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21:30 20 Oktober 2019
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    A-40 „Albatros“ (Archiv)

    „Albatros“ A-40 auf Patrouille: Was will Russlands Flotte mit dem weltgrößten Flugboot?

    CC BY-SA 3.0 / Yevgeny Pashnin / Wikimedia Commons
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    Die Sowjetunion hatte einst große Pläne für die A-40 „Albatros“: Lagebilder auf hoher See erstellen, U-Boote jagen oder schnell zur Stelle zu sein, wenn Menschen in Seenot geraten. Aber das weltgrößte Amphibienflugzeug blieb nur ein Prototyp. Russlands Militärführung will das Projekt jetzt reanimieren. Das Portal „Topwar“ berichtet.

    Dass das russische Verteidigungsministerium eine Neuauflage der A-40 „Albatros“ plant, wurde in den russischen Medien dann und wann berichtet – ohne Konkretes. Doch schrieb am 3. September 2019 die Zeitung „Iswestija“ mit Verweis auf interne Quellen in der russischen Militärführung und Luftfahrtindustrie, es sei nun beschlossen, die Entwicklung der A-40 fortzuführen, um anschließend die Produktion des Amphibienflugzeug aufzunehmen, dann wahrscheinlich als A-42 bezeichnet. Das Militär erarbeite die technischen Anforderungen an die Maschine und plane, vorerst drei Exemplare zu beschaffen.

    Die A-40 „Albatros“ (vom Konstruktionsbüro „Berijew“ entwickelt und deshalb auch als Be-42 bekannt) war von Anfang an als ein mehrzweckfähiges Amphibienflugzeug ausgelegt. Und was liegt einem Flugboot näher als U-Boot-Jagd, Fernpatrouillen und Menschenrettung auf See?

    Für die Neuauflage muss der derzeit existierende Prototyp kräftig überarbeitet werden. Neugemacht wird dem Bericht zufolge sogar der Antrieb: Die beiden Strahltriebwerke D-30 der gegenwärtigen A-40 sollen durch zwei Propellerturbinen D-27 ersetzt werden. Als Vorteil verspricht man sich einen geringeren Kraftstoffverbrauch und folglich eine höhere Reichweite von über 9.000 km. Die schon beim Prototyp vorgesehene Fähigkeit zur Luftbetankung soll beibehalten werden.

    Auch das weiterentwickelte Amphibienflugzeug soll kein Spezialist, sondern ein Generalist werden – würde also alle wichtigen Missionen erledigen, die auf hoher See anfallen: Patrouille, Aufklärung, U-Boot-Bekämpfung, Such- und Rettungseinsätze. Entsprechend muss die Bordelektronik angepasst werden.

    Die ursprüngliche Version A-40 ist auf eine Nutzlast von 6,5 Tonnen ausgelegt – genug, um Sonarbojen, Torpedos und Flugkörper tragen zu können. Die weiterentwickelte „Albatros“ wird höchstwahrscheinlich ähnliche Werte aufweisen. Damit könnte das Amphibienflugzeug eine Nische zwischen den derzeit von Russland eingesetzten Seefernaufklärern Il-38 und Tu-142 einnehmen. Zudem wäre die neue „Albatros“ ein Flugzeug mit hohem Upgrade-Potenzial, könnte also in Zukunft für neue Aufgaben aufgerüstet werden.

    Das größte Plus der A-42 ist die Fähigkeit, auf dem Wasser aufzusetzen. Bei Rettungseinsätzen können so Menschen vom Wasser direkt an Bord genommen werden. Ein Suchradar und ein Notsignalempfänger ermöglichen die Suche nach Vermissten. Durch zwei große Bordwände im Rumpf werden Rettungsboote zu Wasser gelassen und wieder aufgenommen. Bis zu 50 Gerettete finden Platz im Inneren der A-42. Bei der ursprünglichen Version war sogar eine OP-Sektion vorgesehen.

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    Tags:
    Amphibienflugzeug, Entwicklung, A-40 Albatros, Russland