03:29 24 Januar 2020
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    Der Inbetriebnahme des ersten schwimmenden Atomkraftwerks der Welt steht nichts mehr im Wege. Die technische Aufsichtsbehörde Rostechnadsor gewährte dem AKW-Betreiber Rosenergoatom eine Betriebslizenz für den ersten Reaktor des AKW „Akademik Lomonossow“, teilte der Betreiber am Donnerstag auf seiner Homepage mit.

    Ende August soll das Kraftwerk zu seinem Standort vor dem Hafen Pewek im Autonomen Bezirk der Tschuktschen im äußersten Nordosten Russlands geschleppt werden. Bis Jahresende wird vor Ort auch die notwendige Infrastruktur auf dem Meeresgrund und auf dem Festland fertig gebaut.

    Das in der St. Petersburger Baltischen Werft gebaute Kraftwerk war Ende April 2018 nach Murmansk bugsiert worden, wo es mit Kernbrennstoff beladen wurde. Beim Transport nach Pewek wird der physikalische Schutz des AKW im Notfall von einem Kriegsschiff gewährleistet, das den Tross in den beiden Etappen der Fahrt begleitet.

    Die schwimmende Atomanlage eignet sich für die Erzeugung von Strom und Wärme sowie für das Entsalzen von Meereswasser. Das AKW hat zwei Reaktoren vom Typ KLT-40S, die jeweils bis zu 70 Megawatt Strom und 50 Gcal/h Wärme erzeugen werden. Das dürfte für die Versorgung einer Stadt mit einer Bevölkerungszahl von bis zu 100.000 ausreichen.

    Das Kraftwerk in Pewek soll das alternde AKW Bilibino und ein Wärmekraftwerk in Pewek ersetzen. Das Kraftwerk in Bilibino erzeugt bislang bis zu 80 Prozent der Elektrizität in dem von allen anderen Stromnetzen abgeschotteten örtlichen Verbundsystem.

    Atomkraftwerk Bilibino auf der Tschuktschen-Halbinsel
    © Sputnik / Alexander Lyskin
    Atomkraftwerk Bilibino auf der Tschuktschen-Halbinsel

    Der Reaktorblock 1 in Bilibino sollte laut Plänen im Dezember 2018 gedrosselt werden. Die Stilllegung der Blöcke 2, 3 und 4 ist für Dezember 2021 geplant. Der weitere Einsatz der 1974-1976 gebauten vier Homogenreaktoren vom Typ EGP-6 mit Zwangsumlauf des Wärmeträgers wird gemäß den modernen Sicherheitsvorschriften nicht mehr möglich sein.

    Die „Akademik Lomonossow“ soll zu einem Schlüsselelement der Infrastruktur im Rahmen eines Programms zur Entwicklung der Nordostpassage werden. Das Hauptziel besteht darin, entlegene Industriebetriebe, Hafenstädte und Bohrinseln mit Strom zu versorgen. Die erste Reaktoranlage wird laut Plänen im Dezember 2019 ans Netz gehen.

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    Tags:
    Rosenergoatom, Zulassung, Aufsichtsbehörde, Pewek, Atomkraftwerk, Russland