22:43 27 Januar 2020
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    China entwickelt nicht einen, sondern zwei Tarnkappenbomber, schreibt „The National Interest“. Für Amerika sind das „bad news“, so das Fachportal.

    Ein Nurflügler für Ferneinsätze mit starker Sensorik und einem kräftigen Gerätepaket für elektronische Gegenmaßnahmen: So viel darf man über den Bomber H-20 wissen, den China bekanntermaßen derzeit entwickelt. In Bezug auf den anderen, den zweiten Bomber bleibt die chinesische Führung allerdings schweigsam, schreibt „The National Interest“ (NI).

    Laut einem Bericht des Pentagon-Geheimdiensts DIA vom Anfang dieses Jahres betreibt die chinesische Führung noch ein anderes Bomberprojekt, von dem jedoch nichts als ein wortkarges Kürzel und ein paar Designereindrücke bekannt sind. Es ist der „mysteriöse Bomber“ JH-XX, so das Portal.

    Die DIA führt die verkappte Maschine als „Fighter-Bomber“, schreibt „NI“. Das würde im Deutschen einem Jagdbomber entsprechen. Also erfüllt die JH-XX im chinesischen Bomberkonzept mutmaßlich die Funktion einer taktischen Ergänzung zum schweren und strategischen H-20.

    Fachkreise vermuten, das Konzept dieser Maschine im Mai 2018 auf dem Cover einer chinesischen Fachzeitschrift gesehen zu haben, welches vom „China Defense Blog“ veröffentlicht wurde.

    ​Ist dem so, dann handelt es sich bei dem geheimnisvollen JH-XX um einen konventionell ausgelegten superwendigen Überschallbomber mit einem internen Waffenschacht. Bestimmte Designelemente – die gezackten Lufteinlässe und die in den Bug integrierten Strahldüsen zum Beispiel – lassen auf Tarnkappenfähigkeit schließen.

    Doch während beim H-20-Bomber die Stealth-Eigenschaften von absolutem Vorrang sind, zielen die Entwickler beim JH-XX offenbar auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen geringem Radarquerschnitt, Fluggeschwindigkeit und Luftkampffähigkeit ab. Wahrscheinlich ist die JH-XX auch zur Bewaffnung mit Luft-Luft-Raketen vorgesehen. Die chinesische Abstandswaffe PL-15 ist für diesen Flugzeugtyp einfach ideal, schreibt „NI“.

    ​Durch diese groben Umrisse zeichnet sich das Konzept eines Überschallbombers für den regionalen Einsatz mit der Zusatzbefähigung als Abfangjäger ab. Entsprechend diesem Einsatzprofil wird die JH-XX in einer anderen Gewichts- und Zuladungsklasse fliegen und über eine deutlich geringere Reichweite verfügen als die strategische H-20.

    Mit der Kombination von Luftkampf- und Schiffsabwehrfähigkeit scheint die JH-XX wie darauf zugeschnitten zu sein, die Flugzeugträgerkampfgruppen der US Navy zu bekämpfen.

    In die Pazifikstrategie Pekings wäre die Maschine jedenfalls gut einzupassen: Die JH-XX sichert den Zugriff der chinesischen Führung auf die erste Inselkette vor der Ostküste Chinas und stellt zugleich eine glaubwürdige Abschreckung vor externen Einmischungen im Falle eines Taiwan-Konflikts, schreibt „NI“. Und im Verbund mit dem Bomber H-20 könnte die JH-XX auch Pekings längerfristigen Zielen dienen, nämlich: Eine Bedrohung aufzustellen für den amerikanischen Stützpunkt auf Guam.

    Aber derzeit scheinen zwischen den beiden chinesischen Bombern Jahre von Entwicklungsarbeit zu liegen, so das US-Portal: Die H-20 steht kurz vor offizieller Bekanntgabe und soll schon Mitte der 2020er Jahre in die Nutzung eingeführt werden. Von der JH-XX ist indes nicht mal bekannt, ob sie sich schon in Entwicklung befindet.

    Das Bild auf dem Cover, das vom China Defense Blog für das westliche Publikum veröffentlicht wurde, könnte sich am Ende als genau das erweisen: nur ein Bild.

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    Tags:
    Kampfjets, Tarnkappentechnologie, Stealth-Technologien, Stealth-Bomber, USA, China, Langstreckenbomber, Bomber