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05:39 15 Oktober 2019
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    Jagdbomber Su-25SM3 (Archiv)

    Kampfwertplus: Kleinbomber Su-25 wird gründlich hochtechnisiert

    © Sputnik / Witalij Timkiw
    Technik
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    Wenn es gerade in unübersichtlichen Lagen ernst wird, zieht der kleine Jagdbomber Suchoi Su-25 seinen Auftrag durch. Die russische Armee will auf den bewährten Kampfjet nicht verzichten. Gegenwärtig wird das Kampfflugzeug hochgerüstet, auf den Standard Su-25SM3. Das Portal „Topwar“ zeigt, was an der Upgrade-Version neu ist.

    Das russische Verteidigungsministerium hat jüngst gemeldet: Bei 25 Flugeinsätzen in Südrussland haben Jagdbomber des Typs Su-25SM3 den Konvoi eines simulierten Gegners beschossen. Verletzt wurde niemand: Die Mission war eine Übung des russischen Militärbezirks Süd.

    Einige Su-25SM3 dienen schon bei der russischen Luftwaffe. Aber die robuste Maschine trainiert nicht nur, sie kämpft sogar dort, wo es wirklich brenzlig ist. Letztes Jahr sind mehrere Su-25SM3 auf dem Stützpunkt Hmeimim gesehen worden, von wo aus russische Kampfpiloten gefährliche Einsätze gegen Terroristen fliegen.

    Rund 20 Exemplare der modernisierten Su-25SM3 haben die Jagdbombergeschwader des Militärbezirks Süd bisher erhalten. Weitere 10 Maschinen sollen in allernächster Zeit hinzukommen. Das russische Verteidigungsministerium hatte 2015 eine Flugzeugwerft im Moskauer Umland mit der Modernisierung der kleinen Suchoi-Kampfjets beauftragt. Nach Plänen des Ministeriums soll die Modernisierung in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Insgesamt stehen rund 200 Su-25 aller Versionen im Dienst der russischen Weltraum- und Luftstreitkräfte.

    Ein Umbau der Zelle, der Tragflächen oder Triebwerke ist bei der Modernisierung nicht vorgesehen. Nur, wo es der Einbau neuer Bordsysteme erfordert, gehen die Techniker an die Konstruktion des Kampfjets. Ansonsten behält der Kleinbomber seine markante Form und seine Flugeigenschaften.

    Dass ein Upgrade auf den SM3-Standard nötig geworden ist, liegt an den Eigenschaften der frühen Su-25, die im echten Einsatz zunehmend zum Problem wurden. Der robuste Jagdbomber war nämlich von Anfang an auf Einfachheit getrimmt: Seine Kommunikations-, Navigations- und Zielsysteme sind so simpel wie möglich gehalten. Seinerzeit war das gut genug, aber heute reicht das nicht, um Kampfaufträge effizient bewältigen zu können.

    Entsprechend werden die Bordgeräte der Su-25 optimiert, vor allem durch satellitengestützte Kommunikation und Navigation. Die Su-25SM3 hat weiterhin kein Radar, erhält aber zum Ausgleich ein besseres optronisches System: das „SOLT-25“, ein allwetterfähiges Zielsuchgerät, montiert statt des Radars in der Bugspitze. Es ermittelt automatisch den Standort eines Zielobjekts und setzt darauf die Waffen an.

    Eine wichtige Neuerung ist das Ziel- und Navigationsgerät SWP-24-25 „Gefest“. Das Gerät sammelt und verarbeitet Informationen von unterschiedlichen Sensoren, um Daten für den Einsatz ungelenkter Waffen bereitzustellen. Nach Herstellerangaben können freifallende Fliegerbomben anhand dieses Geräts fast mit der Präzision von Lenkbomben ins Ziel gebracht werden. Die russische Luftwaffe hat das Zielgerät bereits unter echten Kampfbedingungen erprobt.

    Kampfwertgesteigerte Bordelektronik ermöglicht es der Su-25SM3 neue Waffentypen einzusetzen. Vor allem wichtig: Der modernisierte Kleinbomber ist nun mit Lenkraketen und Lenkbomben kompatibel. Die Möglichkeit Luft-Luft-Raketen zum Selbstschutz einzusetzen, bleibt erhalten.

    Apropos Selbstschutz: Das bordeigene Abwehrsystem der Su-25SM3 – „Witebsk-25“ – schafft es, gegnerische Fla-Systeme abzulenken und auszutricksen. Die Sensoren des Abwehrsystems erkennen Radarstrahlung, die gegen den Kampfjet gerichtet ist, wonach die Anlage Täuschkörper (gegen Wärmesuchköpfe) oder aktive Störsignale (gegen Radarsuchköpfe) freisetzt.

    Wie die weiteren Modernisierungspläne des russischen Verteidigungsministeriums genau aussehen, ist nicht bekannt. Medien berichteten allerdings, das Upgrade könnte alle bei der russischen Luftwaffe im Dienst stehenden Su-25 betreffen. Ein Vorhaben von diesem Ausmaß (sollte es denn stimmen) ist sicherlich erst im nächsten Rüstungsprogramm der russischen Regierung mit einer Laufzeit bis 2027 umsetzbar. 

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    Tags:
    Kampfflugzeug, Modernisierung, Su-25SM3, Russland