19:29 15 Dezember 2019
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    Zwei russische Piloten vor dem Kampfjet des Typs Su-30 auf dem Militärflugpaltz Hmeimim in Syrien (Archivbild)

    Kampfjet Su-30 bekommt neue Modifikation – Eine Stufe besser nach Syrien-Einsatz

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    Einsatzerfahrung aus Syrien geht in Serie: Russlands Verteidigungsministerium hat Mehrzweckjäger Su-30SM1 beim Suchoi-Konzern in Auftrag gegeben. Der Kampfjet ist eine Weiterentwicklung der derzeit eingesetzten Su-30SM. In die Upgrade-Version sind Erkenntnisse aus den vergangenen sieben Einsatzjahren dieser Maschine eingegangen.

    Die „Super-Su“ nennt die russische Zeitung „Iswestija“ den verbesserten Multifunktionskämpfer. Die Upgrade-Variante erhält ein neues Triebwerk, jenes des Höchstleistungsjets Su-35. Das heißt, den Piloten der Su-30SM1 steht mehr Schubkraft zur Verfügung und sie können mit dem neuen Motor Manöver fliegen, die ein Kampfjet eigentlich nicht fliegen kann. Die Schubvektorsteuerung macht es möglich, in der Luft abrupt abzubremsen und fast im Schweben zu bleiben wie ein Hubschrauber. Bei alledem ist die Su-30SM1 günstiger im Betrieb: ihr Strahltriebwerk AL-41F1S hat eine vier Mal längere Lebensdauer bei deutlich reduziertem Treibstoffverbrauch.

    „Die modernisierte Maschine hat eine höhere Marschgeschwindigkeit, verbraucht weniger Treibstoff, hält eine intensivere Nutzung bei längeren Wartungsintervallen aus. Aber viel wichtiger ist, dass die Su-30SM1 weitestgehend mit der Su-35 vereinheitlicht worden ist. Das vergünstigt den Betrieb und vereinfacht die Instandhaltung der beiden Maschinen“, sagt Armeeexperte Anton Lawrow im Gespräch mit der Zeitung „Iswestija“.

    Letztlich aber kommt es auf die Kampfeigenschaften des Mehrzweckjägers an: „Ein neues Radar macht die Su-30SM1 in allen Einsatzlagen effektiver. Das Radar eines Jagdflugzeugs macht seinen Kampfwert überhaupt erst aus“, sagt der Experte.

    In der Su-30SM1 wird ein Hochleistungsradar verbaut: das N035 „Irbis“ mit elektronischer Strahlschwenkung (Phased-Array-Funktion). Die Ortungsanlage erkennt den Gegner auf über 100 Kilometer Entfernung.

    Optimiert wird beim Upgrade auch die Bewaffnung. Die Su-30SM1 kann Lenkbomben KAB-250 aufnehmen – und Luft-Boden-Raketen Ch-59MK2. Aus einer Antischiffsrakete weiterentwickelt, kann dieser Flugkörper auch schwersichtbare stationäre Bodenziele bekämpfen. Sind die Zielkoordinaten vorher aufgeklärt worden, kann die Rakete im Fire-and-Forget-Modus eingesetzt werden: Abfeuern, den Rest erledigt der Flugkörper automatisch.

    Die Lenkbombe KAB-250 ist als Gegenstück zur amerikanischen SDB – „Small Diameter Bomb“ – von Russland entwickelt worden. Damit rüsten die Amerikaner ihre F-22- und F-35-Kampfjets aus. Die russische Lenkbombe ist modular aufgebaut, kann also mit verschiedener Spreng- und Zielführungstechnik bestückt werden. Mit lasergesteuertem Kampfsatz zum Beispiel kann die Präzisionsbombe gegen strategisch wichtige Ziele eingesetzt werden.

    Bis Ende nächsten Jahres sollen die ersten Exemplare der Su-30SM1 an die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte ausgeliefert werden. Die ersten zwei Maschinen kommen sogleich in den „Lehrbetrieb“: damit werden russische Kampfpiloten für den künftigen Einsatz mit der Su-30SM1 geschult.

    Für 2021 ist die Massenauslieferung des modernisierten Kampfflugzeugs geplant. In dem Jahr soll ein Geschwader mit der neuen Technik ausgestattet werden. Nach und nach werden alle gegenwärtig bei der russischen Luftwaffe eingesetzten Su-30SM auf den höheren Standard gebracht.

    Die Su-30SM ist die bisher neueste Version der berühmten Kampfjet-Familie – die Generation 4++. Der Pilot dieser Maschine kann die Ziele dank aufwendiger Bordelektronik aus allen Fluglagen heraus bekämpfen. Es ist möglich, zeitgleich gegen ein Luft- und ein Bodenziel vorzugehen. Dafür setzt die Su-30SM alle modernen Waffenmuster der russischen Luftwaffe ein. Der Einsatzradius der Maschine beträgt rund 3.000 Kilometer – ohne Luftbetankung und Zusatztanks.

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    Tags:
    USA, Russland, Syrien, Kampfjet, Su-30, F-35, F-22, Su-35