04:20 18 November 2019
SNA Radio
    Das russische Atom-U-Boot Juri Dolgoruki

    Russland baut neue A-Bomben-Bunker für die U-Boot-Flotte

    © Foto : Рress-service of JSC "PO "Sevmas"
    Technik
    Zum Kurzlink
    1126414
    Abonnieren

    Russlands strategische U-Boot-Flotte erhält neue Schutzbunker an der Nord- und Ostküste des Landes. Die Schutzanlagen sollen Atomexplosionen aushalten. Geparkt und gewartet werden dort nach Fertigstellung U-Boote der Klassen 955 „Borej“ und 885 „Jassen“. Die Zeitung „Iswestija“ berichtet.

    Auf der Halbinsel Kamtschatka haben die Bauarbeiten schon begonnen. Im dortigen Hafenstädtchen Wiljutschinsk am Beringmeer entsteht eine Anlage aus Mole und Kai. Daraus wird ein Dock, ein 50-Meter-hoher Betonbau zum Schutz vor schweren Attacken (und vor Unwettern). Nächstes Jahr sollen in Seweromorsk an der Barentssee die Bauarbeiten starten, teilt das russische Verteidigungsministerium laut der Zeitung mit.

    U-Boot-Basen, insbesondere die der strategischen (atomaren) U-Boot-Flotte sind immer Hochwertziele, die entsprechend versorgt und geschützt werden müssen. „Für die Schwarzmeerflotte wurde zu Sowjetzeiten auf der Krim mitten im Felsen ein Reparaturwerk für U-Boote gebaut“, erzählt Konteradmiral Wsewolod Chmyrow, ehemaliger U-Boot-Kommandeur. „Heute ist die Anlage in Balaklawa allgemein zugänglich.“

    Solche „Unterstände“ schützen zuverlässig gegen Luftangriffe, steigern die Überlebensfähigkeit und fördern die Einsatztauglichkeit der U-Boote. Die Schutzdocks sind so konzipiert, dass die U-Boote rasch aufmunitioniert und bei Bedarf auch zügig repariert werden können. „Die Einsatzfähigkeit schnell wiederherzustellen, darum geht es vorrangig“, erklärt Konteradmiral Chmyrow. „Daran wird der Dockaufbau ausgerichtet.“

    Spezialkräfte kommen nicht durch

    Noch eine wichtige Funktion der Dockbunker: Schutz gegen feindliche Sondereinheiten, die auf Sabotage aus sind. „Geheimtaktiken werden fortlaufend perfektioniert. Einsätze sog. Amphibienmenschen sind eine schlimme Bedrohung für die Marinebasen“, sagt Militärexperte Dmitri Boltenkow laut der Zeitung.

    Die traditionelle Taktik der Kampfschwimmer ist die Verminung von Kampf- aber auch Handelsschiffen. So geschehen mit sowjetischen und kubanischen Frachtern Mitte der 1980er Jahre, als in Angola der Bürgerkrieg tobte. Inoffiziellen Angaben zufolge haben Sonderkräfte aus Südafrika mehrere Versorger durch Spezialminen schwer beschädigt. Eines der Schiffe musste sogar versenkt werden.

    Zu Sowjetzeiten wurden Spezialkonstruktionen für den Schutz strategischer U-Boote entworfen: Ein rechteckiges Bauwerk, in dessen Innerem sich Betonkästen befanden, parallel zueinander aufgestellt. Darin waren allerhand Ausrüstung und Versorgungsleitungen für Wasser, Dampf und Strom untergebracht.

    Mehrere U-Boote konnten in so einen Bunker einfahren. Die Innensektionen waren durch massive Stützwände aufgeteilt und von einer Stahlbetonplatte bedeckt, zum Schutz gegen Bomben und Raketen des möglichen Gegners.

    Nur ein Schutzbunker für U-Boote

    Bislang verfügt Russland nur über einen U-Boot-Bunker: auf der Krim. Kaum zu glauben, aber die strategischen Atom-U-Boote der russischen Nord- und Pazifikflotte „parken“ im Freien, an gewöhnlichen Landungsbrücken. Die meisten Anlegestellen sind nicht mal mit Stromanschlüssen ausgestattet, was sich negativ auf die Einsatzbereitschaft der Boote auswirkt.

    Die Militärführung der Sowjetunion legte Wert darauf, die für den Vergeltungsschlag bestimmten Atom-U-Boote zahlenmäßig aufzuteilen zwischen der Nord- und der Pazifikflotte. Der strategische Hot-Spot war dabei die russische Nordküste mit den Basen der Nordflotte. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern: Es ist kein Zufall, dass der Bau eines U-Boot-Bunkers zuerst auf Kamtschatka begonnen hat, schreibt die Zeitung.

    Russische U-Boot-Fahrer schätzen das Hafenstädtchen Wiljutschinsk wegen seiner geografischen Lage: Kaum aus dem Hafen ausgelaufen, ist das U-Boot schon im Ozean. Das ermöglicht die unauffällige Rotation jener U-Boote, die auf Dauerpatrouillen in den Weltmeeren fahren. Die strategischen Boote der Nordflotte müssen indes erst die Barentssee überqueren, bevor sie das Missionsgebiet erreichen. Das schränkt die Manöverfreiheit ein.

    Dass die russische Pazifikflotte ihre strategischen Kräfte verstärkt, ist seit einigen Jahren festzustellen. In Kürze übernehmen die Seeleute an der Ostküste ein neues strategisches U-Boot der Klasse 955A „Borej“: die „Knjas Oleg“. Stationiert wird der U-Wasser-Raketenkreuzer auf Kamtschatka.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Borej (U-Boot), U-Boot