06:15 18 November 2019
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    Annegret Kramp-Karrenbauer sitzt in einem Eurofighter-Cockpit (September 2019)

    Zeitgemäße Kampfjets? Deutschlands Luftwaffe muss sich gedulden

    © AFP 2019 / INA FASSBENDER
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    Deutschlands Kampfjets, Luftfrachter oder Kampfhubschrauber glänzen bisweilen durch mangelnde Einsatztauglichkeit. Doch auch wenn das Gerät der Luftwaffe fliegt, erfüllt es mitunter die Anforderungen nicht. Beispiel Eurofighter: Das Hauptgerät der Luftwaffe hinkt dem aktuellen Technikstand hinterher.

    Die Einsatztauglichkeit des Fluggeräts ist wohl das Thema, das der Luftwaffe am meisten unter den Nägeln brennt: „Schnell habe ich nach zahlreichen Truppenbesuchen und vielen Gesprächen erfahren, wo ich zuerst ranmuss. Die Einsatzbereitschaft ist der Schlüssel“, sagte Generalleutnant Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, dem Fachblatt „Flugrevue“ (November-Ausgabe).

    ​In diesem Punkt ist allerdings schon Bewegung auszumachen. Für das laufende Jahr erwarte die Luftwaffe 42 durchgecheckte Eurofighter, weil die Durchführung der Inspektion auf einen Zwei-Schicht-Betrieb umgestellt worden sei.

    Die erfolgten Inspektionen ändern indes nichts daran, dass der Eurofighter weiterhin in einer „Dauerverbesserung“ steckt: „Der Eurofighter ist auch im Jahr 2019 in kontinuierlicher Evolution“, nennt es Generalleutnant Gerhartz. Wichtiges sei bei der Bundeswehr durch die Fokussierung auf Auslandseinsätze vernachlässigt worden. „Viele Anforderungen, die im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung entscheidend sind, hatten wir aus dem Blick verloren.“

    Ausgerechnet bei Waffen und Sensoren muss der deutsche High-Tech-Jet nachgebessert werden: „Das Radar ist der Hauptsensor. Deshalb wird die Entwicklung des Captor-E Active Electronically Scanned Array (AESA) konsequent vorangetrieben“, erklärt der General.

    Durch den Einsatz dieser zeitgemäßen Radartechnik würden die Fähigkeiten des Eurofighter „signifikant“ erweitert – und zwar bei Luft-Luft- und Luft-Boden-Missionen. Aber mit den Umrüstungen werde die Luftwaffe „voraussichtlich“ im Jahr 2022 beginnen.

    Beim Kampfflugzeug Tornado ist ebenfalls Handeln angesagt. Das Flugzeug sei „auf der Zielgeraden seiner Lebensdauer“ angekommen, so Gerhartz. „Für uns ist wichtig, dass wir den Tornado so schnell wie möglich durch ein modernes Waffensystem ersetzen […] Hierfür benötigen wir dringend eine Entscheidung.“

    Das europäische Kampfflugzeug FCAS (Future Combat Air System) kommt da wohl nicht infrage. Zwar schwärmt Generalleutnant Gerhartz von dem Zukunftsjets: „Es ist das größte europäische Rüstungsprojekt überhaupt!“ – aber mit dem Erstflug des Prototyps ist allerfrühestens in einem Jahrzehnt zu rechnen.

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    Tags:
    Tornado, Eurofighter, Bundeswehr