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17:54 23 September 2019
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    Atom-U-Boot Dmitrij Donskoj der russischen Nordflotte (Archivbild)

    Weltgrößtes U-Boot a la „Roter Oktober“ fährt wieder auf Patrouille

    © Sputnik / Pawel Lwow
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    Ein schwimmender Raketensilo kehrt in den aktiven Dienst zurück. Russlands Nordmeerflotte hat das weltgrößte Atom-U-Boot – die „Dmitri Donskoi“ – grunderneuern lassen. Dadurch will die russische Marine mit der US Navy gleichziehen.

    Die Grundüberholung ist abgeschlossen, die Tests im Weißen Meer auch: Die russische Nordmeerflotte stellt die „Dmitri Donskoi“ wieder in den Dienst – diesmal jedoch für andere Zwecke.

    Weltberühmt geworden ist das weltgrößte Atom-U-Boot durch den Thriller „Jagd auf Roter Oktober“. Die „Dmitri Donskoi“ – ein Boot der Klasse 941 (auch „Akula“ oder „Typhoon“) – wurde 1980 fertiggestellt. Es war sicherlich eines der bedrohlichsten Unterwasserboote, die die Sowjetunion je entwickelt hatte. In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten diente es als Erprobungsträger für die ballistischen „Bulawa“-Raketen.

    2018 hatte die Nordmeerflotte beschlossen, das Boot generalüberholen und umrüsten zu lassen:

    „Die Ausmaße dieser U-Boote ermöglichen es, sie mit mindestens 200 Marschflugkörpern zu bewaffnen“, erklärte Vize-Admiral Oleg Burzew.

    Mit Marschflugkörpern waren die „Kalibr“-Raketen gemeint.

    Wie aber würde die russische Marine von einem derart „komplizierten und kostspieligen“ Umbau profitieren, fragt etwa der US-Rüstungsexperte Mark Episkopos im Fachblatt „The National Interest“. Schließlich müsste der ganze Titan entrostet und sogar der Antriebsreaktor ausgetauscht werden. Und selbst dann: Die Betriebskosten von „Dmitri Donskoi“ wären immer noch höher als die von einem vergleichbaren U-Boot der Klasse 955 „Borei“.

    Mit der Umwandlung der „Dmitri Donskoi“ in eine schwimmende Lenkwaffenplattform zielt die russische Marine darauf ab, ein Modernisierungsprogramm der US Navy einzuholen. Die hat ihre U-Boote der „Ohio“-Klasse umbauen lassen. Die Boote sind mit je 154 „Tomahawk“-Raketen bestückt. Mit derart gewaltiger Feuerkraft könnten selbst neueste russische Fregatten nicht mithalten, erklärte Vize-Admiral Burzew.

    Die reformierte und modernisierte russische Armee setzt vor allem auf schnelle Reaktionstruppen. Doch bei der Zahl von vergleichbar starken U-Booten ist die russische Marine der US Navy unterlegen. Die neu ausgerüstete „Dmitri Donskoi“ kann diesen Nachteil wettmachen.

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    Nordflotte Russlands, Russland, Dmitri Donskoj, Atom-U-Boot Dmitri Donskoi, Atom-U-Boot