04:40 19 November 2019
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    Wie russische S-500 „Prometheus“ neue Maßstäbe in der Raketenabwehr setzen – auch in der Politik

    © Sputnik / Witalij Timkiw
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    Die russischen Raketenabwehrsysteme S-400 zählen zu den besten der Welt und wären selbst für neuste amerikanische Stealth-Kampfjets F-35 und F-22 eine tödliche Gefahr. Doch Russland hat bereits das Nachfolgesystem – die S-500 „Prometheus“ – entwickelt. Dieses könnte neue Maßstäbe in der Raketenabwehr setzen.

    Das neuste russische Raketenabwehrsystem S-500 „Prometheus“, das schon bald in Serie produziert werden wird, wird in Bezug auf seine Kampfeffektivität alle anderen modernen Luftverteidigungssysteme übertreffen – darin sind sich Experten einig.

    Vor allem die Fähigkeiten des Systems, alle Arten von Luftzielen abzuschießen, Objekte im nahen Weltraum zu zerstören und Überschallflugzeuge zu treffen, machen es zu einer strategisch und politisch wichtigen Abwehrwaffe.

    Diese wird vermutlich zunächst dafür eingesetzt werden, große Städte und strategisch wichtige Objekte vor Gefahren aus dem Himmel zu schützen. Dazu gehören etwa auch die Startanlagen für russische Interkontinentalraketen, die das Rückgrat der russischen Abschreckung darstellen.

    Das Hauptmerkmal des S-500 „Prometheus“ im Vergleich zum Vorgänger, der S-400 „Triumph“, ist unter anderem seine Fähigkeit, nicht nur Flugzeuge, sondern auch ballistische Raketen abzufangen.

    Bekannte technische Details

    Immer noch sind nicht alle technischen Charakteristika des neuen Systems offengelegt. Laut dem russischen Militärexperten Michail Chodorjonok gegenüber Sputnik ist etwa bekannt, dass die Einsatzzeit noch weiter verkürzt worden ist. Das System kann innerhalb von fünf Minuten in volle Gefechtsbereitschaft versetzt werden. Durch seine Kompaktheit könne es zudem schnell mit dem Flugzeug an jeden Ort der Welt geflogen werden.

    Des Weiteren könne die S-500 auch Weltraum-Ziele in geringer Umlaufhöhe ins Visier nehmen, insbesondere tief fliegende Militärsatelliten. Da der geschätzte Wirkungsradius 600 Kilometer betrage, könnten zudem auch ballistische Raketen abgewehrt werden, und zwar noch bevor sie ihre Sprengköpfe und falschen Ziele abgefeuert haben.

    Das System könne zehn ballistische Überschallziele mit einer Geschwindigkeit von bis zu sieben Kilometern pro Sekunde abzuschießen und Sprengköpfe von Hyperschallraketen beim Anflug abfangen.

    Auch Stealth-Kampfjets der fünften Generation, wie eben die amerikanischen F-35 oder F-22, würden die S-500 nicht umgehen können.

    Ein weiterer Vorteil soll sein, dass sich die S-500 mit anderen Systemen, wie etwa den S-400, S-300VM4 und S-350, vernetzen lässt und sich dadurch eine gestaffelte Raketenabwehr von mehreren Abwehrreihen errichten lässt.

    Das Interesse der anderen

    Die Serienproduktion der S-500 soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 starten. Und obwohl Russland die Neuheit erst exportieren will, nachdem es seine eigene Armee damit ausgerüstet hat, wächst das Interesse ausländischer Kunden an dem Projekt stetig.

    So hatte bereits im Frühjahr der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Wunsch nach einer gemeinsamen Produktion von „Prometheus“ angedeutet. Diese Erwägungen lassen sich in den Kontext des Kaufs der S-400 Systeme einordnen, die Ankara trotz des dauerhaften Drucks aus Washington durchsetzte und dafür sogar auf die Teilnahme am F-35-Programm verzichtete.

    Sicherlich wird „Prometheus“ auch für China interessant sein, das bereits mehrere „Triumphe“ aus Moskau gekauft hat.

    Der Nato ist die Ausweitung der Präsenz modernster russischer Abwehrsysteme in der Welt dabei durchaus bekannt. Laut der Allianz sind bereits jetzt die S-400-Luftverteidigungssysteme sowie das Küstenverteidigungssystem „Bastion“ eine Gefahr für das Bündnis und könnten den Zugang der Nato zu bestimmten Regionen verhindern.

    Die S-500 sind daher längst keine gewöhnliche Waffe mehr, sondern auch ein politisches Argument.

    ng/mt

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    Türkei-Politik, Türkei, Russland, USA, F-35, Kampfjet F-35, F-35-Kampfjet, Jagdbomber F-35C (Lockheed Martin), Jagdflugzeug F-22, F-22, Luftabwehr-Raketensystem S-500, S-400, Raketenabwehrsystem S-400, Raketensystem S-400 Triumph