19:05 05 Dezember 2019
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    US-Tarnkappenbomber des Typs B-2 Spirit (Archivbild)

    Zukunftsbomber B-21 „Raider“: Starke Gegenwehr erforderlich

    © Foto : U.S. Air Force / Senior Airman Thomas Barley
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    B-52, B-1, B-2 – seit dem Kalten Krieg fliegen diese Bomber im Dienst der US Air Force. Der Rüstungskonzern Northrop Grumman hat vor einigen Jahren den Auftrag erhalten, einen Ersatz für die drei zu entwickeln: den B-21 „Raider“. Gegen diese Gefahr der Zukunft muss man sich heute schon rüsten, schreibt das Portal „Army News“.

    Das künftige Rückgrat der strategischen Streitkräfte der USA existiert heute höchstens als Blaupause. Als computerentworfenes Bild ist es schon gezeigt worden: Ein Nurflügler in altbekannter Tarnkappenform. Völlig klar, dass weder das Pentagon noch Northrop Grumman technische Details des B-21 offenlegen. Nicht nur, weil das Rüstungsprojekt noch neu ist und absolut geheim bleiben muss – der Bomber soll auch später im Einsatz so wenig wie möglich von sich preisgeben.

    Was die US-Regierung bei Northrop Grumman in Auftrag gegeben hat, ist ein für gegnerische Ortungssysteme unsichtbarer (oder zumindest schwer entdeckbarer) Langstreckenbomber. Die Maschine muss nicht mit Überschalltempo fliegen. Dafür sind interkontinentale Reichweite und eine schwere, typenreiche Bewaffnung ein Muss. Und: Der Bomber soll von einer möglichst kleinen Besatzung gesteuert werden können – selbst eine Drohnenversion ist nicht vom Tisch, schreibt „Army News“.

    Die künftige Mission des B-21 wird sein, mit möglichst geringem Risiko in den gegnerischen Luftraum einzudringen, feste und bewegliche Ziele zu bekämpfen – und das Einsatzgebiet schnell wieder zu verlassen.

    Wie beim Vorgängermodell B-2 setzt der Hersteller deshalb auf Tarnkappentechnik. Daher die typische Nurflügler-Konstruktion mit den obenliegenden Lufteinlässen und Schubdüsen der Triebwerke: Die sensiblen Bereiche werden vor gegnerischen Infrarotsensoren versteckt. Die Entwickler werden das Flugzeug sicherlich auch mit speziellen Düsen ausstatten, die die Abgase des Strahltriebwerks kühlen, so das Portal.

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    Ein positiver Nebeneffekt eines Nurflüglers ist der verfügbare Raum, in dem Treibstofftanks untergebracht werden können. Zum Beispiel hatte der Vorgänger B-2 bei einer Tragflächenspannweite von 52 und einer Länge von 21 Metern genug Platz für 75 Tonnen Kerosin. Damit ist dem „Spirit“ ein Einsatzradius von 11.000 Kilometern sicher – ohne Luftbetankung.

    Gewiss wird der „Raider“ nicht kürzer fliegen. Denkt man die Möglichkeit der Luftbetankung noch hinzu, wird der Zukunftsbomber der US Air Force überall auf der Welt einsetzbar sein. Wobei: Die Belastbarkeitsgrenze der Piloten könnte den Einsatzabsichten rund um den Globus natürliche Grenzen setzen, schreibt „Army News“.

    Dass der B-21 nur mit Unterschallgeschwindigkeit fliegen kann, wirkt sich zusätzlich positiv auf seine Reichweite aus – erhöht aber die Zeit für den Zielanflug. Deshalb fordert der Auftraggeber von den Entwicklern keine 100-prozentige Unsichtbarkeit der Maschine für das gegnerische Radar. Dies wäre technisch eh nicht umsetzbar. Es reicht auch, wenn die Vorwarnzeit beim Gegner möglichst gering ist, damit der keine Möglichkeit mehr hat, den anfliegenden Bomber abzufangen.

    Ein Stealth-Bomber ist keine für das Radar vollkommen unsichtbare Maschine. Die besondere Form und die speziellen Werkstoffe eines Tarnkappenflugzeugs verringern lediglich die Entfernung, aus welcher es geortet werden kann. Es existieren inzwischen Radare, die auf die Entdeckung schwersichtbarer Ziele spezialisiert sind. Niederfrequenz-Systeme zum Beispiel: Entspricht die Wellenlänge von Radarstrahlen der Größe von Luftzielen, sinkt die Wirksamkeit der Tarnkappentechnik erheblich, so das Portal.

    Eine andere Lösung sind räumlich verstreute und vernetzte Radare: Sind der Sender und Empfänger von Radarstrahlen weit genug voneinander entfernt, kann die Zerstreuung der Strahlen durch das Zielobjekt neutralisiert werden. Hierbei entscheidend ist die Rechenleistung der Computer, die die eingefangenen Signalbruchstücke auswerten und anhand bestimmter Merkmale das Ziel frühzeitig identifizieren können (sollen).

    Wichtig beim Orten und Abfangen von Luftzielen ist zudem die Optronik: die Infrarotsensorik, um genauer zu sein. Die Schubdüsen des B-21 können so ausgelegt sein, dass sie die Wärmestrahlung der Abgase kühlen – aber sie abstellen können sie nicht. Ein empfindlicher Sensor kann die Reststrahlung aufspüren und so das Ziel verfolgen.

    Und: Dass ein Stealth-Bomber im Anflug ist, kann auch anhand indirekter Hinweise ermittelt werden. Überhorizontradare etwa können in großer Distanz gegnerische Tankflugzeuge orten. Deren Position kann als Ausgangspunkt für die Verfolgung eines Angreifers herangezogen werden.

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    Diese Taktik erfordert allerdings, dass die Flugabwehr alle potenziell gefährlichen Lufträume abdeckt. Es ist notwendig, dass alle Komponenten einer Flugabwehr – alle Systeme und Algorithmen – aufeinander abgestimmt sind und interoperieren.

    Der Zukunftsbomber wird der US Air Force sicherlich einen strategischen Vorsprung verschaffen, schreibt das Portal. Doch wird dieser nicht lange währen können: Neue Abwehrsysteme werden schon entwickelt.

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    Tags:
    Tarnkappentechnologie, Kampfflugzeug, Kampfjet, Luftabwehr, Langstreckenbomber, Tarnkappenbomber B-21 Raider, B-21 Raider, B-1B Lancer, B-2, US Air Force USAF, USAF, USA