01:11 21 November 2019
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    Ein russischer Su-34-Jagdbomber

    Jagdbomber Su-34: Fliegendes Multifunktionstool gegen Terrorburgen und Bunker

    © Wikipedia/ Russlands Verteidigungsministerium
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    Erfahrungen aus Afghanistan sind unbedingt zu berücksichtigen, lautete eine Vorgabe der Sowjetführung an die Entwickler der Su-34. Der Präzisionsbomber musste ordentlich zuschlagen, aber auch einstecken können. Das ist gelungen. Und einiges mehr, wie man bei den Syrien-Einsätzen der Su-34 gesehen hat. Die Zeitung „Krasnaja Swesda“ berichtet.

    Ein gepanzertes Cockpit aus Titan, titanumhüllte Treibstofftanks: Die Su-34 muss auch Direkttreffer in sensible Bereiche verkraften können – das hatte Afghanistan gelehrt. Bei der Entwicklung dieses Jagdbombers stand die Durchhaltefähigkeit ganz oben auf der Prioritätenliste.

    ​Im April 1990 hob die erste Testmaschine zum Erstflug ab – damals noch als Su-27IB, weil konstruktiv vom gleichnamigen Abfangjäger abgeleitet. Im Dezember 1994 flog dann die erste Su-34 in der Form, wie wir sie heute kennen.

    Die Su-34 schafft heute so ziemlich jede Aufgabe in der Luft-Boden-Kategorie: stationäre und bewegliche Ziele zu Lande und zu Wasser, durch Flugabwehr- und EloKa-Truppen geschützte Wertziele, Luftnahunterstützung, tags und nachts, auch bei schlechtestem Wetter. Und durch flexibel anzubringende Zusatzausrüstung wird aus dem Bomber Su-34 ein Aufklärer und EloKa-Kämpfer.

    Entsprechend multifunktionsfähig ist das Waffenarsenal der Su-34: 16 hochpräzise Lenkwaffentypen und 19 ungelenkte Waffenmuster kann der Bomber einsetzen. Anti-Schiffs-Raketen gehören auch dazu, wie der Übungseinsatz einer Su-34 in Russlands Fernem Osten vor kurzem bestätigt hat.

    Beim russischen Einsatz zur Terrorbekämpfung in Syrien war die Su-34 vom ersten Tag an dabei. Bis zu drei Kampfeinsätze pro Tag flogen die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte mit den Mehrzweckbombern – intensiver geht kaum. Die Su-34-Crews flogen in Syrien die schwierigsten Missionen, die den Einsatz hochpräziser Waffen erforderten.

    Dabei haben die russischen Kampfpiloten eine besondere Fähigkeit entwickelt: den präzisen Einsatz freifallender Bomben. Die Konstrukteure hatten entsprechende Modifikationen an den Su-34 vorgenommen, um die Treffsicherheit aus größeren und mittleren Höhen zu steigern.

    Was das Fliegerische angeht, ist die Su-34 eine gelungene Maschine, sagen die Piloten: Die Steuerung ist intuitiv, der Flug lässt sich vom Start bis zur Landung mit hohem Automatisierungsgrad durchführen. Dazu das ergonomische und geräumige Cockpit (Piloten können darin stehen). So sind Dauerflüge von bis zu zehn Stunden und flexible Reaktionen je nach Einsatzbedarf möglich, ohne die Crew zu verschleißen.

    2012 bestellte das russische Verteidigungsministerium 92 dieser Mehrzweckbomber beim Suchoi-Konzern. Auftragswert: 100 Mrd. Rubel. Jüngst sind die letzten sechs Maschinen aus diesem Auftrag ausgeliefert worden.

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    Kampfjet, Su-34