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    Der Panzerwagen Taifun-WDW bei der Rüstungsmesse Army-2019

    Multitalent für Luftlandung: Das kann Russlands neuer Panzerwagen Taifun-WDW

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    Schnell, gepanzert und bewaffnet – der neue Panzerwagen Taifun-WDW - eine Spezialanfertigung für die russischen Luftlandetruppen - soll bis Jahresende die staatlichen Tests durchlaufen.

    Dieses Fahrzeug soll die Mobilität und den Schutz der Einheiten der „geflügelten Infanterie“ erhöhen und als Basisplattform nach dem Baukastenprinzip dienen. Was das neue Militärfahrzeug so alles kann – das erfahren Sie in diesem Artikel.

    Panzerung

    Den Beginn der Versuchs- und Konstruktionsarbeiten an dem Panzerwagen hatte der Kommandeur der Luftlandetruppen, Generaloberst Wladimir Schamanow, im Dezember 2015 angekündigt. Es handelte sich um ein so genanntes 4x4-Luftlandefahrzeug für sechs bis acht Insassen mit einem Gesamtgewicht von rund 11 Tonnen.

    Mit der Entwicklung befasste sich das „Werk für Spezialfahrzeuge“, das unter anderem für die Produktion der Kampffahrzeuge der Familie „Taifun“ und „Wystrel“ zuständig ist. Ein fertiges Taifun-Fahrzeug wurde bereits 2017 auf der Waffenmesse „Armija“ in Kubinka bei Moskau präsentiert.

    Bei den Entwicklungsarbeiten wurde auf eine Rahmen-Konstruktion zugunsten eines „tragenden Panzerkorbs“ verzichtet, womit das Gewicht der Maschine deutlich verringert werden konnte. Die Panzerung ermöglicht den ballistischen Schutz für die Besatzung entsprechend der Klasse 5. Alle Sitze sind stoßfest, zwischen ihnen können individuelle Waffen untergebracht werden. Nach Angaben der Entwickler kann der Taifun-WDW Explosionen bis zu sechs Kilogramm TNT unter den Rädern und bis zu vier Kilogramm TNT unter dem Boden standhalten.

    Der Panzerwagen Taifun-WDW bei der Rüstungsmesse Army-2019
    © Sputnik / Michail Woskressenskij
    Der Panzerwagen Taifun-WDW bei der Rüstungsmesse Army-2019

    Taifun-WDW ist mit einem 350 PS starken Antrieb des Typs KamAZ-650.10-350, einem automatischen Getriebe und einer unabhängigen steuerbaren Hydro-Luftfederung  ausgestattet. Das Panzerfahrzeug mit einem Vollgewicht von 13,5 t beschleunigt auf der Straße auf  bis zu 100 km/h, überwindet Hügel bis 30 Grad und Furtstellen bis zu einer Tiefe von 1,9 m. Mit einer Tankfüllung kann dieses Panzerfahrzeug bis zu 1200 km zurücklegen. Der größte Vorteil – ihre Einheitlichkeit und Fähigkeit, verschiedene Aufgaben zu erfüllen.

    Taifun-WDW ist ein Basisfahrzeug für die Montage verschiedener Waffensysteme und Beförderung von Fallschirmjägern von Einheiten, die nicht mit den Kampflandungsfahrzeugen BMD und Schützenpanzerwagen BTR-D ausgestattet werden, so der Chefredakteur der Zeitschrift „Arsenal Otetschestwa“, Viktor Murachowski. Es gibt ziemlich viele Einheiten dieser Art in der russischen Armee – Artillerie-, Panzerabwehr-, Granatwerfereinheiten u.a. Zudem kann dieses Fahrzeug als Schlepper für Minenwerfer bzw. Artillerie-Haubitzen D-30 dienen. Das Fahrzeug dient als universelle Plattform. Damit können auch solche Kommunikations- und Steuermittel montiert werden, um das Fahrzeug als Kommando- und Stabsfahrzeug sowie als System für funkelektronische Bekämpfung zu nutzen. Diese Panzerfahrzeuge können auch den Drohnen-Einheiten der Luftlandekräfte behilflich sein.

