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03:38 13 November 2019
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    EIn Modell von FCAS (Future Combat Air System) bei der International Paris Air Show in Le Bourget Airport

    FCAS: US-Kampfjet F-35 bald obsolet – auch wegen EU

    © AFP 2019 / ERIC PIERMONT
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    Das Luftkampfsystem FCAS soll das neueste europäische Kampfflugzeug werden, ein Nachfolger von Eurofighter, Rafale und Tornado. Diese Entwicklung ist auch aus der Sicht der transatlantischen Beziehungen brisant, denn sie könnte den US-Jet der fünften Generation F-35 praktisch obsolet machen, berichtet ein US-Portal.

    Ein Modell des europäischen FCAS (Future Combat Air System) wurde auf der Fachmesse in Le Bourget vorgestellt und wurde bereits dort als Alternative bzw. direkter Herausforderer des amerikanischen F-35 gesehen.

    Nicht zuletzt deshalb wird das FCAS mitunter als Europas wichtigstes Rüstungsvorhaben der kommenden Jahrzehnte bezeichnet. Von den Luftfahrtkonzernen Dassault und Airbus wird es auch NGF genannt – „Next Generation Fighter“.

    Die Sicht auf FCAS aus den USA

    Wie „National Interest“ (NI) nun schreibt, tritt Europa mit diesem Modell nicht weniger als in das Rennen um Jets der sechsten Generation ein, das bislang nur für Russland und die USA vorgesehen zu sein schien.

    FCAS sei deutlich größer als seine europäischen Vorgänger, werde aber – wie bei praktisch allen anderen Stealth-Kämpfern der fünften und wahrscheinlich sechsten Generation – vermutlich nur in einer Einzelsitzversion erhältlich sein.

    Zudem soll sich FCAS eng an der „F-35-Philosophie“ orientieren.

    „FCAS ist mehr als ein Kampfflugzeug. FCAS ist ein System von Systemen, die eine große Anzahl miteinander verbundener und interoperabler Elemente zusammenfassen: ein Kampfflugzeug der neuen Generation, unbemannte MALE-Drohnen (mittlere Flughöhe, lange Lebensdauer), die derzeitige Kampfjetflotte (die auch nach 2040 noch in Betrieb sein wird), Marschflugkörper und Drohnenschwärme. Das gesamte System wird mit einer Vielzahl von Missionsflugzeugen, Satelliten, Nato-Systemen sowie Land- und Seekampfsystemen verbunden und funktionsfähig sein“, zitiert das Portal den FCAS-Co-Hersteller Airbus.

    Der Jet soll also in der Lage sein, sich mit allen anderen Satelliten und Flugzeugen zu verbinden, und eine Art „Kampfwolke“ bilden, die zudem dynamisch auf alle Gegebenheiten auf dem Schlachtfeld reagieren könnte.

    Die Integration von Zusatzdrohnen in die Arbeit von Kampfjets ist bereits jetzt ein aufstrebender Bereich der Flugzeugtechnologie der sechsten und späten fünften Generation, der auch im chinesischen J-20 und dem russischen Su-57 zu finden sein soll.

    Auch sei es wahrscheinlich, dass die FCAS sofort kompatibel für Atomsprengköpfe gemacht wird. Mit all diesen Features würde der europäische Jet mit dem F-35 nicht nur gleichziehen, sondern ihn übertrumpfen.

    „Der F-35 ist jetzt obsolet (Dank dem europäischen Jet der sechsten Generation?)”, so die für sich sprechende Überschrift dazu in NI.

    Die Briten halten sich raus

    Zugleich betont das Portal auch, dass bemerkenswerterweise Großbritannien sich bewusst und fast schon demonstrativ aus dem FCAS-Programm herausgezogen habe, um seinen eigenen Tempest-Jäger der sechsten Generation zu entwickeln. Dieser würde in dem Fall direkt mit dem FCAS konkurrieren und zugleich die bestehende britische F-35-Flotte ergänzen.

    Der französische Präsident Emmanuel Macron kritisierte indirekt diese Entscheidung Großbritanniens mit einem Appell an die gemeinsamen Sicherheitsinteressen Europas:

    „Konkurrenz unter Europäern ist lächerlich, wenn es uns gegen Amerikaner und Chinesen schwächt.“

    Die ersten FCAS-Prototypen sollen ab 2026 fliegen.

    SB/ng

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    Tags:
    EU, Deutschland, USA, Jagdflugzeug Su-57, Su-57, FCAS, Luftkampfsystem der Zukunft (FCAS)