09:47 25 Oktober 2020
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    Amerika kämpft um einen 8-Milliarden-Auftrag der Schweizer Luftwaffe für 40 neue Kampfflugzeuge. Die US Air Force entsandte deshalb im Sommer dieses Jahres vier F-35A-Maschinen zu Testflügen auf den Militärflugplatz Payerne. Stimmen die Eidgenossen für die F-35, liefern wieder die USA Kampfjets an die Schweiz.

    Fünf Rüstungskonzerne wetteifern um den lukrativen Auftrag aus der Schweiz. Von April bis Juni 2019 hat die Schweizer Luftwaffe fünf verschiedene Kampfjettypen über jeweils zwei Wochen gründlichen Tests in der Luft und am Boden unterzogen.

    Eines der getesteten Kampfflugzeuge: der „Eurofighter“. Eine einsitzige Mehrzweck- und eine doppelsitzige Trainingsversion des europäischen Jagdflugzeugs wurden in Payerne im vergangenen April gesichtet. Ein Inspekteur der Schweizer Luftwaffe sei in der doppelsitzigen Eurofighter-Version mitgeflogen, berichteten Fachmedien.

    ​Die F-18 „Super Hornet“ von Boeing, die „Rafale“ von Dassault, die JAS 39 „Gripen“ von Saab und im Juni eben die F-35 „Lightning II“ von Lockheed Martin traten bei den Tests ebenfalls an. Jeder Kandidat musste acht Missionen mit speziellen Anforderungen ausführen.

    Eine Mission, ausgeführt von einem oder zwei Kampfjets, beinhaltete 17 Starts und Landungen. Im Fokus der Prüfer stehen Einsatzfähigkeiten, technische Werte und spezielle Features der Flugzeuge, schreibt das Fachblatt „The National Interest“ (NI).

    Das Assessment soll 2020 fortgesetzt werden. Das Schweizer Bundesamt für Rüstung – armasuisse – hat die Flugzeugbauer aufgefordert, Preisangebote für 30 oder 40 Flugzeuge inklusive Lenkwaffen und Logistik abzugeben.

    Die eidgenössische Luftwaffe hofft, die neuen Kampfjets spätestens 2025 in die Nutzung einführen zu können, schreibt „NI“. Anderenfalls drohe ein massiver Mangel an einsatzfähigen Jagdflugzeugen.

    Im April dieses Jahres verfügten die Schweizer Streitkräfte über gerade einmal zehn einsatztaugliche Kampfjets. Um die Dienstfähigkeit der „Hornet“ zu verlängern, nehmen die Schweizer strukturelle Upgrades an den Maschinen vor. Das führt zunächst zu Ausfällen der Kampfflugzeuge.

    2018 waren im Bestand der schweizerischen Luftwaffe 30 Exemplare des Kampfjets F/A-18C/D „Hornet“ aus den Neunziger- und 53 Exemplare des Jagdflugzeugs F-5 E/F „Tiger“ aus den Siebzigerjahren vorhanden. Die „Hornet“ werden von Berufspiloten geflogen, die „Tiger“ von Reservisten.

    Bereits 2014 hatten die für die Luftwaffe Verantwortlichen vorgeschlagen, die „Tiger“-Kampfjets durch 22 „Gripen“-Jäger des Saab-Konzerns zu ersetzen. Circa drei Milliarden Dollar hätte die Flottenerneuerung gekostet. In einem Referendum stimmte der Schweizer Souverän jedoch dagegen. Die Pläne für den Ersatz der F-5 sind damit allerdings nicht vom Tisch, wie „The National Interest“ schreibt.

    Die F-35-Kampfjets, die im Sommer in der Schweiz getestet wurden, hat die US Air Force danach in Europa stationiert – als Teil einer „Abschreckungsinitiative“ des Pentagons gegen die sogenannte „russische Aggression“.

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    Tags:
    Lockheed Martin, USA, Schweiz, Eurofighter, Jagdflugzeug JAS-39 Gripen, F/A-18 Hornet, F-35