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20:48 12 November 2019
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    Kampfjet F-16 beim Test der technischen Ausrüstung (Archiv)

    US Air Force: Kampfjets bekommen UFO-Sensor

    © Foto: U.S. Air Force/Samuel King Jr.
    Technik
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    Ein Flugobjekt, das man nicht einschätzen kann und das im streng bewachten Luftraum auftaucht – immer wieder melden Piloten der US Air Force solche Vorfälle. Für mehr Durchblick sollen ihre Kampfjets mit Infrarotsensoren nachgerüstet werden, schreibt „The Drive“. Eine Technik übrigens, die die russische Luftwaffe bereits seit Jahrzehnten einsetzt.

    Von der Herkunft der Flugobjekte einmal abgesehen: Dass immer mehr UFO-Vorfälle gemeldet werden, liegt auch an den Fortschritten bei der Ortungstechnik. Dank neuer Technologien, schreibt „The Drive“, sind heutige Radare deutlich empfindlicher, sehen mehr und weiter – allerdings nicht immer haarscharf.

    US-Kampfflugzeug (Symbolbild)
    © Foto : U.S. Air Force/Master Sgt. Cecilio Ricardo
    Spezielle Sensor-Pods, unter den Flügeln oder am Rumpf von Kampfjets aufgehängt, sollen helfen, UFOs besser zu erkennen. Die US Air Force und die US Navy wollen ihre F-16 bzw. F/A-18-Jets mit Wärmesignalmessern ausrüsten.

    Auf den festen Einbau von Infrarotsensoren in Kampfjets verzichten die Luftstreitkräfte der Vereinigten Staaten seit den Sechzigerjahren. Damals war diese Technik unausgereift, die Sensordaten waren bei Kampfmissionen kaum oder mäßig verwendbar.

    Hingegen haben russische Flugzeugentwickler stetig an der Optimierung von optronischen Systemen gearbeitet: In jedem russischen Kampfjet sind heute IR-Sensoren fest installiert – als kleine Ausbuchtung vor der Cockpithaube.

    Infrarotsensoren funktionieren nicht auf so lange Distanzen wie Radare. Bei 80, höchstens 100 Kilometern ist für einen IR-Signalmesser Schluss. Dafür sind sie in diesem Bereich störfest und jederzeit verwendbar. Der Infrarotsensor eines Su-35 erkennt sogar Kampfjets mit Tarnkappentechnologie, wie unlängst festgestellt werden konnte.

    Noch effektiver sind Wärmesignalmesser, wenn sie im Verbund mit dem Bordradar eines Kampfjets eingesetzt werden. Beide Systeme liefern Daten, die sich gegenseitig ergänzen und präzisieren.

    Für den F-16 zum Beispiel wurde ein Pod mit zwei IR-Sensoren entwickelt, die im ständigen Datenaustausch mit dem bordeigenen Radar stehen. Das Radar tastet den Luftraum ab, erfasst ein Ziel, kann es aber unter Umständen nicht identifizieren. Vielleicht ist die Radarsignatur zu klein oder der Gegner setzt elektronisches Störfeuer ein.

    Also übernimmt der Breitbandsensor, der im Pod am Rumpf des Kampfjets hängt. Er beobachtet das Ziel und schätzt es ein. Der optronische Schmalbandsensor im selben Pod verfolgt das Zielobjekt und führt Lenkraketen darauf zu.

    Das System ist gut, um Zielobjekte im sog. Schweigemodus anzugreifen. Das heißt, der Pilot schaltet das Radar seines Kampfjets ab und wird dadurch unverwundbar für Abfangraketen, die ihn sonst über den Strahl des Bordradars entdeckt hätten.

    Der F-22 „Raptor“ zum Beispiel fliegt Einsätze hauptsächlich im Schweigemodus, ist dann jedoch auf eine externe Radarzentrale angewiesen, die ihn ins Ziel führt – eine AWACS-Maschine zum Beispiel. Denn: An IR-Sensoren hat man bei der Entwicklung des „Raptor“ gespart.

    Russische Kampfjets setzen Infrarottechnik hingegen aktiv ein. Nicht zur UFO-Jagd allerdings. Sie haben auch so genug zu tun – mit allerhand westlichen Aufklärern, die permanent an den russischen Grenzen aufkreuzen.

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    Tags:
    UFO, Radar, Ausrüstung, Kampfjet, Luftwaffe, USA