15:00 14 Dezember 2019
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    Der Kampflaser an dem Zerstörer USS Dewey (Archiv)

    Zukunftsweisende Aufrüstung? Flugabwehr-Laserkanone auf US-Zerstörer installiert – Fotos

    © Foto : U.S. Navy/John F. Williams
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    Der US Navy-Zerstörer „Dewey“ (DDG-105) wurde kürzlich am Steg eines Marinestützpunkts im kalifornischen San Diego mit einem ungewöhnlichen Turm im vorderen Teil des Schiffes gesichtet. Nach Meinung von Experten handelt es sich hierbei um ein neues Laser-Flugabwehrsystem.

    Wie das US-Portal „TheDrive“ berichtet, befindet sich dieser Turm an einer Stelle des Zerstörers, die standardmäßig bei Kampfschiffen dieses Typs unbesetzt ist. Laut Expertenbefragung von „TheDrive“ wurde die „Dewey“ offenbar zum ersten Träger des experimentellen Lasersystems ODIN, das zum Schutz vor Aufklärungsdrohnen und Antischiffsraketen entwickelt wurde.

    Der vermutete Laserturm ähnele dem Helios-Lasersystem von Lockheed, das speziell für die Installation auf Schiffen der Arleigh Burke-Klasse entwickelt werde, jedoch erst im Jahr 2021 getestet werden könnte.

    ​Insgesamt sollen derzeit für die US Navy fünf verschiedene Kampflasersysteme entwickelt werden. Bei den anderen in der Entwicklung stehenden Lasern handele es sich zum einen um das „SSL-TM“ von Northrop Grumman, das auf dem Landungsschiff „Portland“ installiert werden soll. Zudem seien zwei weitere Hochenergiesysteme zur Bekämpfung von Schiffsabwehrraketen in der Entwicklung.

    Funktionsweise von ODIN

    Das ODIN-Lasersystem habe dabei von den fünf Projekten die geringste Energieleistung und solle nun auf der „Dewey“ getestet werden.

    Laut dem Portal sei ODIN nicht in der Lage, Drohnen und Raketen abzuschießen, könne jedoch ihre Optik und Leitsysteme kritisch beschädigen. Mit einem modulierten Laserstrahl werden elektronisch-optische Geräte und Infrarot-Referenzierköpfe geblendet.

    Die Lasersysteme sollen sich dabei insbesondere gegen chinesische ballistische Flugkörper richten.

    Diese würden eine Gefahr für die US-Marine darstellen, da sie 2600 Kilometer weit fliegen und Atomsprengköpfe tragen können. Diese Flugkörper hätten eine kombinierte Zielerfassung – zunächst über Signale chinesischer Aufklärungssatelliten, im letzten Flugabschnitt über eigene Radar- und Wärmesensoren.

    Genau diese sollen womöglich vom ODIN-System beeinträchtigt werden.

    Es sei geplant, zusätzlich zur „Dewey“ das ODIN-System noch vor Jahresende auf einem weiteren Zerstörer derselben Klasse und im Jahr 2020 auf weiteren sechs Kampfschiffen zu installieren.

    ng/dpa

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    Flugabwehrrakete, Flugabwehr, Laserwaffen, Laser, Kampflaser, Entwicklung, USA, Kampflaser ODIN, Kampfschiff USS Dewey