13:42 16 Dezember 2019
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    Langstreckenbomber Tu-160M (Archivbild)

    Bomber Tu-160M: Schlagkräftig, schnell – und jetzt noch präziser

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    Äußerlich ist die Tu-160M vom altbekannten Überschallbomber kaum zu unterscheiden. Nur das „M“ in der Bezeichnung deutet auf die tiefmodernisierte Version der Tu-160 hin. Aber von den Fähigkeiten her ist es ein neues Flugzeug: Die Bordtechnik wurde digitalisiert.

    Die Tu-160M ist schonmal geflogen: im Beisein des russischen Präsidenten Putin vor knapp zwei Jahren, im Januar 2018. Damals hob der modernisierte Bomber nach dem Rollout zu einer Demonstrationsrunde ab. Jetzt wird die neue Bomberversion am Boden und in der Luft durchgecheckt, auf und über dem versuchstechnischen Flugplatz des Flugzeugwerks Kasan.

    Die Zelle, die Tragflächen, auch die Triebwerke der Tu-160M bleiben so, wie man sie seit 1983 kennt. Die Drei-Wellen-Mantelstromtriebwerke NK-32 machen aus dem russischen Flugzeug auch heute noch den weltschnellsten Überschallbomber, der im aktiven Einsatzdienst steht.

    Bomber Tu-160 (Archiv)
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    Bomber Tu-160 (Archiv)

    2200 km/h sind ein absoluter Rekord für Flugzeuge dieser Größenordnung. Erst vergangenen Monats gelang es einer Tu-160-Besatzung, zwei amerikanischen Kampfjets F-35 zu entkommen. Diese verfolgten den Bomber über dem Japanischen Meer, bis die russische Crew den Nachbrenner startete.

    Zum Arsenal der Tu-160M gibt es keine offiziellen Angaben. Die Marschflugkörper Ch-101 und Ch-102 bleiben – so viel ist bekannt. Mit Sicherheit wird die modernisierte Tu-160 auch die Hyperschallwaffen „Kinschal“ und Abstandswaffen zur Schiffsabwehr einsetzen können. Ein neuer Feuerleitrechner sorgt für mehr Präzision im Waffeneinsatz.

    Im Grunde ist die Tu-160M „ein digitales Waffensystem“, sagt der Militäranalyst Wiktor Murachowski. „Die Navigations- und Funkausrüstung, die Feuerleit- und Selbstschutzsysteme sind neu. Ein automatisiertes Einsatzleitsystem ist auch mit an Bord, wodurch der Bomber in einen strategischen Kampf- und Aufklärungsverband integriert werden kann.“

    Von Tu-160 bis PAK DA

    Denn auch bei der Tu-160M besteht die Mission darin, Wertziele tief im gegnerischen Gebiet oder weitab des eigenen Territoriums zu bekämpfen. Bis zu 12 (auch nukleare) Marschflugkörper kann der Bomber in seiner Waffentrommel aufnehmen und in schneller Kadenz abfeuern.

    Die russischen Fernfliegerkräfte verfügen gegenwärtig über 16 Bomber Tu-160. Sie alle stehen nach Plänen des russischen Verteidigungsministeriums zur Modernisierung an. Gemeinsam mit neugebauten Maschinen soll die Bomberflotte die luftgestützte Komponente der atomaren Triade stellen.

    Und dies noch über mehrere Jahrzehnte, dann auch Seite an Seite mit dem „Künftigen Flugsystem für Ferneinsätze“: dem PAK DA – dem ersten russischen Bomber, der komplett in der Post-Sowjet-Zeit entwickelt wird. Die Entwicklung des Zukunftsbombers läuft auf vollen Touren.

    Im Februar dieses Jahres hat der Auftraggeber das Endkonzept des PAK DA bestätigt. Alle Parameter sind abgestimmt, die zum Produktionsstart nötige Dokumentation ist abgesegnet worden. Seit August arbeiten die Konstrukteure an der Entwicklung der Maschine.

    Der Erprobungsprototyp soll im selben Flugzeugwerk in Kasan entstehen, in dem die Tu-160M gegenwärtig durchgecheckt wird. Dort soll später auch die Serienfertigung des PAK DA beginnen. Läuft alles nach Plan, hebt die erste Maschine 2025-2026 ab. Bis zur Einsatzreife vergehen dann drei bis vier Jahre.

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    Tags:
    Russland, Ch-101, F-35, PAK DA, Langstreckenbomber, Tu-160M2