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11:24 18 Oktober 2019
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    Ein Trabnt 601 (Archivbild)

    Erstaunlicher Fund aus DDR-Zeit: In Saale entsorgte Trabis sorgen für Rätsel und Ermittlungen – Foto

    CC0 / AlfvanBeem / Wikimedia Commons
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    Spaziergänger an der Saale in Leuna hatten neuerdings Einiges zu bestaunen. Am Ufer des Flusses standen plötzlich drei Trabis und ein Wartburg – bzw. was von ihnen übrig war. In einer aufwendigen Operation waren diese Wagen zuvor aus dem Fluss geholt worden.

    Wie lokale Medien berichten, wurden die Wagen bereits am Dienstag vom Grund des Flusses aus drei Metern Tiefe geborgen und an Land gebracht. Gemeinsam hatten das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA), das Umweltamt des Saalekreises und die Wasserschutzpolizei die Aktion geplant.

    Wie Konstantin Carlo Heidrich, Leiter des WSA-Außenbezirks in Merseburg, erklärte, seien die DDR-Fahrzeuge wohl schon mehr als zwei Jahrzehnte unter der Wasseroberfläche gewesen.

    Sphärolithe auf dem arktischen Franz-Josef-Land, Russland
    © Sputnik / Ramil Sitdikow

    Der Wartburg vom Typ 353W ist, ebenso wie einer der Trabanten, fast völlig zerfallen und extrem stark verrostet.

    Dennoch lasse sich erkennen, wie sie einmal ausgesehen haben. Alle drei Trabis sollen eine typische gletscherblaue Farbe gehabt haben und aus den 70er oder 80er Jahren stammen.

    „Es wurden auch zwei Kennzeichen entdeckt. Eins stammt noch aus DDR-Zeiten, das andere ist ein Merseburger Kennzeichen“, so Heidrich.

    Aufgefallen waren die Wracks bei einer Peilung, die die Firma Midic gemacht hat.

    „Wir wurden dann darauf hingewiesen, dass sich da vermutlich Autos unter der Wasseroberfläche befinden.“

    Vermutlich war niemand zuvor auf sie aufmerksam geworden, weil sie für die Schifffahrt in diesem Bereich keine Gefahr dargestellt haben. Zum einen lagen sie dafür zu tief, zum anderen nicht direkt in der Fahrrinne. Dennoch gilt die Regel, dass jegliche Fremdkörper aus Fahrgewässern entfernt werden müssen, sodass auch die DDR-Fahrzeuge weggeschafft werden mussten.

    Ein Foto der Bergungsaktion:

    ​Da bei der Bergungsaktion auch Stoffe entweichen können, habe man zudem das Umweltamt des Saalekreises dazu geholt, das gleichzeitig für die Entsorgung zuständig ist.

    Das Rätsel bleibt – Wer hat die Trabis entsorgt?

    Doch die wichtigste Frage obliegt den Verantwortlichen noch zu klären: Wer hat die Trabis in dem Fluss entsorgt und warum?

    Dies ist aus zweierlei Gründen wichtig. Zum einen sucht das Umweltamt den Verursacher des Schlamassels, um die Kosten der Entsorgung nicht tragen zu müssen.

    Zum anderen ist es nicht ausgeschlossen, dass auch Straftaten mit solch einer „Entsorgung“ in Zusammenhang stehen könnten. Um genau dies zu klären, hat die Wasserschutzpolizei die Aktion nicht nur auf dem Wasser abgesichert, sondern übernimmt nun auch die Ermittlungen.

    Wie Jens Wöhlbier, Leiter des Ermittlungsdienstes, erklärt, ermittelt nun die Polizei wegen Gewässergefährdung, sowie werde geprüft, ob die Fahrzeuge im Zusammenhang mit Straftaten stehen.

    Gerade zu DDR-Zeiten, als Privat-PKW Mangelware waren, ist solch eine Entsorgung äußerst ungewöhnlich und durchaus verdächtig.

    Ob sich nach all den Jahren allerdings noch ein Verdächtiger finden lässt, bleibt abzuwarten.

    SB/ng

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    Tags:
    Bergungsoperation, Auto, DDR