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07:15 17 Juli 2019
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    Flugtaxi „Skai“

    Abheben mit Wasserstoff: Neuartiges Flugtaxi mit Brennstoffzelle

    © Foto : skai.co
    Technik
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    Valentin Raskatov
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    Skai ist das erste Flugtaxi der Welt, das mit „sauberem Wasserstoff“ betrieben werden soll. Entwickelt wurde es vom US-Startup Alaka’i in Zusammenarbeit mit BMW Designworks. BMW selbst beobachtet den Bereich Flugtaxis zwar aufmerksam, hält aber die Entwicklung eigener Technologien wegen etlicher Hindernisse derzeit nicht für sinnvoll.

    Das weltweit erste Flugtaxi, das mit Wasserstoff betrieben wird, wurde vom US-Unternehmen Alaka’i am 29. Mai vorgestellt. Das Luftfahrzeug namens „Skai“ soll von Experten entwickelt worden sein, die zuvor unter anderem bei der NASA und beim US-Verteidigungsministerium gearbeitet hatten. Das Design besorgte das Unternehmen Designworks, das zu BMW gehört.

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    Der Innenraum des Wasserstoff-Lufttaxis soll bis zu fünf Passagieren Raum bieten
    © Foto : skai.co
    Der Innenraum des Wasserstoff-Lufttaxis soll bis zu fünf Passagieren Raum bieten

    Das nach dem Drohnenprinzip gebaute Fluggerät verspricht kostengünstigen und sicheren Luftverkehr für bis zu fünf Passagiere mit einer maximalen Flugzeit von vier Stunden bei einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 190 Stundenkilometern. Damit könnte ein Reisender etwa in drei Stunden von München nach Berlin fliegen. Es soll zudem mit „sauberem Wasserstoff“ betrieben werden, was bedeutet, dass der Wasserstoff nur unter Einsatz erneuerbarer Energien gewonnen wird.

    Dieses Versprechen kann prinzipiell eingelöst werden, kommentiert Timm Koch, Autor des Buches „Das Supermolekül: Wie wir mit Wasserstoff die Zukunft erobern“, gegenüber Sputnik. Prinzipiell heißt: wenn man die verfügbaren Technologien auch wirklich einsetzt, indem zum Beispiel Sonnenenergie in großem Stil in der Sahara „geerntet“ und dann in Form von Wasserstoff chemisch gespeichert wird. Damit hängt dieses Versprechen natürlich nicht vom Unternehmen allein ab, sondern vom politischen Willen und sieht sich mit einer starken Lobby für fossile Energieträger konfrontiert, die die Umsetzung mit allen Mitteln verhindern will.

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    Aber warum mischt BMW eigentlich nicht selbst auf dem Markt mit, sondern kümmert sich lediglich um Design über Designworks? „Urbane Flugmobilität ist ein hochspannendes und faszinierendes Thema“, sagt BMW-Sprecher Martin Tholund gegenüber Sputnik. BMW verfolge das Feld aufmerksam, aber folgende Gründe sprächen derzeit dagegen: „Flugtaxis/Drohnen dürften in den meisten Städten keinen nennenswerten Teil des Mobilitätsbedarfs abdecken. Eine Verlagerung der urbanen Mobilität in die Luft kann die heutigen Verkehrsprobleme nicht sinnvoll lösen“, so Tholund.

    Ferner sei mit einem großen Widerstand der Anwohner wegen Lärmemissionen zu rechnen wie auch die Gefährdung von Vögeln zu berücksichtigen. In den Städten sei die für Landeplätze nutzbare Fläche zudem knapp und schließlich würden die Flugkosten entgegen allen Versprechen teuer bleiben, weil die Sicherheitsanforderungen für solche Flugobjekte sehr hoch sein müssten und die Luftmobilität im Vergleich zur Fortbewegung auf der Erdoberfläche mit einem hohen Energieaufwand verbunden sei.

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    Tags:
    Energie, Probleme, Flugverkehr, Verkehr, Mobilität, Berlin, München, Fluggeräte, Luftfahrzeug, Experten, US-Verteidigungsministerium, NASA, Lobbyisten, Lobbyismus, Sputnik, Zukunft, Timm Koch, Passagiere, Deutschland, E-Autos, Autos, BMW, Erneuerbare Energien, erneuerbare Energien, Energieträger, Flugtaxi, Wasserstoff