesserten Schutz erhöhte sich das Gewicht des Bradley auf 30 Tonnen. Darunter litt die Agilität des Kampfgefährts.

    US-Militärtechnik in Polen (Archivbild)
    © Foto : U.S. Army/ 22nd Mobile Public Affairs Detachment/ Spc. Dustin D. Biven

    Die Version M2A3 wurde 2000 als komplett digitales Waffensystem eingeführt. Der Kommandant erhielt ein Sicht- und Zielerfassungsgerät, das unabhängig von der Zielvorrichtung des Richtschützen funktioniert und mit einer Wärmebildkamera der zweiten Generation ausgestattet ist. Dem Richtschützen steht außerdem ein Feuerleitsystem zur Verfügung, das das Geschütz nach einer Auswertung von Fahrtrichtung, Wetterdaten, Geländebeschaffenheit und Munitionstyp ins Ziel richtet.

    Auch beim M2A3 wurde die Panzerung verstärkt: Auf dem Fahrzeugdach wurde eine Titanplatte verlegt, an den Seitenwänden wurden zusätzliche Schutzmodule angebracht. Diese Maßnahmen hatten das Fahrzeuggewicht noch einmal erhöht, was sich negativ auf die Laufketten auswirkte.

    Beim nächsten Upgrade – auf die Version M2A4 – wurde das berücksichtigt, auch wegen der Einsatzerfahrungen im Irak. Das schwere Kampffahrzeug sollte agiler werden. Der Bradley erhielt einen stärkeren Motor, eine verbesserte Aufhängung, leichtere Laufketten und steifere Torsionsstäbe. Die Bodenfreiheit des Fahrzeugs wurde auf 510 mm erhöht, was nebenbei auch den Minenschutz verbesserte.

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    Natürlich ist das Kampfgerät in die Netzwerke der gesamten Armee eingebunden. Der neueste Bradley kommuniziert über Satellit, navigiert über GPS und verfügt über Wärmebildsichtgeräte der dritten Generation.

    Stryker ECP

    2002 kam der Radpanzer Stryker zur US-Armee und zog gleich in den Irak-Krieg. Das Fahrzeug war als Multifunktionsgerät konzipiert und wurde als solches eingesetzt: als reiner Truppentransporter, als Späh- und Aufklärungspanzer, als mobiler Minenwerfer, als Kommandozentrale und als Räumgerät.

    Die Soldaten zeigten sich mit ihrem Mehrzweckfahrzeug im Großen und Ganzen zufrieden, lobten die Überlebensfähigkeit des Strykers selbst nach direktem Beschuss durch Panzerabwehrwaffen. Aber beim Antriebsstrang gab es Probleme: Der Radpanzer war für seine Gewichtsverhältnisse untermotorisiert.

    „Die Amerikaner planen jetzt, den Motor auf 450 PS zu bringen. Die Kraftübertragung und die Aufhängung sollen entsprechend verstärkt werden. Es hat sich im Einsatz gezeigt, dass der überschwere Stryker das Potential nicht nutzen kann, über das er eigentlich verfügt“, erklärt der Fachjournalist Murachowski.

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    Tags:
    Panzerwagen, Schützenpanzer, Panzer, Stryker-Schützenpanzer, Panzerwagen Bradley, M1-Abrams, US-Armee, USA