04:56 21 November 2019
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    Laser-Test (Symbolbild)

    Star Wars à la France? – Franzosen entwickeln Laserwaffe gegen Satelliten

    CC BY-SA 2.0 / European Space Agency / ESA laser testing
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    Paris will die französische Armee mit Anti-Satelliten-Laserwaffen ausrüsten. Damit steigt Frankreich auch in das weltweite Wettrüsten ein. Welche Gefahren und Potential die Laserwaffen besitzen, berichtet die Zeitung „Die Welt“.

    Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly hat laut der Zeitung „Die Welt“ vom Freitag darüber informiert, dass Frankreich Anti-Satelliten-Laserwaffen anschaffen will. Die Reichweite der Waffen soll bis zu 36.000 Kilometern betragen.

    Die Waffen sollen nach den Angaben Parlys nur zur Selbstverteidigung genutzt werden, schreibt die Zeitung. Außerdem sollen die Waffen gegnerische Satelliten nicht vollkommen zerstören, sondern nur blenden können. Am 14. Juli hatte der französische Präsident Emmanuel Macron erklärt, dass Frankreich sich auch aus dem Weltall aus verteidigen müsse.

    Satelliten sind Knotenpunkte für die zivile und militärische Telekommunikation. Sie sind zuständig für den Datenverkehr, die Navigation und auch für die Überwachung des Militärs. Die Ankündigung einer Waffe, die ungeschützte Satelliten einfach ausschalten könne, löst eine weltweite „Nervosität“ aus, berichtet „Die Welt“.

    Französischer Tabubruch

    Die Zerstörung eines Satelliten könne durchaus verheerend sein: Durch die dabei entstehenden Schrotteile. Davor hätten Wissenschaftler schon im März dieses Jahres gewarnt. Anlass war das entstandene Trümmerfeld im All, als Indien aus demonstrativen Gründen einen eigenen Satelliten mit einer Rakete abgeschossen hat.

    Der Rüstungsexperte Torben Schütz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) erklärte der Zeitung, dass mit dem französischen Schritt das Tabu von Anti-Satelliten-Waffen in Europa gebrochen worden sei. Noch sei nicht sicher, ob die Laser feindliche Satelliten zerstören oder nur blenden könnten. Doch mit einem Angriff auf einen feindlichen Satelliten könnten laut Schütz die Großmächte ihre Krisenstabilität verlieren.

    Grund für den Aufrüstungsprozess Frankreichs scheint eine Reaktion auf eine unerwünschte Annäherung eines Spionagesatelliten zu sein. 2017 näherte sich laut Parly ein russischer Spionagesatellit einem französisch-italienischen militärischen Kommunikationssatelliten, wie die Zeitung schreibt.

    Anders als Frankreich sei die Bundesrepublik Deutschland mehr im Gebiet der Überwachung aktiv, so das Blatt. Diese werde vom „Weltraumlagezentrum“ der Bundeswehr geleitet. Es solle sowohl Militärsatelliten als auch zivile Technologien im Weltraum schützten. Dieser Schutz bezieht sich den Angaben nach nicht nur auf den Weltraumschrott, sondern auch den Schutz vor feindlichen Weltraumwaffen. Schon 2016 äußerte sich die Ex-Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dass sich Deutschland für die Weltraumsicherheit einsetzte müsse.

    lm

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    Tags:
    Entwicklung, Laserwaffen, Frankreich