07:34 06 Dezember 2019
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    Lynx-Schützenpanzer der australischen Armee (Archivbild)

    Warm-Up vor dem US-Erfolg? Deutscher Schützenpanzer für australische Armee zu erproben

    CC BY-SA 4.0 / Shaun Connors / Wikimedia Commons (resized/cropped)
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    Das Schützenpanzer-Projekt „Lynx“ KF41 des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall könnte bald in Australien seinen ersten großen Erfolg feiern. Der Panzer ist laut dem Konzern bereits für die Erprobungsphase bei den australischen Streitkräften ausgewählt worden.

    Es geht um das Rüstungsvorhaben Land 400 Phase 3, in dessen Rahmen das australische Heer einen modernen Schützenpanzer beschaffen will. Mit dem Vorhaben verbindet sich ein Gesamtauftragsvolumen von rund 15 Milliarden Australischen Dollar (umgerechnet etwa ca. 9,5 Milliarden Euro). Mit der Einladung zur Erprobungsphase habe Rheinmetall im Beschaffungsprogramm des australischen Commonwealth eine wichtige Hürde genommen, geht aus der Sputnik vorliegenden Mitteilung des Konzerns hervor. Im Erfolgsfall werden die Schützenpanzer in Rheinmetalls neuem Military Vehicle Centre of Excellence (Militärfahrzeug-Kompetenzzentrum) bei Brisbane im australischen Bundesstaat Queensland gefertigt.

    Mitte August wurde die Tochterfirma Rheinmetall Defence Australia des deutschen Konzerns von der australischen Regierung als erfolgreicher Anbieter für das Vorhaben Land 400 Phase bekannt gegeben. Daher weitet sich Rheinmetall auf eine australisch-neuseeländische Zentrale und  ein Kompetenzzentrum in Queensland aus.

    Der Geschäftsführer der Rheinmetall Defence Australia, Gary Stewart, hat bereits die Entscheidung des Commonwealth begrüßt. Rheinmetall habe dieses Fahrzeug so entwickelt, dass es bei der vorgesehenen Indienststellung durch die australischen Streitkräfte im Jahr 2026 ideal ausgereift sei. Zudem verfüge es über eine Ausbaufähigkeit, um die Nutzungsphase auf mehr als 40 Jahre zu erweitern, so Stewart.

    In einem weiteren australischen Großvorhaben liefert Rheinmetall – beginnend noch 2019 – 211 Radspähpanzer Boxer an die australische Armee. Das Fahrzeug wurde vom Commonwealth ausgewählt, nachdem es in den Jahren 2016-2017 eine zwölf Monate lange Erprobungsphase erfolgreich durchlaufen hatte.

    Der in erster Linie exportorientierte „Lynx“ KF41 nimmt dabei zugleich an der US-amerikanischen OMPV-Ausschreibung (US Army's Optionally Manned Fighting Vehicle) teil. Rund 42 Milliarden Dollar stehen auf dem Spiel um den größten Rüstungsmarkt der Welt, 3690 Kampffahrzeuge sollen letztendlich produziert werden. Sollte der Panzer die Konkurrenz bewältigen, könnten die deutschen Panzer somit zum ersten Mal den US-Markt erreichen.

    Weltweit war bisher der Panzer Leopard-2 ein „Exportschlager“. Ende 2018 hatte Ungarn einen Vertrag zur Lieferung von 44 neugefertigten Leopard 2 A7 Panzern unterschrieben. In Litauen sind Leopard 2 der Bundeswehr samt den Soldaten ohnehin seit langem im Rotationssystem stationiert. Ein in Deutschland hergestellter „Leo 2“ war 2016 in Syrien der IS-Terrormiliz in die Hände gefallen, den die Dschihadisten einer türkischen Armeeeinheit abnehmen konnten. Seit 2006 war die Türkei einer der wichtigsten Importeure der deutschen Panzer. Im Jahr 2013 waren noch 3.500 Leopard-2-Kampfpanzer nach Angaben des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann bei rund 16 Streitkräften weltweit im Einsatz.

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    Tags:
    Leopard-2-Panzer, Waffenlieferungen, Rheinmetall, USA, Deutschland, Australien, Schützenpanzer