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11:04 24 Juli 2019
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    Raketentriebwerke des russischen Herstellers Energomash

    Roskosmos-Chef über Methangas-Triebwerk: Finanzmangel bremst Entwicklungsarbeiten

    © AP Photo / Maxim Marmur
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    Die russische Staatskorporation Roskosmos kann sich nicht mit der Entwicklung zukunftsorientierter Triebwerke für Mehrzweckraketen befassen, weil sie frei verfügbare Mittel zur Schuldentilgung verwenden muss, sagte Unternehmenschef Dmitri Rogosin am Montag bei einem Besuch im Staatlichen Weltraumforschungs- und Produktionszentrum „Chrunitschew“.

    „Indem wir die Schulden begleichen, verlieren wir wertvolle Zeit, die für aussichtsreiche Projekte genutzt werden könnte … Ein Methangas-Triebwerk würde uns die Möglichkeit bieten, Trägerraketen mehrfach einzusetzen“, sagte Rogosin.

    Ein solches Triebwerk könnte laut Rogosin innerhalb von wenigen Jahren entwickelt werden, aber man brauche Geld dafür. Jetzt gebe es noch keine flüssigen Mittel, weil alles Geld in ein Programm zur finanziellen Sanierung des Chrunitschew-Zentrums angelegt worden sei, sagte der Unternehmenschef.

    Wie am 30. August 2018 bekannt wurde, plant Roskosmos, innerhalb von drei Jahren alle Schulden des Chrunitschew-Zentrums zu tilgen. Rogosin teilte damals mit, er habe der Regierung einen Plan zur finanziellen Sanierung des Zentrums vorgelegt.

    Das Chrunitschew-Zentrum, einer der führenden Betriebe der russischen Weltraum- und Raketenbranche, ist auf die Entwicklung und die Serienproduktion von Trägerraketen und größeren Orbitalmodulen spezialisiert.

    Die Möglichkeit, relativ billiges Methangas als Raketentreibstoff zu verwenden, wird seit Jahren geprüft. Im Juli 2018 wurde in der Forschungs- und Produktionsvereinigung Energomash mit der Entwicklung eines Methangastriebwerks begonnen.

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    Tags:
    Triebwerk, Trägerrakete, Energomash, GKNPZ Chrunitschew, Roskosmos, Dmitri Rogosin, Russland