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18:00 20 September 2019
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    Russlands Luftstreitkräfte auf einem russischen Flugzeugträger (Archiv)

    Halb-Katamaran mit Startschanze: Entwickler erklärt neuen russischen Flugzeugträger

    © Sputnik / Pressedienst der Russlands Nordflotte
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    Ein russischer Schiffsbauer hat auf der Rüstungsmesse „Army 2019“ den Entwurf eines Flugzeugträgers für die russische Marine vorgestellt. Das Konzept: Durch unkonventionelle Rumpfauslegung mehr Platz schaffen für Flugzeuge, Treibstoff und Munition.

    Der Bug fällt nicht sonderlich auf, das Heck des Entwurfs ist indes zweiteilig: Durch die Auslegung als Halb-Katamaran wird der Flugzeugträger länger und breiter, also geräumiger. „Darin besteht ja die Effektivität eines Flugzeugträgers, dass er möglichst viele Flugzeuge aufnehmen kann“, erklärt der Projektleiter Walentin Belonenko, Chef-Entwickler am Petersburger Kryloc-Centre, wo der Halb-Katamaran entwickelt wird.

    Das Wichtigste bei der Entwicklung eines Flugzeugträgers ist laut dem Ingenieur: „Sicherstellen, dass möglichst viele Flugzeuge mit maximalem Startgewicht möglichst schnell starten können. Also sind ein geräumiger Hangar und ein langes Startdeck das A und O.“ Auf dem künftigen Flugzeugträger könnten allein auf dem Flugdeck bis zu 40 Flugzeuge aufgestellt werden, davon 24 Kampfjets Su-33 und MiG-29.

    Mit Höchstlast kann das 44.000 Tonnen schwere Schiff 27 Knoten schnell fahren – 50 Stundenkilometer. Dafür sorgt, wenn es nach den Plänen des Entwicklers geht, eine Gasturbine mit 80 Megawatt Leistung. Sie ist „einfacher, günstiger, schneller“ als ein Kernreaktor, erklärt Belonenko. Sollte der Besteller dennoch einen atomaren Antrieb beim künftigen Flugzeugträger vorziehen, werde das umgesetzt.

    Damit Flugzeuge vom neuen Träger schneller starten können, soll der Halb-Katamaran mit einem Katapult ausgerüstet werden, das nach Angaben des Entwicklers fünf Mal effektiver sein wird als ein klassisches Dampfkatapult wie bei der US Navy.

    „Um ein Flugzeug zu beschleunigen, verbrauchen amerikanische Anlagen bis zu 120 Megajoule Energie. Unsere Anlage kommt mit einem Sechstel davon aus“, sagt Belonenko. „Das Wichtigste ist, das Flugzeug auf einem geraden Abschnitt von 40 Metern Länge zu beschleunigen, den Rest erledigt die Startschanze am Bug.“

    Eine weitere Neuerung im Vergleich zum jetzigen russischen Flugzeugträger: Auf schwere Bordwaffen wird verzichtet. „Nur Granatwaffen, Schnellschuss-MGs und leichte Fla-Kanonen. Das bringt eine Kostenersparnis von 30 Prozent!“ 

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    Tags:
    Waffen, Entwicklung, Flugzeugträger, Russland