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05:51 22 September 2019
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    Kampfflugzeug MiG-31 (Archiv)

    MiG-31BM im Luftkampf: 20 Tonnen Hightech-Stahl schützen den Pazifikraum

    © Sputnik / Witalij Ankow
    Technik
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    Kampfjets steigen steil auf über 20.000 Meter Höhe, in die Stratosphäre – der Horizont krümmt sich: Bilder fast wie aus dem Weltraum. Das russische Verteidigungsministerium zeigt den Trainingsflug zweier Abfangjäger MiG-31BM aus Cockpit-Perspektive. Experten werten die Luftkampfübung als starkes Zeichen für die Sicherheit von Russlands Osten.

    Die Marineflieger der russischen Pazifikflotte haben den Luftkampf trainiert: Zwei Abfangjäger MiG-31BM bekämpften gemäß Übungslage einen Aggressor, der in den russischen Luftraum eingedrungen war. Das Training fand in Russlands Osten in über 20.000 Metern Höhe statt, bei über zweieinhalbfacher Schallgeschwindigkeit (rund 2.500 km/h).

    Der TV-Sender „Swesda“ hat ein Cockpit-Video vom Übungsflug veröffentlicht. Die Pressestelle des russischen Militärbezirks Ost erklärte, die modernisierten Abfangjäger MiG-31BM seien erstmalig im Luftkampfeinsatz in Dienstgipfelhöhe geflogen. Eine andere MiG habe den Aggressor imitiert. Der Eindringling sei ohne die Unterstützung der landbasierten Flugabwehr abgefangen worden.

    Besonders wichtig an der Luftkampfübung sei, dass sie an der russischen Pazifikküste stattgefunden habe, sagt Militärexperte Sergej Prostakow: „Der Ferne Osten wird für Russland zunehmend bedeutsam, als Tor zu einer sich rasant entwickelnden Region und als wichtigster Standort an der Nordostpassage. Zugleich ist der Pazifikraum eine sehr konfliktgeladene Region, was Russlands Führung nicht vernachlässigen darf. Das strategische Gleichgewicht muss erhalten werden. Selbst wenn Russland an Konflikten direkt nicht beteiligt ist, müssen Randbedrohungen einkalkuliert werden.“

    Eine Voraussetzung dafür ist laut dem Experten eine effektive und schlagkräftige Pazifikflotte, die jeder Herausforderung in einer Region begegnen kann, „in der viele Länder über Massenvernichtungswaffen verfügen“ und „in der es wegen geopolitischer Streitigkeiten einige potenzielle Konfliktherde gibt“.

    Die MiG-31BM sei geradezu ein Symbol dafür, so der Experte, „dass die russischen Streitkräfte unter der Führung von Verteidigungsminister Sergej Schoigu mit Material versorgt werden, das dem Bedrohungsprofil des Landes gerecht wird“. Es sei gut und richtig, dass die MiG-31 modernisiert worden ist.

    Der neue Abfangjäger ist in extremen Höhen universell einsetzbar. „Das Flugzeug besteht hauptsächlich aus hitzebeständigem Stahl, die Zelle hält höchsten Temperaturen stand. Außerdem kann der Kampfjet sehr viele Waffen aufnehmen, ganze neun Tonnen: Luft-Luft- und Luft-Bodenraketen, Flugkörper zur Schiffs- und zur Raketenabwehr“, erklärt Militärexperte Wiktor Baranez, Oberst a.D.

    Als Abfangjäger wird die MiG-31BM auch mit sehr schwierigen Zielen fertig: „Die Amerikaner sind bekanntlich stolz auf ihre ‚Tomahawks‘. Die können nach dem Start in Niedrigsthöhen von zwei bis fünf Metern über dem Wasser ins Ziel fliegen. Für Abwehrsysteme ist das ein großes Problem. Aber die MiG-31BM kann solche Ziele mit ihrem Radar ohne weiteres erfassen und zerstören“, so der Experte Baranez.

    Gefährlich ist die modernisierte MiG auch für die Flugzeugträger der US Navy. Die kann der russische Abfangjäger mit Hyperschallwaffen zerstören: „Waffensysteme, die mit 6 Mach ins Ziel fliegen und praktisch nicht abzufangen sind.“

    Die russischen Welt- und Luftstreitkräfte werden seit Anfang dieses Jahres mit den modernisieren MiG-31BM ausgerüstet. „Das Flugzeug ist ein durch und durch russisches Erzeugnis, jede einzige Schraube wird in Russland gefertigt. Ich nehme an, die russische Luftwaffe wird in ein bis zwei Jahren über 60 Maschinen verfügen“, sagt Militärexperte Baranez.

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    Tags:
    Russland, MiG-31BM, Kampfflugzeug