06:32 10 Dezember 2019
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    Tupolew PAK-DA: Russischer Stealth-Bomber der sechsten Generation von US-Fachportal ausgewertet

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    Der russische Kampfjet Su-57 ist in den USA ein Dauerthema – auch weil er ständig in den Direktvergleich zum F-35 gezogen wird. Doch nun lenkt das US-Fachportal „National Interest“ die Aufmerksamkeit auf ein anderes russisches Projekt, das strategisch noch viel entscheidender sein könnte – den Stealth-Bomber der sechsten Generation PAK-DA.

    Wie das Portal berichtet, war zuletzt der Su-57 viel Aufmerksamkeit geschenkt worden. Nicht zuletzt, weil sie in einer deutlich größeren Stückzahl, als bisher in den USA vermutet, in die Serie gehen soll.

    Die Su-57 wird als direkter Konkurrent der amerikanischen F-35 und der F-22 gesehen.

    Doch laut dem Portal sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass das russische Verteidigungsministerium seine Augen nun auf die Entwicklung eines strategischen Stealth-Bombers der sechsten Generation gerichtet hat.

    Wie das Portal den Chef des Tupolew-Konstruktionsbüros Andrej Konjuchow zitiert, gebe es umfangreiche Pläne, die sowohl die bereits existierenden Modelle als auch zukünftige Projekte betreffen würden.

    „Es gibt sehr große Pläne zur Erprobung und Entwicklung der massiv aufgerüsteten Flugzeuge Tu-22M3M, Tu-160 und Tu-95MS sowie (Pläne für) umfangreiche Forschungsarbeiten am perspektivischen Flugkomplex der strategischen Fernfliegerkräfte (russisch kurz PAK DA)“, so Konjuchow wörtlich.

    Wie das „NI“ berichtet, gebe es wohl bereits erste Tests mit der PAK-DA in Schukowski. Die Geschwindigkeit, mit der russische Ingenieure am Projekt arbeiten würden, zeige auch wie wichtig das Vorhaben für das russische Militär sein könnte.

    So habe Moskau geplant, bereits in den Jahren 2021-2022 den ersten Prototypen zu haben. Der Jungfernflug sei für den Zeitraum 2025-2026 geplant. Die Serienlieferung beginne im Zeitraum 2028-2029. Für solch ein kompliziertes Projekt sei diese Zeitspanne sehr gering.

    Zugleich zeigt sich das Fachportal sehr skeptisch, ob diese Zeitvorgaben einzuhalten sind.

    Auch die Projekte des russischen Raketenabwehrsystems S-500 und der Kampfjets der fünften Generation Su-57 seien „Flaggschiffe“ und „Vorzeigeprojekte für militärische Hardware“ gewesen. Dennoch hätten auch diese an überhöhten Zeiterwartungen und Verzögerungen gelitten.

    „Dieses Phänomen (der Verzögerungen) gibt es aber nicht nur bei der russischen Rüstungsindustrie“, relativiert sich das Fachportal selbst.

    Ein neues Konzept in Flugzeugbau

    Wie dem auch sei, die PAK DA werde wohl für die russische Luftwaffe ein neues Zeitalter einläuten.

    „Während die derzeitige russische Flotte schwerer, strategischer, atomwaffenfähiger Bomber ausschließlich aus Jets und Entwicklungen aus der Sowjetzeit besteht, wird die PAK-DA auf einem komplett neuen Design basieren – wie der leitende Ingenieur Igor Schewtschuk es ausdrückte – ‚ein fundamental neuer Jet, der auf neuen konzeptionellen Lösungen basiert‘“, schreibt das Portal.

    Selbstverständlich werde dieses Konzept solche Features beinhalten wie Tarnkappenfähigkeit, verbesserte Flugeigenschaften und erweiterte Kampffähigkeiten.

    Vieles bleibt allerdings bislang geheim.

    Video zum zukünftigen PAK-DA-Bomber:

    „Über die konkreten Spezifikationen von PAK-DA ist derzeit wenig bekannt.“

    Den Kommentaren des russischen Verteidigungsministeriums könne man aber zumindest entnehmen, dass eine mögliche Reichweite von 12.000 Kilometern, eine Nutzlast von bis zu 30 Tonnen und Unterschallfluggeschwindigkeit veranschlagt werden.

    Gerade das Letztere sei wichtig, denn es zeige, dass russische Konstrukteure im Falle des strategischen Bombers auf seine Unsichtbarkeit setzen wollen und nicht auf reine Geschwindigkeit:

    „Es ist unmöglich, einen Raketenbomber zu bauen, der unsichtbar für Radare und zugleich überschall-schnell ist. Aus diesem Grund wird der Fokus auf Stealth-Fähigkeiten gelegt“, zitiert das Portal hierzu Wiktor Bondarew, den ehemaligen Chef der russischen Luft- und Weltraumkräfte.

    Ein besonderer Fokus werde hierbei auf die Raketen gelegt, die die PAK-DA tragen werde.

    Diese KI-basierten Lenkflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 7000 Kilometern sollen die aktuelle Luft- und Radarsituation analysieren und abhängig davon ihre Richtung, Höhe und Geschwindigkeit eigenständig ändern können – ein Alptraum für jede Raketenabwehr.

    Rolle der PAK-DA in der Strategie Russlands

    Wichtig bleibe es aber auch, zu verstehen, schreibt das „NI“, welche Rolle der Stealth-Bomber in der Luftwaffe einnehmen werde. Die PAK-DA werde zwar oft als Ersatz für die Tu-160 und Tu-22M3 „gebrandmarkt“, werde aber „wahrscheinlich nicht in ausreichenden Mengen in Serie hergestellt, um das Rückgrat der strategischen Bombermacht Russlands zu werden“.

    Es werde also vermutlich dabei bleiben, dass die Tu-160 und Tu-22 in ihren stark modifizierten Versionen in absehbarer Zeit weiter in Dienst bleiben werden.

    „Stattdessen scheint die PAK-DA dafür konstruiert zu werden, eine hochintensive, tiefgreifende Nische im Bereich nuklearer Konflikte gegen die weltweit führenden Luftverteidigungssysteme zu füllen“, so das Portal abschließend.

    Russischer Experte kommentiert

    Der russische Militärexperte Viktor Baranez nannte die äußerst positive Analyse des US-Portals in einem Gespräch mit Sputnik derweil „wenig überraschend”.

    Es sei auch eine Strategie, um für die amerikanische Rüstungsindustrie finanzielle Mittel klarzumachen.

    Die „NI” verfasse solche „Loblieder” auf russische Waffensysteme auch mit dem Ziel, dass Washington große Gelder für seine Rüstungsindustrie freigebe, so Baranez.

    Die Entwicklung des Jets laufe ja schon seit zehn Jahren. In anderthalb oder zwei Jahren werde der Flieger seinen ersten Flug absolvieren.

    ng/mt

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