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04:41 19 September 2019
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    Ein Prototyp vom britischen Tempest Kampfjet bei der Präsentation auf der Farnborough Airshow

    Sechste-Generation-Kampfjet: Fachportal vergleicht UK-„Tempest” und EU-„FCAS”

    © AFP 2019 / TOLGA AKMEN
    Technik
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    Kaum sind die Kampfjets der fünften Generation Su-57, F-35 und J-20 in Betrieb genommen, forschen Russland, China und die USA bereits an der nächsten Stufe von Kampfflugzeugen - Fightern der sechsten Generation. Auch Europa will diesen Wettlauf nicht verpassen – und könnte mit gleich zwei konkurrierenden Projekten „Tempest“ und „FCAS“ loslegen.

    Das Fachportal „TheAviationGeekclub“ hat einen Vergleich von zwei Kampfjets der sechsten Generation gewagt – dem britischen Projekt Tempest und dem gemeinsamen Vorhaben mehrerer europäischen Staaten „Future Combat Air System“, kurz FCAS.

    Das britische Projekt Tempest solle nach derzeitigen Plänen die Eurofighter Typhoon-Flotte der Royal Air Force ersetzen und in den 2030er Jahren einsatzbereit sein.

    Das gemeinsame EU-Projekt FCAS werde dagegen die französische Dassaults Rafales, ebenfalls Deutschlands Eurofighter Typhoons und Spaniens F-18 Hornet bis etwa 2035–2040 ersetzen.

    Vorteile der Tempest

    Das Portal ist dabei der Ansicht, dass die britische Tempest technische Charakteristika haben werde, die alles übertreffen würden, was es bislang im Flugzeugbau gäbe – vorausgesetzt natürlich, das Projekt wird überhaupt erfolgreich durchgeführt.

    Es wäre „mehr als nur ein Flugzeug: Wenn er einsatzbereit ist, verfügt er über Fähigkeiten, die weit über die aller bisher gebauten Jets hinausgehen“, so das Portal.

    Das Projekt sei dabei einen wichtigen Schritt vorangekommen, als Schweden gegenüber London Kooperationsbereitschaft an diesem Flugzeug erklärt hatte.

    Laut Andrew Kennedy, Experte für strategische Kampagnen bei BAE Systems, einem der vier in Großbritannien ansässigen Unternehmen, die sich am Jet beteiligen, wäre die Tempest ein „Game-Changer“ und „so legendär wie das Spitfire“.

    Zur Erinnerung: Die Spitfire war das legendäre Kampfflugzeug, das Großbritannien im Zweiten Weltkrieg erfolgreich gegen die deutsche Luftwaffe einsetzte.

    John Sneller, Chef der Luftfahrtabteilung bei Jane's by IHS Markit, stimmte zu und erklärte, dass das Projekt „mehr als nur ein Flugzeug“ sein werde.

    Der Jet solle ein „optional bemannter Jäger sein, der verschiedene Schlüsseltechnologien aufweist, wie etwa eine flexible Nutzlast, anpassungsfähiges Flugwerk, weitreichende Radarerkundung, fortgeschrittene Baumaterialen, Hyperschall- und lasergesteuerte Waffen, KI-basierte Wartung, Schutz gegen Cyberangriffe und ein zukunftsweisendes Cockpit“.

    Auch soll er fähig sein, auf Flugzeugträgern zu landen.

    Das Future Combat Air System (FCAS) der EU und seine Vorteile

    Das Future Combat Air System dagegen soll ein mehrstufiges „System der Systeme“ werden. Der eigentliche Kampfjet wird hierbei der New Generation Fighter (NGF) von Dassault Aviation und der Airbus Defence and Space werden.

    Er wird sofort dafür entwickelt, seine Einsätze in Koordinierung mit unbemannten Drohnen zu fliegen. Genau diese Kombination mit „unbemannten Wingmen“ solle dann Next-Generation Weapon System (NGWS) heißen.

    Dieses wiederum werde über die FCAS schließlich mit allen anderen Systemen wie etwa Satelliten und Bodenpersonal verknüpft werden.

    „Zu den Schlüsseltechnologien der NGF gehören erweiterte Cyber-Funktionen, Einsatz von Big-Data und Künstlicher Intelligenz, neuste Radarsysteme im Bereich der passiven und kognitiven Sensoren, Hyperschallwaffen, Hochenergiewaffen, unbemannte Technologien und Schwarmtechnologien, Quantencomputer, fortschrittliche Robotik, Zugang zum Weltraum und weitere.“

    Damit der Jet auch ebenbürtige Wingmen bekommt, werde Airbus ebenfalls hochentwickelte Drohnen, Marschflugkörper und weiteres entwickeln.

    „FCAS wird mit allen bodenbasierten Ressourcen wie Bodenpersonal und -systemen, Marineschiffen und Satelliten vernetzt sein.“

    Genau dies solle sein größter Vorteil werden.

    Aussichten ungewiss

    Welcher Jet nun überlegen ist, wagt Sneller nicht zu prognostizieren. Zu lange werde noch die Forschung dauern, vieles könne sich in dem Jahrzehnt verändern, für den die Entwicklungsarbeiten geplant sind.

    Wie hoch denn die Chance steht, dass das Projekt bei all den Kosten und den futuristischen Plänen überhaupt in all seinen Plänen voll umgesetzt werden kann, wagt der Experte auch nicht zu sagen.

    ng/mt

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    Tags:
    New Generation Fighter (NGF), Next-Generation Weapon System (NGWS), Rafale, Eurofighter Typhoon, Eurofighter, Vergleich, J-20, Su-57, F-35, F-22, F-16, Tempest, FCAS, Luftkampfsystem der Zukunft (FCAS)