01:48 03 Juli 2020
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    Die Bundeswehr will den Flugbetrieb mit ihrem neuen Marine-Hubschrauber von Airbus nach eigenen Angaben wegen fehlender technischer Unterlagen zunächst nicht aufnehmen.

    „Wir sind zwar grundsätzlich von der Leistungsfähigkeit des Hubschraubers NH 90 Sea Lion überzeugt“, erklärte das Verteidigungsministerium in Berlin am Mittwoch. „Aber aufgrund der unzureichenden und lückenhaften technischen Dokumentation kann (...) zum jetzigen Zeitpunkt ein Flugbetrieb durch die Frauen und Männer der Marine nicht verantwortet werden.“

    Oberste Priorität habe für die Bundeswehr, dass die Soldaten sich auf ihr Gerät verlassen und es sicher handhaben könnten. „Im Falle des Sea Lion sehen wir diesen Maßstab durch den Hersteller noch nicht erfüllt.“

    Die Bundeswehr verzichte daher auf eine „vorschnelle“ Aufnahme des Ausbildungsflugbetriebs noch in diesem Jahr. „Der Hersteller hat zugesagt, die noch erheblichen Fehler in der Dokumentation schnellstmöglich zu beheben.“ Trotz der Verzögerung werde der Hubschrauber wie geplant ab 2023 einsatzbereit sein.

    „Die vom Ministerium genannten Punkte sind seit längerem bekannt, und wir arbeiten bereits mit allen beteiligten Partnern an deren zeitnaher Behebung“, erklärte Airbus.

    Das Heer fliegt den NH 90 schon länger. Ende Oktober übernahm die Bundeswehr den ersten Helikopter in der Marine-Version „Sea Lion“. Mitte November hatte die Bundeswehr bereits die Abnahme des Airbus-Militärtransporters A400M vorerst gestoppt und als Grund lockere Schrauben am Propeller genannt. Airbus erklärte auch damals, die Mängel bei einigen Flugzeugen seien bekannt.

    ls/rtr/sb

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    Tags:
    Airbus, Bundeswehr, Deutschland