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04:34 23 September 2019
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    Chinesischer Stealth-Kampfflugzeug J-20 (Archiv)

    Stealth-Kampfjet J-20: China will „maritime” Version entwickeln

    © Foto: Sunson Guo
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    Der Stealth-Kampfjet J-20 soll die Zukunft der chinesischen Luftwaffe werden – er soll nicht nur der amerikanischen F-35 oder der russischen Su-57 ebenbürtig sein, sondern für Peking auch die regionale Lufthoheit in Südostasien garantieren. Zugleich werden immer wieder Zweifel laut, ob es das Modell wirklich bis zur Massenproduktion schafft.

    Als die „South China Morning Post“ letzte Woche berichtete, dass die chinesische Volksbefreiungsarmee den J-20-Stealth-Jet zu ihrem primären Kampfflugzeug machen wolle, führte das zu intensiven Debatten unter Experten, ob die J-20 dafür überhaupt „reif“ genug wäre.

    Die Entscheidung von Peking, das Modell dem anderen chinesischen Jet – der FC-31 – vorzuziehen, basiert Berichten zufolge auch auf Sorgen vor einem wirtschaftlichen Abschwung. Die J-20 wäre einfach wirtschaftlicher und kostengünstiger.

    Zugleich gäbe es auch an der J-20 noch viel Arbeit, insbesondere wenn sie auch von Flugzeugträgern starten solle. Der Jet ist relativ groß und schwer und müsste an kurze Landebahnen von Flugzeugträgern angepasst werden.

    Einige Experten zweifeln, ob dies ohne weiteres möglich sei.

    Zugleich hebt etwa das US-Portal „The Diplomat“ hervor, dass die J-20 zwar recht groß für einen Flugzeugträger sei, aber „sicherlich nicht der größte (Jet), der jemals (von Flugzeugträgern) geflogen ist.“

    So sei etwa die A-5 Vigilante, die in den 1960er Jahren in den USA eingesetzt wurde, sogar noch länger, dafür allerdings etwas leichter gewesen. Die Größe des Jets wäre also möglicherweise nicht das Problem, das Gewicht aber vermutlich schon.

    Wie schnell die Entwicklung einer Flugzeugträger-Variante der J-20 gehen soll, ist dabei komplett unklar. Ein konkreter Zeitplan wurde bislang noch nicht vorgestellt.

    An sich sei die Idee, einen ursprünglich landbasierten Jet für Flugdecks zu modifizieren, nicht neu, dennoch könne das Umrüsten des Flugzeugs auf einen Marineeinsatz einige Zeit in Anspruch nehmen, so das Portal in diese Zusammenhang weiter.

    Diese Erfahrung hätte beispielsweise Russland gemacht, als es einen MiG-29-Jet zu einer Flugzeugträger-Variante umrüstete.

    Auch die USA hätten einst mit der Idee gespielt, eine „maritime Variante“ der F-15 zu entwickeln, bevor sie sich für die F-14 und schließlich die F/A-18 entschieden hätten.

    Chinas Strategie ist klar – aber auch umsetzbar?

    Was Peking mit einer Flugzeugträgerversion der J-20 will, ist relativ eindeutig. China könnte dadurch seine erhoffte Luftdominanz in Südostasien nicht nur über Land erringen, sondern auch weit in den Pazifik „schieben“. In Anbetracht der Tatsache, dass gleich eine ganze Reihe an Inseln vor Südostasien von mehreren Staaten umstritten werden sowie auch die USA ihre Präsenz im West-Pazifik ausbauen wollen, wären J-20 tragende Flugzeugträgerverbände von immenser Wichtigkeit in der chinesischen Militärdoktrin.

    Es ist daher davon auszugehen, dass China an seinem Plan, diesen Jet für die See zu modifizieren, sicherlich weiter festhalten wird.

    Diese müssten allerdings von neuen chinesischen Flugzeugträgern starten, die ebenfalls im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium sind.

    Ob die Volksrepublik die gleichzeitige Entwicklung und Produktion von neusten Flugzeugträgern und der modifizierten J-20 allerdings auch stemmen kann, bleibt abzuwarten. Angesichts des Handelskrieges zwischen den USA und China haben sich die wirtschaftlichen Prognosen für Peking längst getrübt.

    ng/mt

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    Tags:
    Serienproduktion, USA, China, Mehrzweckkampfflugzeug J-15, J-15, J-20, Chehgdu J-20, Kampfjet J-20 Chengdu, F-35, F-22, F-18, F-16, Jagdflugzeug Su-57, Su-57