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    Kampfjet nach Maß: Wie das Waffensystem Su-30MKK bei Peking punktete

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    Der Suchoi-Konzern konzipierte den Kampfjet Su-30MKK eigens für chinesische Streitkräfte. Das Waffensystem sollte Chinas Küste und Hoheitsgewässer vor Invasoren schützen, die eine mächtige Trägerflotte haben. Das Portal „Military Watch“ berichtet darüber, wie das „maßgeschneiderte“ Kampfflugzeug die Chinesen überzeugte.

    Als im Westen Eurasiens das Ende des Kalten Krieges gefeiert wurde, nahmen im äußersten Osten des Kontinents Spannungen erst richtig zu. Das Verhältnis von Peking und Washington verschlechterte sich. Die USA erlaubten sich Einmischungen in Chinas innere Angelegenheiten, drohten mit einem Militärschlag gegen Nordkorea und unterstützten das abtrünnige Taiwan.

    1996 erreichten die Spannungen ihren Höhepunkt: Peking fürchtete, Taiwan – Amerikas wichtiger Verbündeter in der Region – würde mit Unterstützung des US-geführten Westens seine Unabhängigkeit erklären. Die USA und die EU erwarteten gar eine chinesische Invasion auf der Insel. Die US Navy schickte gleich zwei Trägerkampfgruppen in die Taiwan-Straße – eine grobe Machtdemonstration.

    Wenige Jahre nach dieser Eskalation erhielt die chinesische Luftwaffe ihre erste Su-30MKK. Die Taiwan-Krise hatte den Verantwortlichen in Peking in aller Deutlichkeit die Schwäche der chinesischen Streitkräfte in Anbetracht der US-Übermacht vor Augen geführt. Die chinesische Führung wandte sich an die Kollegen in Moskau.

    Der russische Suchoi-Konzern hatte seit einigen Jahren den Kampfjet Su-30 im Portfolio, ein echtes Schwergewicht unter den damals verfügbaren Mehrzweckkampfflugzeugen. Vom Erwerb dieser Maschine versprachen sich die Chinesen eine kräftige (und wirtschaftlich effiziente) Verstärkung der Luftkampfkomponente ihrer Marine.

    Chinas damaliger Premierminister Li Peng unterzeichnete 1997 einen 1,8-Mrd-Dollar-Vertrag für den Kauf der russischen Waffenplattform. Die Volksbefreiungsarmee verfügte zwar bereits über große Stückzahlen der russischen Su-27 und ihrer Nachbauten, aber mit der Su-30 beschaffte China ein technisch weiterentwickeltes Flugzeug.

    Mehr noch: Der Suchoi-Konzern konzipierte auf Su-30-Basis ein Waffensystem, das auf die Anforderungen der chinesischen Marineflieger exakt zugeschnitten war. Die Su-30MKK war das fortschrittlichste Kampfflugzeug, das die russische Industrie damals zu bieten hatte, schreibt das Portal. 38 Exemplare bestellte die Volksrepublik zunächst, weitere Bestellungen folgten wenig später.

    Denn laut „Military Watch“ überzeugte die Maschine: Glascockpit, Fly-by-Wire-Steuerung, Head-up-Display, Zielvisier am Helm, rechnergestütztes Einsatzmanagement, Fernkommunikationselektronik und ein GPS- sowie GLONASS-kompatibles Navigationssystem waren nur einige der Features der Su-30MKK.

    Eine zweidimensionale Schubvektorsteuerung machte extreme Wendemanöver möglich. Verbundwerkstoffe und spezielle Aluminiumlegierungen in der Zelle und den Tragflächen verringerten das Gewicht, verstärkten aber die Gesamtkonstruktion des Flugzeugs.

    Der für China entwickelte Kampfjet trägt mehr Waffen als die Grundversion Su-30. Auf maritime Missionen ausgelegt, nutzt die Su-30MKK als Hauptwaffe den Flugkörper Ch-31 – eine in Russland entwickelte Antischiffsrakete. Mit einem 100-kg-schweren Gefechtskopf bestückt, schlägt die Lenkwaffe mit Mach 3 ins Ziel ein.

    Die Rakete ist somit eine ernste Gefahr für die Kampfschiffe der US Navy, schreibt das Portal. Und die Su-30MKK ist die perfekte Plattform für deren Einsatz. Denn neben den genannten technischen Features verfügt der Kampfjet über Zusatztanks und ist luftbetankungsfähig. Das ermöglicht Missionen fernab des chinesischen Festlands.

    Mit der Su-30MKK entwickelte der Suchoi-Konzern einen exklusiven, auf die Anforderungen der chinesischen Streitkräfte exakt angepassten Kampfjet. Bis heute dient die Maschine bei der Marine der Volksrepublik – seit 2013 auch als Shenyang J-16, ein Abkömmling des russischen Kampfjets mit besseren Leistungswerten.

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    Tags:
    Kampfjet, Su-30, Taiwan, USA, China, Russland