22:07 16 November 2019
SNA Radio
    Rennendes Kind (Symbolbild)

    Konkurrenz zu Smartwatches – Moskauer Schüler erfinden „kluge“ Schuhe

    CC0
    Technik
    Zum Kurzlink
    14573
    Abonnieren

    Schüler des Universitätslyzeums an der Nationalen Universität für Nuklearforschung (MEPhI) in Moskau haben Schuhe entwickelt, die dem Besitzer suggerieren, wohin er gehen muss. Außerdem besitzt der Schuh noch andere Funktionen, berichtet der Pressedienst der Universität.

    Eines der aktuellen Probleme für Bewohner und Besucher von Großstädten ist die Orientierung. Deswegen steigt die Popularität mobiler Navigationsgeräte. Jedoch ist es für die Nutzer manchmal nicht leicht zu verstehen, wohin sie gehen müssen. Außerdem sind sie ständig an den Bildschirm gebunden, um die Route mitzuverfolgen. Dies kann die Aufmerksamkeit der Nutzer von ihrer Umgebung ablenken und erhöht ihr Risiko auf der Straße.

    Schüler des Universitätsgymnasiums an der MEPhI in Moskau haben eine Lösung für dieses Problem gefunden: Sie projektieren smarte Schuhe, die den Weg zum Ziel zeigen. Ihr Arbeitsprinzip ist sehr einfach: Wenn sie nach rechts abbiegen müssen, dann vibriert der rechte Schuh, bei der Abbiegung nach links vibriert der linke Schuh. Außerdem verfügen die Schuhe über einen Schrittmacher und Kalorienzähler.

    „Wir haben ein elektronisches Modul entwickelt, das mit einer speziellen App über Bluetooth synchronisiert wird und Informationen über die gegebene Route erhält. Es erfüllt alle notwendigen Funktionen, ohne dabei das Gehen zu stören, und kann an den Schnürsenkeln von normalen Turnschuhen haften. Der Nutzer braucht lediglich einmal das Telefon herauszunehmen, danach kann er es wieder wegräumen und den Spaziergang ruhig genießen. Das System kalkuliert neben der Navigation auch die zurückgelegte Distanz, die Menge der Schritte und die Anzahl der verbrannten Kalorien. Diese Information kann man auf der App nachsehen“, erzählten die Autoren des BiGiPiS-Projekts, Alexander Pintschuk und Maxim Lewkin.

    Das Team plant, an dem Projekt BiGiPiS weiterzuarbeiten, denn der Markt der smarten Kleidung wächst jedes Jahr. Es besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass smarte Turnschuhe in wenigen Jahren vergleichbar populär wie Smartwatches werden, denken die Autoren des Projekts. 

    Laut dem stellvertretenden Direktor des Instituts für intellektuelle Cybersysteme an der MEPhI, Valentin Klimow, ist das Projekt der Schüler des Universitätsgymnasiums sehr interessant, und ihre Autoren haben in der Zukunft alle Chancen, ihre Forschung an der Universität fortzuführen.

    „Die Schüler von unseren Lyzeen haben auch schon früher interessante Projekte entwickelt. Zum Beispiel haben sie letztes Jahr ein multifunktionelles Navigationssystem für Sehschwache erfunden und damit den internationalen Kindeswettbewerb der Ingeneursteams und den „Junior“-Wettbewerb (russischer Wettbewerb für Schüler und deren wissenschaftliche Arbeiten – Anm. d. Red.) gewonnen. Außerdem sie haben am größten internationalen Forschungswettbewerb der Welt, Intel ISEF, teilgenommen. Diese Leute sind inzwischen bei uns in ihrem ersten Studienjahr, was vom hohen Niveau unserer Abiturienten zeugt“, sagte Klimow. 

    Russlands Exoskelett der Zukunft (Archiv)
    © Sputnik / Natalja Seliwerstowa

    Laut ihm nehmen die Studenten und jungen Wissenschaftler der MEPhI auch an anderen Projekten teil, die Menschen, unter anderen mit eingeschränkten Gesundheitsmöglichkeiten, das Leben einfacher machen sollen. Zum Beispiel haben Mitarbeiter der Universität einen Rollstuhl konstruiert, der mithilfe der Augen kontrolliert wird. 

    „Schüler, die sich in technische schöpferische Arbeit vertiefen, werden in der Regel Sieger von Schülerolympiaden oder Ingenieurswettbewerben, und dies gibt ihnen ein Sonderrecht, wenn sie sich an der MEPhI immatrikulieren wollen. Sie können sich als Studenten unserer Universität in zahlreichen Studentengruppen weiterhin mit technischer schöpferischer Arbeit befassen, an internationalen Wettbewerben und Olympiaden teilnehmen und neue Höhen erklimmen“,  merkt Valentin Klimow an.

    dg/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Moskau, Schuhe, Sneakers, Smart Watches