12:33 12 Dezember 2019
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    Zwei chinesische Kampfjets vom Typ J-20 bei der China International Aviation and Aerospace Exhibition

    Chinas F-35-Alternative für Flugzeugträger: J-20 macht das Rennen

    © AP Photo / Kin Cheung
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    Bereits seit längerer Zeit entwickelt China einen eigenen Stealth-Kampfjet, der von Flugzeugträgern landen und starten soll. Gleich zwei Flugzeugbauer kämpfen darum, die chinesische F-35-Alternative bereitstellen zu dürfen. Nun steht wohl der Gewinner fest – es ist die J-20.

    Wie das Fachportal „National Interest“ (NI) berichtet, kämpften die beiden Flugzeugbauer Chengdu Aerospace Corporation mit ihrem Jet J-20 und die Shenyang Aircraft Corporation mit ihrem Modell FC-31 darum, die Kampfjets für die zukünftigen chinesischen Flugzeugträger liefern zu dürfen.

    Wie die „South China Morning Post“ nun berichtet, hat dieser Wettbewerb einen Sieger – die J-20.

    Demnach habe sich die chinesische staatliche Rüstungskommission für diesen Kampfjet entschieden.

    Sollte dies zutreffen, würde dies eine lange Debatte darüber beenden, ob J-20 oder FC-31 demnächst von chinesischen Flugzeugträgern starten sollen.

    J-20 vs FC-31

    Laut „NI“ ist die J-20 ein größeres und solideres Flugzeug, während die FC-31 kleiner, leichter und wendiger sei. Die Chinesen hätten sich also im Prinzip für den schwereren und vermutlich teureren Kampfjet entschieden, aber mit einer größeren Reichweite und Nutzlast als der Konkurrent.

    Die Shenyang Aircraft Corporation hatte zuvor Chinas aktuellen Flugzeugträgerjet – die J-15 – hergestellt. Der Dienst dieses Kampfjets wurde allerdings immer wieder von Abstürzen überschattet. Möglicherweise entschied sich die staatliche Rüstungskommission deshalb für den anderen Flugzeugbauer.

    Im direkten Vergleich ließe sich dabei eine Parallele zu den amerikanischen F-22 und F-35 ziehen, behauptet das Portal.

    J-20 „wird häufig mit F-22 verglichen. FC-31 ähnelt F-35“, so das Portal.

    Generell ließe sich die gesamte Situation im chinesischen Flugzeugbau durchaus mit der Situation in den USA vergleichen. In beiden Ländern gibt es zwei große Konzerne, die sich um staatliche Rüstungsverträge streiten und mit verschiedenen Modellen konkurrieren.

    Zudem würden sich die Debatten auch in ihren Argumenten sehr ähneln.

    „Der Wettbewerb zwischen J-20 und FC-31 ähnelt den Debatten des US-Militärs über schwere und leichte Kampfjets wie F-15 gegen F-16 oder F-22 gegen F-35.“

    Am Ende kam in den USA die Situation zustande, dass F-35 zwar das Rückgrat der US Air Force stellen sollen, die immens teuren F-22 dagegen nur in einer relativ geringen Anzahl gekauft werden, aber dafür als Luftüberlegenheitskämpfer die US-Dominanz in der Luft sichern sollen.

    Es wartet noch viel Arbeit

    Zugleich gibt das US-Portal zu: „Die F-35 ist noch in Arbeit. Zahlreiche Mängel wurden gemeldet.“

    Auch Chinas J-20 müsse noch weiterentwickelt werden, bevor sie auf zukünftigen Flugzeugträgern des Landes starten könnte.

    „Das Hauptproblem der J-20 ist nicht das Gewicht, sondern die Länge“, zitiert hierzu die „South China Morning Post“ ihrerseits eine eigene Militärquelle.

    „Wenn es ein Kampfflugzeug für Flugzeugträger sein soll, muss es kürzer gemacht werden.“

    Zudem bleibe die chinesische Abhängigkeit von russischen Triebwerken bestehen. Die J-20 würde immer noch mit russischen Düsen fliegen. Eigene Triebwerkentwicklungen hätten immer noch nicht die notwendige Qualität und Zuverlässigkeit erreicht.

    Die Alternative jedenfalls, auf beide Jets zu setzen, also sowohl J-20 als auch FC-31, dürfte für die Volksrepublik aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommen.

    Gerade angesichts des drohenden Wirtschaftskrieges mit den USA werde Peking höchstwahrscheinlich nur auf ein Modell setzen, um Kosten zu sparen.

    SB/ng

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    Flugzeugträger, USA, China, Russland, J-15, Mehrzweckkampfflugzeug J-15, Su-35, Su-34, Su-57, F-15, F-22, F-18, F-35, F-16, J-10, J-20, FC-31