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02:37 20 Oktober 2019
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    Ein Prototyp des russischen Tarnkappenjagdflugzeugs Su-57 (oben) begleitet vom Kampfjet des Typs MiG-29M2 (Archivbild)

    Kampfjetvergleich F-22 vs. Su-57: Wessen Tarnkappe ist besser?

    © Sputnik / Witalij Beloussow
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    Um die Tarnkappen-Jets aus den USA zu bezwingen, haben russische Entwickler sich eine gewiefte Technik einfallen lassen: Die Kampfflugzeuge sollen von einem dichten Netzwerk von Radaren erfasst werden. Experten aus den USA zweifeln jedoch an der Wirksamkeit dieses Verfahrens. Das Portal „Swesda“ prüft die Bedenken.

    Dass die russischen Flugabwehrsysteme S-300 und S-400 mit den amerikanischen Stealth-Jets F-22 und F-35 wirklich fertigwerden, ist gar nicht sicher. Das schrieb das Fachportal „The National Interest“ vor mehreren Tagen. Russische Spezialisten hätten versucht, ein „dichtintegriertes Flugabwehrnetzwerk mit mehreren Radaren“ aufzustellen, „um ein und dasselbe Flugzeug aus mehreren Richtungen anzustrahlen“. Doch ob diese Technik wirklich wirksam sei, sei „eine offene Frage“, so das Fachportal aus den USA.

    Was dem F-22 seine Tarnkappenfähigkeit verleihen soll, ist unter anderem eine Spezialbeschichtung aus Teilchen, die die Radarstahlen absorbieren. Doch wie das Portal „Swesda“ schreibt, zeigen neuere Einsatzberichte aus Syrien, dass die Radarstationen russischer Flugabwehrsysteme diese „unsichtbaren“ Kampfflugzeuge genauso gut erkennen wie es die Bordradare und Infrarotsensoren russischer Su-30- und Su-35-Kampfjets tun.

    Bei der russischen Su-57 kommt eine Tarnkappentechnik zur Anwendung, die auf einer Kombination von Absorption und Rückstrahlung des Radarsignals basiert. Wird der russische Kampfjet vom gegnerischen Radar angepeilt, wirft dessen Oberfläche nur soviel Strahlung zurück, dass er als Ziel nicht zu erkennen ist. Die Wahrscheinlichkeit, eine Su-57 im Einsatz als solche zu erkennen, liegt bei 30 Prozent. Der Gegner wird eine Su-57 weniger erfassen, als höchstens nur erahnen.

    Die russische Maschine ist mit mehreren Bordradaren bestückt, die dem Piloten quasi eine Rundumsicht ermöglichen. Für die Zielortung und -erfassung in Flugrichtung stehen dem Piloten einer Su-57 zusätzlich optronische Sensoren zur Verfügung.

    Aber nicht nur das: Der russische Tarnkappenjet hat einen zusätzlichen Schutz durch bordeigene Abwehr- und EloKa-Systeme. Diese schützen die Maschine aktiv vor Flugabwehr- und Luft-Luft-Raketen. Die F-22 kann hingegen nicht auf bordeigene Schutzsysteme zurückgreifen.

    Tarnkappeneigenschaften sind eine Grundvoraussetzung für einen Kampfjet der 5. Generation. Höchste Manövrierbarkeit sind eine andere. In den USA ist sogar eine spezielle Messmethode entwickelt worden, die die Wahrscheinlichkeit anzeigen soll, dass ein Jagdflugzeug im Luftkampf aufgrund seiner Manövrierfähigkeit überlebt.

    Für ein Kampfflugzeug der 5. Generation gilt ein Wert von 250 bis 310. Daran orientierten sich die Entwickler der F-22 anfänglich auch. Dann halbierten sie den Richtwert jedoch fast – in der Annahme, Luftkämpfe würden zukünftig auf mittleren Distanzen geführt, sodass Luft-Luft-Raketen den Mangel an Manövrierfähigkeit ausgleichen würden.

    Aus demselben Grund legten die Entwickler der F-22 auch keinen großen Wert auf die Agilität ihres Jets: Auf Höchstgeschwindigkeit kommt der amerikanische Kampfjet nur mit Nachbrenner. Und die Wahrscheinlichkeit, dass eine F-22 beweglich genug ist, um im Luftkampf zu bestehen, liegt bei 180.

    310 bis 320 sind es bei der Su-57: Die beeindruckende Wendigkeit hat der Tarnkappenjet vom Mehrzweckjäger Su-35 geerbt. Dabei entwickelt die Su-57 ohne Nachbrenner die doppelte Schallgeschwindigkeit – Mach 2 ist die Höchstgeschwindigkeit im Standardmodus. Schnelligkeit und Wendigkeit – diese beiden Fähigkeiten verbucht der russische Kampfjet der 5. Generation also definitiv für sich.

    Dies ist wohl auch der Grund für die Höchstnoten, die der russischen Tarnkappenjet bei westlichen Experten bekommt: Vor einigen Jahren beurteilte das Fachportal „Air Power Australia“ die Su-57, die F-22 und die kleinere F-35 in einem mehrseitigen Bericht nach 14 Kriterien. Die F-22 bekam eine +2, eine +5 war es bei der Su-57 – die F-35 kam auf eine -8.

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    Tags:
    Tarnkappentechnologie, Russland, USA, Kampfjet, F-22, Su-57