21:54 15 Dezember 2019
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    Eine C-130 Hercules der US-Luftstreitkräfte

    „Hercules“ auf neuer Mission: Wie aus alten Luftfrachtern frische Löschbomber werden

    © Foto : U.S. Air Force / Tech. Sgt. Amber Sorsek
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    Ein Flugservice-Anbieter aus Kanada baut fünf „Hercules“-Transporter aus den Beständen der norwegischen Luftwaffe zu Löschflugzeugen um. Die kanadische Coulson Group ist unter anderem auf Waldbrandeinsätze spezialisiert. Dabei nutzt die Firma ein eigenentwickeltes Spezialsystem, wie das Fachmagazin „Flugrevue“ berichtet.

    Fünf Frachtflugzeuge Lockheed C-130H „Hercules“ hat die Coulson Group von Norwegen erworben – für „angeblich 4,5 Millionen Dollar für das Gesamtpaket“, schreibt das Portal. Die Transporter sollen zu Löschflugzeugen umgebaut werden.

    Coulson will die erforderlichen Arbeiten selbst vornehmen. Dazu zählt der Einbau von neuen Glascockpits und Löschanlagen. Da die norwegische Luftwaffe die „Hercules“-Maschinen vor der Ausmusterung mit neuen Flügeln ausgestattet hatte, ist zu erwarten, dass die alten Flugzeuge noch lange Zeit zuverlässig eingesetzt werden können. Als Löschanlage will Coulson das selbstentwickelte, modulare Tanksystem Coulson RADS-XXL in die Flugzeuge einbauen, schreibt das Magazin. Damit stünden im Einsatz 15150 Liter Löschwasser zur Verfügung.

    Das sind immerhin 3000 Liter mehr als beim russischen Löschflugzeug Berijew Be-200. Diese Maschine setzt rund 12000 Liter über gefährlichen Brandherden ab. Allerdings ist die C-130H eine viermotorige, die Be-200 jedoch eine zweimotorige Maschine. Auch muss die Be-200 nicht zwischenlanden, um Löschwasser aufzutanken: Als Amphibienflugzeug holt sich die russische Maschine selbstständig Nachschub auf größeren Gewässern.

    Erst Mitte November wurde eine Be-200 des russischen Katastrophenschutzministeriums bei einem schweren Waldbrand in Abchasien eingesetzt. Die Regierung der Republik hatte Moskau um die löschtechnische Unterstützung ersucht, weil der Brandherd schwer zugänglich war und starker Rauch und Hitze die Löscharbeiten am Boden unmöglich machten. Es brannten rund 11000 Hektar Gebirgswald.

    Die russische Behörde schickte einen Löschhubschrauber Mi-8 und ein Löschflugzeug Be-200 zum Hilfseinsatz nach Abchasien. Nach Behördenangaben wurden bei 266 Missionsflügen rund 1700 Liter Löschwasser über dem Brand abgeworfen. Als Löschwasservorrat diente das nahgelegene Schwarze Meer: Die Be-200 konnte durch kurzzeitiges Wassern auftanken.

    Zehn Exemplare der Be-200 sollen 2020-2021 in die USA geliefert werden, hieß es im Sommer dieses Jahres von offizieller Seite. Der Abnehmer ist der Flugservice-Anbieter Seaplane Global Air Services.

    Das russische Industrie- und Handelsministerium erklärte im April dieses Jahres, die beiden Strahltriebwerke der Be-200, die bislang von einem ukrainischen Hersteller geliefert wurden, sollen zügig durch russische Technik ersetzt werden. 

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    Katastrophenschutzministerium Russlands, Waldbrände, Be-200, Lockheed C-130 Hercules, KC-130J Hercules, USA, Russland