    Große Auswahl

    Eine der aussichtsreichen Varianten der Kampfausrüstung des Taifun-WDW wurde bei der Rüstungsmesse „Armija 2019“ vorgestellt – der 82-mm-Selbstfahr-Minenwerfer “Drok”, der auf Entfernungen von bis zu sechs km einen gezielten Beschuss ermöglicht und sich perfekt für präzise Überraschungsschläge eignet. Dank des mobilen Fahrwerks kann er sich auf dem Schlachtfeld schnell bewegen und den Gegner aus verschiedenen Richtungen attackieren. Diese Taktik wird von allen sich gegenseitig bekämpfenden Seiten in Syrien genutzt. Das Laden des Minenwerfers und Anvisieren des Zieles mit dem “Drok” erfolgen aus dem Fahrzeug, die Bordanlagen geben maximal automatisierte Zielanweisungen und lenken das Feuer. Der Minenwerfer wird derzeit getestet.

    Der Taifun-WDW verfügt auch über ein standardmäßiges Kampfmodul – BM-30-D, das vom „Zentralen Wissenschafts- und Forschungszentrum Burewestnik“ entwickelt wurde. Es ist mit einer 30-mm Maschinenkanone 2A42 und einem gekoppelten 7,62-mm-Maschinengewehr PKTM ausgerüstet. Es ist für die Suche, Ortung und den Beschuss von Zielen zu jedem Zeitpunkt bestimmt. Ein Kampfsatz besteht aus 300 Geschossen für die 2A42 in zwei Munitionsgürteln und 1200 Patronen in einem Gürtel für das Maschinengewehr PKTM. Das Modul ist vom bemannten Abschnitt isoliert, was die Sicherheit der Besatzung und der Luftlandesoldaten erhöht. Es ist mit einem automatisierten Feuerleitsystem mit kombinierter Zielanweisung mit Televisions- und Infrarot-Kanälen, Laser-Distometer und einem Steuerungs-Panel ausgestattet. Das Kampfmodul BM-30-D ist speziell für den Taifun-WDW entwickelt worden, doch statt dieses Moduls kann fast jedes andere im Inneren installiert werden.

    „Es gibt sehr viele Kampfmodule, die sich potentiell für den Taifun-WDW eignen“, ergänzt Murachowski. „Auch mit Maschinengewehren mit einem normalen Kaliber, Großkaliber, Maschinenkanonen, automatischen Granatwerfern, Panzerabwehrkomplexen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei – so wie das Kommando der Landungstruppen entscheidet. Fast alle sind nach dem Prinzip der nahtlosen Integration für jedes Panzerfahrzeug gefertigt, darunter für den Taifun-WDW. Für ihre Montage ist de facto eine mechanische Ankopplung erforderlich. Die Elektronlagen und der Informationsanschluss sind überall bei allen Objekten der Panzerwaffen und Panzerfahrzeuge standardmäßig. Kein Problem“, so Murachowski.

    Die russischen Luftlandetruppen verfügen über eine große Bandbreite von Luftlande-Technik. Dazu gehören die Familie der Luftlandeschützenpanzer BMD – BMD-1, BMD-2, BMD-3 und die neuesten BMD-4M, die Luftlande-Schützenpanzerwagen BTR-D und BTR-MDM Rakuschka, die 18 Tonnen schweren Selbstfahrkanonen Sprut-SD, die Selbstfahrlafetten Nona-S. Zudem sollen bis 2022 die aussichtsreichen mobilen Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme „Ptizelow“ in den Dienst gestellt werden.

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    Tags:
    Russland, Taifun-M, Panzerwagen, Fahrzeug, Luftlandetruppen