05:40 15 November 2019
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    Frühwarnflugzeug A-50U in Moskau (Archiv)

    Gegenstück zum Nato-AWACS: Russlands fliegende Radarzentrale A-100 kommt

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    Die Luftwaffe Russlands investiert nicht nur in neue Kampfmaschinen. Auch Flugzeuge für den Support im modernen Gefecht werden optimiert oder neuentwickelt. Eine Vertreterin dieser Kategorie ist die A-100: eine fliegende Radar- und Kommandozentrale. Das Fachportal „The Military Watch“ berichtet.

    Seit 1989 setzt Russland die A-50 ein, eine als Frühwarnflugzeug aus- und umgebaute Il-76. Die Maschine gilt als zuverlässig, aber es stehen nur wenige davon im Dienst der russischen Luftwaffe. Die US Air Force ist den russischen Luft- und Weltraumstreitkräften in dieser Kategorie qualitativ und quantitativ überlegen.

    2011 hat die russische Luftwaffe die A-50U erhalten, das gleiche Frühwarnflugzeug mit deutlich leistungsstärkerer Radarantenne. Damit können aus größerer Entfernung mehr Luftziele entdeckt und verfolgt werden.

    Den Start eines Marschflugkörpers detektiert die A-50U aus 1000 Kilometern (200 Kilometer mehr als bei der Ausgangsversion A-50). Bei Jagdflugzeugen hat die Ortungsreichweite um ein Drittel zugenommen (bei der A-50 liegt diese bei 300 km). Zudem kann die modernisierte A-50 dank höherer Rechenleistung mehr Kampfjets vernetzen und ins Ziel führen. Schwerortbare Bodenziele erkennt die A-50U ebenfalls.

    Bei all dem Leistungszuwachs konnte die modernisierte Maschine gewichtsoptimiert werden. Der Ersatz analoger Bauteile durch elektronische Komponenten hat sich als Gewichtsersparnis ausgewirkt, die A-50U kann länger in der Luft patrouillieren als die Erstversion: über neun Stunden.

    Dabei genießt die Besatzung der fliegenden Radarzentrale einen bescheidenden Einsatzkomfort, weil es jetzt Ruheräume und eine kleine Kombüse an Bord gibt. Für Extra-Sicherheit sorgen bei der A-50U IR-Täuschkörper und komplexe Systeme zum aktiven und passiven elektronischen Abwehrkampf.

    Für Fachleute ist die A-50U allerdings nur eine Zwischenlösung. Denn: Die A-100 „Premier“ steht, bildhaft gesprochen, schon auf der Startbahn. Anfang der 2020er Jahre plant Russland dieses luftgestützte Frühwarn- und Kommandosystem (AWACS) in Dienst zu stellen. Der Erstflug hat dieses Jahr bereits stattgefunden.

    Laut dem Portal werden es die neuen russischen AWACS-Maschinen mit der Boeing E-3 „Sentry” der USAF und Nato aufnehmen können. Das Kernstück der A-100, das Radar, soll mit elektronischer Strahlschwenkung funktionieren – Reichweite: bis zu 650 Kilometer.

    Aufgebaut sind die Anlagen und Systeme auf einer Il-76MD-90A. Die tiefmodernisierte Il-76 fliegt länger und weiter (dank Treibstoffersparnis), die Besatzung wird weniger beansprucht (dank stärkerer Avionik). Die Serienfertigung der A-100 könnte die Vereinigten Staaten laut „Military Watch“ dazu veranlassen, die Entwicklung einer neuen AWACS-Maschine zu forcieren, so bedrohlich sei das neue russische Frühwarnsystem für die US-Dominanz.

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    Tags:
    Entwicklung, Aufklärungsjet, Radar, Luftwaffe, Russland