06:33 06 Dezember 2019
SNA Radio
    Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen Wladiwostok (Archivbild)

    Mega-Batteriespeicher und „synthetisches Erdgas“: Schifffahrt will emissionsfrei werden

    © Sputnik / Witalij Ankow
    Technik
    Zum Kurzlink
    Von
    193827
    Abonnieren

    „Aida“ plant den größten Batteriespeicher der Welt für eines seiner Kreuzschiffe. „Wessels Marine“ macht sich für den Einsatz von „synthetischem Erdgas“ (SNG) stark, das unter erneuerbarem Strom erzeugt wird. Die Schifffahrt scheint sich in einem Umbruch zur Emissionsfreiheit zu befinden.

    90 Prozent des Welthandels erfolgen heute auf dem Seeweg. Die schweren Containerschiffe, die die Waren befördern, werden dabei meist mit Schweröl angetrieben. Dieser Brennstoff sorgt für Ausstoß von Schadstoffen wie Schwefeldioxid, die deutlich über den Standards im Verkehr liegen. Außerdem produzieren auch sie das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid, das viele Länder nach Möglichkeit vermeiden wollen. Das Stichwort lautet „emissionsfreie Schifffahrt“. Die Schweizer Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich hat im Auftrag einer deutschen Reederei jüngst bereits versucht, einen wissenschaftlich begründeten Weg zu einer solchen Schifffahrt der Zukunft aufzuzeigen.

    Einzelne Schifffahrtunternehmen schlagen den Weg zu einer emissionsärmeren Schifffahrt ein. „Aida Cruises“ etwa, das riesige Kreuzfahrtflotte besitzt, verfügt bereits über mehrere Schiffe, die mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden. Das Unternehmen plant den Einsatz von Brennstoffzellen und verfolgt den Bau des größten Batteriespeichers der Welt für eines seines Schiffe – der idealerweise mit Strom aus erneuerbaren Quellen gespeist werden müsste.

    In dasselbe Horn stößt auch „Wessels Marine“ mit seinem Schiff „Wes Amelie“. Nachdem die Gesellschaft aus Hamburg natürliches Erdgas (LNG) als maritimen Treibstoff stark gemacht hatte, macht es nun gemeinsam mit dem Motorenhersteller „MAN Energy Solutions“ den nächsten Schritt: Betrieb mit synthetischem Erdgas (SNG). Ähnlich wie beim Beladen eines Batteriespeichers sind auch unter den synthetischen Kraftstoffen nur die sinnvoll, die unter Einsatz von erneuerbaren Energien gewonnen werden. In diesem Fall wird das Erdgas von der „Audi e-gas“-Anlage im norddeutschen Werlte bezogen.

    „Audi“ stellt dort unter Einsatz von Windkraft in einem ersten Schritt Wasserstoff her, der dann unter Zufuhr von Kohlenstoffdioxid zu Methan umgewandelt wird. Das Produkt trägt den Namen SNG und bei seiner Verbrennung wird nur das CO2 freigesetzt, das zuvor in Form von SNG gebunden wurde. Man bezeichnet den Treibstoff deshalb als „klimaneutral“, weil er weder zusätzliches Kohlenstoffdioxid erzeugt, noch welches aus der Atmosphäre langfristig entfernt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Qualität anders als in EU: Deutsche und andere Marken sorgen für Verbraucherskandal in Russland
    Polens Präsident Duda will in Russland plötzlich keinen Nato-Feind mehr sehen – Moskau kommentiert
    So kommentiert Merkel Ausweisung russischer Botschaftsmitarbeiter
    „Sie bauen einfach weiter“: Rohrverlegung bei Nord Stream 2 wieder aufgenommen – OMV
    Tags:
    Emission, erneuerbare Energien, LNG, Schiff