18:10 07 Dezember 2019
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    Zielfernrohr des Scharfschützengewehrs während der Übungen (Archiv)

    Mit Scharfschützengewehr gegen Panzer – übertrieben?

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    Als doch etwas übertrieben bezeichnete der technische Berater des Kalaschnikow-Konzerns Wladimir Onokoi die Annahme, Scharfschützen könnten sich mit schweren Kampfpanzern messen.

    Im Gespräch mit „Sputnik“ am Rande der Waffenmesse „Army 2019“ sagte er, mit dem neuesten Kalaschnikow-Scharfschützengewehr SW-18 Kaliber 12,7 mm ließe sich wohl ein Panzer stoppen, vorausgesetzt, dass es gelänge, Beobachtungs- und Aufklärungsgeräte des Kampfwagens zu treffen und dadurch die Fähigkeit seiner Besatzung, das Kampffeld zu kontrollieren, einzuschränken.

    Der Experte gibt zu, dass dieses Gewehr zur Bekämpfung leicht gepanzerter Technik effektiv eingesetzt werden könne, etwa von Transportpanzern, leichten Schützenpanzern und Panzerwagen. „Seine Munition hat ein beträchtliches Einwirkungsvermögen auf Panzergeräte. Es handelt sich dabei um eine neueste Entwicklung, deshalb werden während der Messe keine technischen Angaben genannt. Auch darf nicht einmal ich das Gewehr aus dem verglasten Schaukasten nehmen, um es in der Hand zu halten.“

    Kalaschnikow-Scharfschützengewehr SW-18
    © Sputnik / Michail Woskresenskij
    Kalaschnikow-Scharfschützengewehr SW-18

    Unterdessen ist in den russischen Streitkräften bereits eine neue Panzerabwehrtaktik getestet worden, bei der Paare von Scharfschützen die Beobachtungsgeräte selbst schwerer Kampffahrzeuge gezielt treffen. Die Scharfschützen, die den Aufbau der Fahrzeuge und die Anordnung der Beobachtungsoptik am Rumpf kannten, zerstörten sie aus 500 Meter Entfernung schon mit dem ersten Zielschuss. Die „blind gewordene“ Besatzung verlor die Fähigkeit, effizient weiterzukämpfen, und wurde für Panzerabwehrmittel eine leichte Beute.

    Wladimir Onokoi präsentiert АК-201 für das Nato-Kaliber 5,56
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Wladimir Onokoi präsentiert АК-201 für das Nato-Kaliber 5,56

    Onkoi betonte, dass in diesem Jahr die russischen Streitkräfte die Sturmgewehre AK-12 und AK-15 übernommen haben sowie die 200er-Serie präsentiert worden sei. „All diese Typen weisen neben der legendären Zuverlässigkeit auch eine Kompatibilität mit allen modernen Messvisieren auf. Im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Schusswaffen ließ sich annehmen, dass mit der Anwendung von Lasern und Lichtstrahlen Anfang des 21. Jahrhunderts gerechnet wird.“

    Laut dem Sprecher des Kalaschnikow-Konzerns ginge es jedoch in eine andere Richtung. „Es wurden vor allem Nacht- und Infrarotz-Zielsuchsysteme sowie allerlei optische Visiere erschaffen. Nun haben wir das alles an der Kalaschnikow zu implementieren. Früher war das ein Problem. Jetzt, nach der Entstehung der 200er-Serie, lassen sich alle supermodernen Visiere einschließlich der Reflexvisiere an unserer Waffe leicht anbringen, was ihr außer Zuverlässigkeit auch noch Präzision verleiht, sodass sie zu jeder Tageszeit eingesetzt werden kann.“

    Onkoi nannte fünf Haupttypen des Sturmgewehrs mit den Indizes 200: АК-200, АК-201, 202 usw. „Sie unterscheiden sich voneinander nur durch die Munition. Unsere Aufgabe ist, für jeden potentiellen Markt ein Sturmgewehr anzubieten, das mit der Patrone des jeweiligen Landes funktioniert. Diejenigen, die von der alten sowjetischen 7,62×39-mm-Patrone Gebrauch machen, bekommen ein Modell mit diesem Kaliber. Wir bieten ferner ein Sturmgewehr für das Nato-Kaliber 5,56 mm an, aber auch für das aktuelle russische 5,45-mm-Kaliber. Indem wir die ganze Munitionspalette abdecken, beliefern wir die Abnehmer stets mit demselben zuverlässigen und präzisen Kalaschnikow-Sturmgewehr.“

    Man könnte während der Messe schon MG Kalaschnikow für 19 900 Rubel (etwa 286 Euro) kaufen
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Man könnte während der Messe schon MG Kalaschnikow für 19 900 Rubel (etwa 286 Euro) kaufen

    Die russische Mediengruppe Rossiya Segodnya ist die offizielle Informationsagentur von Army-2019. Sputnik ist Informationspartner der Messe, die seit 2015 jährlich stattfindet.

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    Sturmgewehr, Kalaschnikow, Army-2019, Russland