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21:46 19 Oktober 2019
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    Mit ihr sollen am 14. März drei Raumflieger zur ISS aufbrechen: Die Trägerrakete Sojus FG auf dem Startplatz in Baikonur

    Kurz vor Start neuer ISS-Crew: Defekt an russischer Sojus-Rakete entdeckt

    © Sputnik / Sergej Mamontow
    Technik
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    Die russische Sojus-Rakete, mit der am Donnerstag die nächste Crew zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen soll, hat kurz vor dem Start auf dem Weltraumbahnhof Baikonur repariert werden müssen. Nach Sputnik-Informationen nahmen Spezialisten aus der Ukraine an dem Reparatureinsatz teil.

    Flugkommandant Alexej Owtschinin sprach von einem „kleinen Defekt“, der erfolgreich behoben worden sei. „Es hat einen kleinen Defekt gegeben“, sagte der russische Kosmonaut am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Baikonur. Ihm zufolge wurde das defekte Teil ausgewechselt. 

    Wie Sputnik aus den russischen Raumfahrtkreisen erfuhr, waren die Probleme bereits im Zuge der Flugvorbereitungen am Dienstag aufgedeckt worden, weshalb die Rakete am Mittwoch erneut getestet werden musste.

    Ein Gerät und ein Kabel, die Teil des Steuerungssystems der Rakete gewesen seien, haben ausgewechselt werden müssen, teilte ein Sprecher mit.

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    An der Reparatur haben der Quelle zufolge Spezialisten der ukrainischen Firma Kommunar teilgenommen, die das defekte Gerät hergestellt hatte. Die neuen Tests am Mittwoch seien erfolgreich gewesen.

    Mit der Trägerrakete Sojus FG sollen sich am Donnerstag der Russe Alexej Owtschinin und die US-Astronauten Nick Hague und Christina Koch auf den Weg zur ISS machen. Der Start auf dem Weltraumbahnhof Baikonur ist für 20:14 Uhr MEZ geplant. Rund sechs Stunden später soll die Sojus an die Internationale Raumstation andocken.

    Owtschinin und Hague hatten Mitte Oktober bei einem Fehlstart zur ISS auf die Erde zurückkehren müssen. Wenige Minuten nach dem Start hatte sich eine Stufe nicht planmäßig von der Sojus-Rakete abgetrennt, weshalb der Flug automatisch unterbrochen wurde (VIDEO >>). Die beiden Raumfahrer überlebten dank des eingebauten Rettungssystems und kehrten mit der Sojus-Kapsel unverletzt auf die Erde zurück.

    Das war die erste Panne mit einer bemannten Sojus seit seit 35 Jahren.

    Steuerungssysteme für die Trägerrakete Sojus FG sind im ukrainischen Konstruktionsbüro Poliswit entwickelt worden und werden von der Staatsfirma Kommunar (beide im ostukrainischen Charkiw ansässig) gebaut.

    Ab 2020 will Russland auf die Sojus FG verzichten und nur noch Trägerraketen des Typs Sojus-2.1a einsetzen, die seit 2004 im Dienst sind. Ihr Steuerungssystem stammt aus der Forschungs- und Produktionsvereinigung Semichatow im russischen Jekaterinburg.

    Nach dem ukrainischen Umsturz von 2014 hatte die neue prowestliche Regierung in Kiew sämtliche Industrie- und Handelsbeziehungen mit Russland kappen lassen, um sich der EU zuzuwenden.

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    Tags:
    Sojus, Sojus-FG, Internationale Raumstation ISS, NASA, Roskosmos, Alexej Owtschinin, Baikonur, Russland