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    Der sowjetische Überschall-Passagierjet Tu-144 (Archiv)

    Russland tüftelt an Triebwerk für Überschall-Passagierjet

    © Sputnik / Lew Polikaschin
    Technik
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    Russland hat Arbeiten an einem Triebwerk für Überschall-Passagierjets aufgenommen. Wie der Generaldirektor des Zentralen Instituts für Flugzeugtriebwerksbau (ZIAM), Michail Gordin, am Freitag in Moskau sagte, geht es um einen einmaligen Antrieb, der keine Analoga in der Welt haben wird.

    Ein Problem bestehe nach seinen Worten darin, dass es noch keinen Gasgenerator gebe, auf dessen Basis das Triebwerk entwickelt werden solle. „Wenn wir das Triebwerk jetzt konzipieren, dürfte die Maschine erst in etwa 15 Jahren abheben.“

    „Der Bau eines Versuchsmodells wäre zu teuer und zu riskant. Zudem bleibt das Hauptproblem ungelöst: Überschallknall beim Passieren der Schallmauer und starker Lärm am Flughafen. Überschallflüge über besiedelten Gebieten sind verboten, und niemand wird Flugrouten ändern wollen“, sagte Gordin.

    Russlands Industrie- und Handelsminister Denis Manturow hatte im Februar mitgeteilt, dass russische Konstrukteure an einem Überschall-Passagierjet arbeiten. Es gehe aber vorerst um Forschungsarbeiten.

    Die Idee eines solchen Flugzeugs unterbreitete Präsident Wladimir Putin, als er Testflüge der modernisierten Überschall-Fernbombers Tu-160 beobachtet hatte. Der Chef der Vereinigten Flugzeugbauholding OAK, Juri Sljusar, teilte dem Staatschef damals mit, dass das Unternehmen bereits ein entsprechendes Projekt hat.

    Nach Angaben des Konstruktionsbüros Tupolew wird die künftige Maschine eine Geschwindigkeit von bis zu 1.900 Stundenkilometer und eine Flughöhe von rund 11.000 Meter haben.

    Der erste und letzte Überschall-Passagierjet der Sowjetunion – Tupolew Tu-144 - hatte seinen Jungfernflug Ende Dezember 1968 absolviert – zwei Monate vor dem britisch-französischen Pendant Concorde. Zur ersten schwerwiegenden Havarie kam es im Juni 1973 auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris: Beim Absturz einer Tu-144 kamen 13 Menschen ums Leben.

    Das zweite Unglück ereignete sich im Mai 1978, als bei der Bruchlandung einer Tu-144 bei Moskau zwei Menschen getötet wurden. Kurz darauf fasste die Fluggesellschaft Aeroflot den Beschluss, das Tu-144-Programm aufzugeben.

    am/

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