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06:19 22 Oktober 2019
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    U-Boot der russischen Marine (Symbolbild)

    Klein, wendig, bissig: Russlands Marine will „Piranhas“

    © Sputnik / Witalij Timkiw (Symbolbild)
    Technik
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    Neue konventionelle U-Boote mit den Vorzügen des atomaren Antriebs, aber kompakter und akustisch unauffälliger – darauf setzt die russische Marine neuerdings. Das Fachportal „The National Interest“ hat sich die Konzepte aus Russland angeschaut.

    Ein U-Boot für amphibische Spezialkräfte wie die Kampfschwimmer muss unauffällig sein, leise und wendig, um unentdeckt in Küstennähe zu operieren. Ein atomarer Antrieb wäre für ein Kompaktvehikel dieser Art viel zu komplex, viel zu groß und nicht leise genug. Die Lösung sind sog, außenluftunabhängige Antriebe.

    In Russland arbeiten derzeit zwei russische Spezialfirmen an dieser Technik (auch anaerober Antrieb genannt): das Konstruktionsbüro (KB) Malachit und Rubin, beide Teilsparten des Schiffsbaukonzerns USC.

    Das KB Malachit greift dabei auf eine seiner früheren Entwicklungen zurück, auf das Kompakt-U-Boot „Piranha“ aus den Achtzigerjahren. Das Versuchsvehikel wird optimiert und mit einer Gasturbine als Antrieb versehen, die im geschlossenen Kreislauf (ohne Luftzufuhr von außen) funktioniert.

    Damit kann die künftige „Piranha“ bis zu 30 Tage lang in Tiefen bis zu 300 Metern autonom operieren und 1200 Seemeilen zurücklegen, schreibt „The National Interest“. Die Länge des kompakten Unterseeboots beträgt laut dem „NI“-Portal 66,5 Meter (die Hälfte eines U-Boots der „Virginia“-Klasse). Die Breite der „Piranha“ – 7 Meter, der Tiefgang – 5 Meter.

    Das KB Rubin setzt bei seinem außenluftunabhängigen Antrieb auf Lithium-Ionen-Akkus. Der Nachteil dieser Technik ist laut dem Portal die relativ schwache Leistung von circa 300 KW. Ein Atom-U-Boot treibt seine Schraube mit fast siebzigfacher Kraft an: rund 20000 KW.

    Erste Informationen, dass das KB Malachit seinen außenluftunabhängigen Antrieb schon getestet hat, erschienen 2018 in einem Bericht des USC-Konzerns. Auf dem Wehrtechnikforum Army 2019 wurden dann einige Details vom kompakten U-Boot wie vom Antrieb präsentiert. Später war auf der Internationalen Marinemesse in Sankt-Petersburg ein Modell des U-Boots zu sehen.

    Der neueste Bericht des USC-Konzerns erwähnt nun ein bis 2025 umzusetzendes Antriebsprojekt mit dem Namen „Perspektiva N“. Daran arbeitet demnach das KB Rubin. Das Kommando der russischen Marine erklärte indes, bis 2020-2021 ein fertiges anaerobes Antriebssystem vom KB Rubin zu erwarten.

    Der jüngst ernannte Oberkommandeur der russischen Marine Admiral Nikolai Jewmenow erklärte, die Erzeugnisse von Malachit und Rubin müssten erst in Vergleichstests erprobt werden, bevor die Marine sich eines der beiden Systeme entscheide.

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    Tags:
    Russlands Seestreitkräfte, Seestreitkräfte, Marine, Kleinst-U-Boot "Piranha", Russland, U-Boot