12:33 08 Dezember 2019
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    Kampflaser: Wie sind die Zukunftsaussichten wirklich?

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    Kampflaser sind vielleicht die gefährlichste Waffe der nächsten Jahre. Denn eine Gegenwehr existiert noch nicht. Das Portal „Swesda“ befragt einen Rüstungsexperten zur Zukunft des Lasers als Kampfsystem.

    Russland ist bisher das einzige Land, das die Einsatzreife eines Kampflasers vermelden kann. Im Dezember dieses Jahres soll die russische Armee das Kampflasersystem „Pereswet“ in den Truppendienst aufnehmen.

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    Präsident Putin erklärte auf einer Arbeitssitzung vor wenigen Tagen, „Taktische Laserwaffen“, die es bislang nur in Science-Fiction gegeben habe, „existieren schon in der Wirklichkeit“. Es gehe jetzt darum, das Waffenprogramm zügig umzusetzen, betonte der Präsident. „Denn diese Waffenart wir die Kampffähigkeiten der russischen Armee und Marine das ganze 21. Jahrhundert über maßgeblich bestimmen.“

    Kampflaser Pereswet der russischen Armee
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands

    Als Kampfsystem ist der Laser in der Tat vielseitig einsetzbar, erklärt Militärexperte Alexander Michailow: „Zur Bekämpfung von Satelliten, zur Zerstörung von Fluggeräten im erdnahen Orbit. Es gibt auch die Möglichkeit, ich meine, in der Zukunft, den Laser im Luftkampf einzusetzen – das heißt, Flugzeuge damit auszurüsten“, so der Experte laut dem Portal.

    Die Sowjetunion war das erste Land, das die Entwicklung von Kampflasern aufnahm. 1965 entstanden erste Prototypen in der UdSSR, im Rahmen des sog. „Terra“-Programms. Geleitet wurde das Forschungsprogramm vom Physiker und Nobelpreisträger Nikolai Bassow. Sein Team experimentierte unter anderem mit dem Kampflasersystem A-60. Es war geplant, die Anlage auf einem schweren Frachtflugzeug zu installieren und zur Flug- wie Raketenabwehr einzusetzen.

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    „Dafür wurde ein künstlich erzeugter kilogrammschwerer Rubin verwendet und ein Energiegenerator, der darauf einwirkte. So wurde ein Laserstrahl erzeugt. Die Ingenieure mussten sich damals wirklich etwas einfallen lassen“, erzählt der Experte. Gut ausgebildete Ingenieure gab es zu Sowjetzeiten genug, allein dem Programm ging irgendwann das Geld aus. Anfang der Neunzigerjahre wurde es eingestellt.

    Heute können sich nur Großmächte militärische Laserforschung leisten. „Um moderne Kampflaser herzustellen, sind Grundlagen nötig, über die gegenwärtig nur drei Staaten verfügen: Russland, die USA und möglicherweise China“, sagt der Analyst Michailow. „Die Amerikaner haben angekündigt, ihre Testprogramm erst in eineinhalb bis zwei Jahren abzuschließen. Vielleicht werden wir dann zwei Lasertypen vergleichen können, den russischen mit dem amerikanischen.“

    Im Dezember 2014 hat die US Navy auf dem Landungsschiff „USS Ponce“ eine Laserwaffe erprobt, die Laserkanone XN-1 LaWS. Anfang dieses Jahres stellte China sein Kampflasersystem auf der Rüstungsmesse IDEX 2019 in Abu-Dhabi vor. Russland soll, wie gesagt, Ende dieses Jahres schon das Kampflasersystem „Pereswet“ in den Einsatzdienst stellen.

    „Gut möglich, dass Laserwaffen in 10 bis 15 Jahren eine ähnlich abschreckende Waffe sein werden wie die Atombomben – ein Faktor der Einfriedung so zu sagen“, sagt Rüstungsexperte Michailow.

    Russlands Präsident Putin hatte Anfang 2018 strategische Waffensysteme präsentiert, die der Öffentlichkeit bis dato unbekannt waren – darunter ein Kampflaser. Wenige Monate später teilte Russlands Verteidigungsministerium mit, das Lasersystem werde bereits beim Militär erprobt. 

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    US Navy, Forscher, Forschungsprogramm, Entwicklung, Sowjetunion, Sowjetunion, Sowjetunion, Luftkampf, Orbit, Kampf, Flugzeuge, Russische Marine, russische Armee, Satelliten, Putin, Science-Fiction, Kampflaser, "Pereswet" (Laser), "Pereswet", Rüstung, Russland, TV-Sender Swesda, Laser, Zukunft