11:56 19 November 2019
SNA Radio
    Knochen

    Herzen, Knochen, Triebwerke und Törtchen aus dem 3D-Drucker: Gewinner 2019 – FOTOs

    © Foto : 3dpc.io
    Technik
    Zum Kurzlink
    Von
    2201
    Abonnieren

    Ein echtes Herz, ein Raketentriebwerk oder ein leckeres Törtchen aus dem Drucker. Solche Kuriositäten wurden am Mittwoch dieses Jahr im Rahmen der „3D Pioneers Challenge“ zu Siegern im Bereich 3D-Druck erklärt. Sputnik stellt alle Sieger in einer Fotostrecke vor.

    Diese Entwicklung von der Universität Tel Aviv sorgte im April für Schlagzeilen quer durch alle Medien. Kein Wunder, denn sie hat es in sich: Nicht weniger als ein echtes menschliches Herz haben die Forscher mithilfe der 3D-Druck-Technologie kreiert. Als Ausgangsmaterial hatte den Forschern Fettgewebe gedient, die in einer Reihe von Schritten zu Herzmuskelzellen umgewandelt wurden. Diese wurden mit einem speziellen Gel zu „Bio-Tinte“ gemischt und dann per 3D-Drucker passend zu den anatomischen und biochemischen Merkmalen des Patienten ausgedruckt. Das Herz ist Sieger in der Kategorie „MedTech“.

    • Menschliches Herz
      Menschliches Herz
      © Foto : 3dpc.io
    • Knochen
      Knochen
      © Foto : 3dpc.io
    • Törtchen
      Törtchen
      © Foto : 3dpc.io
    • 3D-Druck-Träger für Nachhaltiggkeit in der Natur
      3D-Druck-Träger für Nachhaltiggkeit in der Natur
      © Foto : 3dpc.io
    • „Jet Suit“
      „Jet Suit“
      © Foto : 3dpc.io
    • Raketenbrennkammer aus der Düse
      Raketenbrennkammer aus der Düse
      © Foto : 3dpc.io
    • Kopien von Sicherheitsschlüsseln
      Kopien von Sicherheitsschlüsseln
      © Foto : 3dpc.io
    • Werkzeug
      Werkzeug
      © Foto : 3dpc.io
    1 / 8
    © Foto : 3dpc.io
    Menschliches Herz

    Dieser Knochen kommt aus dem Drucker und ist hyperelastisch. Nützlich wird er bei Behandlungen von Knochendefekten, Schäden und Deformationen sein. Das Material, das hier zum Einsatz kommt, besteht zu 90 Prozent aus Hydroxylapatit – dem gleichen Mineral wie im menschlichen Knochen. Der Knochen ist flexibel, elastisch und saugfähig und ist somit bestens für chirurgische Eingriffe geeignet. Nach Implantation integriert sich dieser Knochen in umliegendes Gewebe und verwandelt sich mit der Zeit selbst in natürlichen Knochen. Entsprechend ist diese Entwicklung Sieger in der Kategorie „Material“.

    Wie wär’s mit einem Törtchen? Aber nicht vom Konditor um die Ecke, sondern aus der Düse. Solche Produkte bietet „Upprinting Food“ an. Aber das Innovative ist nicht der 3D-Druck, sondern was im Nahrungsdruck zum Einsatz kommt. Denn um der großen Lebensmittelverschwendung auf der Welt zu begegnen, kommen Lebensmittel zum Einsatz, die den Verbraucher im Supermarkt nicht mehr ansprechen und aussortiert werden – ohne dass sie schon genussuntauglich wären. Aus diesem Grund hat diese Herangehensweise die Kategorie „Nachhaltigkeit“ erobert, gemeinsam mit dem nächsten Finalisten.

    Nachhaltigkeit und Umwelt sind untrennbar miteinander verbunden und neben gesellschaftlichen Problemen wie der Lebensmittelverschwendung gibt es auch das Artensterben, von dem unter anderem Korallen betroffen sind – unter anderem auch einfach, weil Sammler sie so gerne mitnehmen. Zwei Unternehmen haben hier einen Lösungsansatz mithilfe des 3D-Drucks entwickelt. Sie stellen 3D-Druck-Träger her, um Korallenlarven an die Riffe zu locken und deren Fortpflanzung zu fördern. Auch dieser Ansatz siegte in der Kategorie „Nachhaltigkeit“.

    Recht abgehoben ist dieses 3D-Druck-Produkt: Zum ersten Mal kam hier ein kompletter „Jet Suit“ aus dem Drucker. Es finden hier additiv gefertigte Teile, Spezialelektronik und fünf Triebwerke zueinander. Durch den Einsatz des 3D-Drucks wird die Gesamtmasse verringert und die Produktionszeit verkürzt. Damit herumzufliegen macht sicher Spaß, der Nutzwert dieses Siegers scheint aber doch eher gering zu sein.

    Ein Beispiel für glänzende Aussicht im Metall-Druck: Eine Raketenbrennkammer aus der Düse, am Computer durch Algorithmen generiert und dann schrittweise verbessert. Während des Druckprozesses wurde die Laserleistung des Druckers variiert, was stellenweise in unterschiedlichen Eigenschaften des Materials resultierte – mit traditionellen Fertigungstechniken wäre das unmöglich gewesen. Gesiegt hat die Brennkammer in der Kategorie „Digital“.

    Der 3D-Druck hat auch seine Schattenseiten. So kann jeder Kopien von Sicherheitsschlüsseln heimlich zuhause anfertigen. Allerdings geht das bei einem Schlüsselkonzept nicht mehr: Stealth Key ist der weltweit erste 3D-gedruckte Metallschlüssel und versteckt einen Teil seiner Sicherheitsmerkmale im Inneren. Dadurch kann er nicht gescannt auch nicht mehr kopiert werden.

    Im Rahmen eines Studentenprojekts der nigerianischen Landmark University wurde die Pleuelstange des Alfa Romeo optimiert und dadurch das Gewicht und Materialeinsatz reduziert. Entsprechend wurde dieses Projekt Sieger in der Kategorie „bestes Studentenprojekt“.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Entwicklung, Knochen, Herz, Fotos, Korallen, Raumfahrt, Technologien, 3D-Drucker, Additive Fertigung