17:47 25 Januar 2020
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    China entwickelt dem Vernehmen nach einen weiteren Kampfjet mit Tarnkappentechnik. Gut möglich, dass das Flugzeug auf ganz neuen Entwicklungen basiert. Eventuell handelt es sich aber um eine exportoptimierte Weiterentwicklung der Shengyang J-31, schreibt das Portal „The National Interest“ (NI).

    Ein Fachteam unter dem Codenamen „J.J.“ arbeitet an der Entwicklung des neuen Fighters, schreibt das Portal mit Verweis auf die Zeitung „Global Times“. Demnach haben zwei chinesische Luftfahrtkonzerne – Shengyang und AVIC – die Arbeitsgruppe gegründet.

    Die Gemeinschaftsentwicklung sei im Juni 2018 auf den Weg gebracht und im September 2018 gestartet worden.

    „Das J.J.-Team hat im November 2019 den Entwurf eines Testträgers eingebracht“, zitiert das Portal die chinesische Zeitung.

    Das Entwicklungsteam konzentriert sich laut dem Portal vorrangig auf den Entwurf spezieller Formen zur Verringerung der Radarsignatur. Dazu zählen beispielsweise S-förmige Lufteinlässe für Triebwerke: ein Designelement, das schwierig zu bauen und in die Gesamtzelle zu integrieren ist.

    Dabei nutzt die chinesische Luftwaffe bereits einen Kampfjet mit Stealth-Merkmalen: die J-20, seit diesem Jahr im Dienst. Inoffiziellen Zählungen zufolge soll ein Geschwader von 15 dieser Maschinen aufgestellt worden sein.

    Gebaut wird die J-20 vom CAC-Konzern (Chengdu) im staatlichen Auftrag. Die J-31 von Shengyang ist indes auf Eigeninitiative des Konzerns entstanden, in der Hoffnung auf Aufträge aus dem In- und Ausland.

    Doch die zweimotorige J-31 bleibt unverkauft, schreibt „The National Interest“. Es gab Gerüchte, die Shengyang-Maschine könnte weiterentwickelt werden zu einem Trägerflugzeug für den künftigen großen Flugzeugträger der chinesischen Marine. Gegenwärtig sieht es aber danach aus, so das Portal, dass eine Modifikation der J-20 diese Funktion übernehmen wird.

    Die Entwicklung eines neuen Tarnkappenjets kommt für Shengyang dem Zugeständnis gleich, sich mit der J-31 verkalkuliert zu haben, schreibt „The National Interest“. Mit der Neuentwicklung wird es nun noch enger im Stall der chinesischen Stealth-Projekte: J-20, J-31, ein noch unbenannter Jagdbomber, H-20 (ein schwerer Bomber) und, gerüchteweise, J-18 – ein VTOL-Kampfjet für den Dienst auf den amphibischen Angriffsschiffen der Marine.

    Wie viele der Neuentwicklungen wirklich fertig und in die Nutzung eingeführt werden, bleibt eine offene Frage, schreibt „The National Interest“. Konzepte kosten ja nichts. Was wirklich teuer ist, wenn es um Stealth-Fighter geht, sind Rümpfe, Triebwerke – und die Jahrzehnte der anschließenden Wartung.

    Indes hat Peking bereits eine baldige Drosselung von Militärausgaben signalisiert. Es soll auf Kosten eines, wenn nicht gar zweier Flugzeugträger gekürzt werden, schreibt NI.

    Kann Chinas Militär es sich leisten, zeitgleich vier neue Tarnkappenjets zu betreiben, wenn selbst die Diensteinführung der J-20 sich verlangsamt?

    Andererseits: Ein Kampfjet hat in China deutlich größere Chancen auf die Serien- und Dienstreife als Flugzeuge, die in anderen kleineren Ländern (versuchsweise) entwickelt werden, so das Portal. China gibt jährlich 200 Milliarden Dollar für sein Militär aus – immerhin ein Drittel des US-Rüstungsbudgets von rund 700 Milliarden.

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    Stealth-Bomber, Stealth-Jet, Stealth, J-20, Kampfflugzeug J-31, Kampfjet, China