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07:13 12 November 2019
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    Vorbereitungen auf den Start eines Raumflugzeuges X-37B (Archivbild)

    Space-Jet X-37B: Was hat Amerika mit der Weltraumdrohne vor?

    © Foto: U.S. Air Force / Senior Airman Timothy Kirchner
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    Das Raumflugzeug X-37B wird Amerikas potenzielle Gegner irremachen, prahlte das US-Militär letzten Monat. Das Fachportal „Armystandard“ hat sich die verfügbaren Infos zur geheimen Drohne angeschaut – und stellt fest: Ein aufregendes Gefährt ist die X-37B allemal, nur ist unklar, was die USAF damit will.

    Die geheime Weltraumdrohne X-37B ist so agil und wendig, dass Amerikas Gegner irrewerden müssten. Auf diese Weise pries die ehemalige Ministerin der US-Luftwaffe, Heather Wilson, das Raumvehikel auf einer Sicherheitskonferenz im Juli. Der Punkt ist demnach, dass die X-37B ein abruptes Wendemanöver fliegen könne, wenn sie sich im erdnahen Orbit befinde. „Das heißt, unsere Gegner wissen nie, wo das Raumschiff wiederauftaucht“, so Wilson.

    Diese verklausulierte Erklärung der Ex-Ministerin zeitigte Folgen: Es wird noch mehr über den Verwendungszweck und die Einsatzfähigkeiten der Weltraumdrohne spekuliert. Wilsons Erklärung schaffe mehr Unklarheit darüber, „was die Mission der X-37B ist“, sagte der renommierte Weltraumexperte Brian Weeden. „Es kann international zu großen Befürchtungen kommen, es handele sich um eine Waffenplattform.“

    Damit spricht der Experte aus, was viele Verschwörungstheoretiker immer schon gewusst haben. Nämlich: Die X-37B sei ganz sicher ein Waffensystem – ein „Inspektor“, der die Satelliten der Gegner im Weltraum ansteuern und ausschalten könne, durch „kinetische Einwirkung“.

    Tatsächlich bleibt es größtenteils geheim, wie und wozu die US Air Force das Raumfahrzeug gegenwärtig einsetzt. Formel heißt es, damit würden wiederverwendbare Weltraumtechnologien erprobt und Versuche durchgeführt, deren Ergebnisse auf der Erde ausgewertet würden. Derzeit wird mit der X-37B nach offiziellen Angaben eine „experimentelle Elektronik“ erprobt und das „Schwingungsverhalten von Wärmerohren“ im Weltraum untersucht.

    Die Ex-Ministerin Heather Wilson hat nun mit ihrem Vortrag auf der Sicherheitskonferenz eine weitere Eigenschaft der X-37B offengelegt. Das Vehikel bewegt sich demnach auf einer „eierförmigen Laufbahn“ und ist es nah genug an der Erdatmosphäre angekommen, kann es deren Widerstand nutzen, um ein abruptes Wendemanöver zu fliegen.

    „Es stimmt, dass die X-37B in niedrigerer Höhe fliegt als nahezu jeder andere Satellit. Niedrig genug, damit der Widerstand der Erdatmosphäre relevant ist“, erklärt der Weltraumexperte Weeden. „Es ist glaubwürdig, angesichts der Form des Flugzeugs, dass der Widerstand der Atmosphäre für die Änderung der Flugbahn genutzt werden könnte.“

    An dieser Stelle sei daran erinnert, dass bei bisherigen Testflügen der X-37B die Erprobung eines Ionenantriebs eine Rolle spielt. Dies ist ein Triebwerk, das den Rückstoß eines Ionenstrahls zur Fortbewegung nutzt.

    Wie dem auch sei: Die meisten Experten sind sich einig darin, dass mit der X-37B neue Technologien für einen Weltraum-Abfangjäger getestet werden. Diese Erklärung passt jedenfalls gut zur „Nationalen Weltraumdoktrin“, die die Vereinigten Staaten 2006 veröffentlich haben. Darin ist ausdrücklich davon die Rede, dass die USA ihren Geltungsbereich auch auf den Weltraum ausweiten. Eine solche Hoheit muss erkämpft werden.

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    Tags:
    Weltraumtruppen, USA, Boeing, US-Weltraumdrohne X-37, Raumflugzeug X-37B, X-37