07:15 22 Januar 2020
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    Wo Konflikte wegen Subversion und Terror zu Flächenbränden zu werden drohen, ist der Jagdbomber Su-25 im Einsatz – derzeit in Syrien. Das Portal „The National Interest“ berichtet über das simple und robuste Kampfflugzeug der Russen.

    Bei Jagdbombern vertraute die Sowjet-Luftwaffe lange Zeit auf Tempo statt auf Schutz. Kampfjets wie die Su-22, die MiG-23 oder MiG-27 hatten ein starkes (aber nur ein einziges) Triebwerk und keine Panzerung.

    Wie verwundbar diese Bauweise war, zeigte sich schnell im Afghanistan-Einsatz: bei Missionen in niedriger Höhe waren die sowjetischen Kampfjets leichte Beute für den Beschuss vom Boden, schreibt das Portal. Um zu überleben, brauchte ein Jagdbomber zwei Motoren und eine starke Panzerung – koste es auch Tempo und Agilität.

    Die Su-25 entstand von Grund auf als Erdkampfflugzeug für den Tiefflug (niedrige Höhe und Geschwindigkeit): am Rumpfboden und im Bug massiv gepanzert, mit zwei Triebwerken für höhere Überlebenschancen beim Ausfall eines Motors. Die Tragflächen waren gerader als bei schnelleren Jets, für mehr Auftrieb und Wendigkeit im Langsamflug.

    Am Anfang zu simpel

    Als Hauptwaffe sollte die Su-25 lasergelenkte Raketen einsetzen: Ein Laserzielgerät wie bei der MiG-27 wurde im Bug installiert. Eine Maschinenkanone im Kaliber 30 mm war als Ergänzung mit an Bord.

    Der Jagdbomber Su-25 russischer Luftstreitkräfte (Archivbild)
    © Sputnik / Witalij Timkiw
    Der Jagdbomber Su-25 russischer Luftstreitkräfte (Archivbild)

    Aber es blieb lange Zeit das größte Problem der Su-25, dass sie zwar viele Waffentypen aus den Achtzigern einsetzen konnte, mit moderneren Lenkwaffen jedoch nicht kompatibel war. Auch die Bordsysteme für elektronische Gegenmaßnahmen (ECM) veralteten allmählich, schreibt das Portal.

    Der Versuch eines Upgrades der Su-25 scheiterte zunächst: Die Su-25T wurde mit einem optronischen Zielführungssystem ausgerüstet und somit befähigt, Lenkwaffen gegen mobile Ziele aus größerer Entfernung einzusetzen. Der Pilot konnte die Waffe über einen Monitor im Cockpit steuern.

    Modernisierung läuft

    Selbst zum Einsatz von Luft-Luft-Raketen war die Su-25T geeignet. Doch: Dem Auftraggeber war die mit den optronischen Systemen aufgerüstete Version zu teuer. Nachdem wenige Exemplare gebaut worden waren, wurde das Projekt eingestellt.

    Nächster Versuch: Die Su-25SM – moderner als die Ausgangsversion, aber weniger komplex, weil weniger elektronisch als die Su-25T. Die wichtigste Upgrade-Maßnahme war der Einbau eines Radars und die Integration einer leistungsfähigeren Avionik. Mit dem Radar konnte die Su-25SM auch Luft-Luft-Raketen R-77 und R-27 einsetzen. Hinzu kam ein neues Navigationsgerät mit einer digitalen Karte und einem Satellitenempfänger.

    Die Su-25SM wird noch gebaut; die russische Luftwaffe wartet jedoch schon auf die Version Su-25SM3. Vor allem die Durchhaltefähigkeit wird verbessert, durch elektronische Abwehrsysteme wie einen Raketenstartdetektor. Das Zielgerät im Bug wird optimiert und soll Wärmebilder liefern, schreibt das Portal.

    Das Kernstück der letzten Upgrade-Version ist das Zielsystem „Gefest“ – für mehr Präzision bei Bombenabwürfen. Das System errechnet aus den Flugdaten und der Lage des Kampfjets den sog. Release-Point: den exakten Punkt, an dem die Bomben abgesetzt werden müssen, damit sie zielsicher treffen.

    Einige Medien schrieben, das Zielsystem mache freifallende Bomben zu Präzisionswaffen. In Bezug auf die Bekämpfung statischer Ziele trifft das auch zu, schreibt „The National Interest“. Bei der Bekämpfung mobiler Ziele sind Lenkbomben jedoch eindeutig im Vorteil.

    Einige Beobachter vergleichen die russische Su-25 häufig mit der amerikanischen A-10. Weil beide Flugzeuge für den Erdkampf bestimmt sind, mag der Vergleich angebracht erscheinen. Doch Unterschiede in der Nutzung der beiden Kampfjets sind groß, schreibt „The National Interest“.

    Vor allem: Die amerikanische A-10 setzt auf optronisch gesteuerte Lenkwaffen und die Bordkanone; die Su-25 wirkt hauptsächlich durch präzise ins Ziel gebrachte Bomben und lasergesteuerte Raketen.

    Hierbei muss das Flugzeug das Ziel mit dem Laser anpeilen und anfliegen, bis die Rakete einschlägt. Die optronisch gesteuerten Lenkwaffen haben den Vorteil, dass sie im „Fire & Forget“-Modus einsetzbar sind: die Rakete abgefeuert, muss der Pilot nichts weiter tun und kann das nächste Ziel ins Visier nehmen.

    Dennoch: Mit der Su-25SM3 verfügen die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte über ein zeitgemäßes Erdkampfflugzeug, schreibt „The National Interest“. Jetzt gilt es nur, die ganze Su-25-Flotte auf diesen Standard aufzurüsten.

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    Tags:
    A-10-Bomber, UdSSR, Sowjetunion, Su-22, Su-25