08:46 10 August 2020
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    Geht es darum, Ziele an gegnerischer Küste auszukundschaften und dann mit geballter Feuerkraft zuzuschlagen, setzt die US-Marine speziell ausgerüstete U-Boote der Virginia-Klasse ein. Gerade hat die USN einen Großauftrag vergeben für neun weitere Boote dieses Typs. Sie können Schwärme von Raketen auf küstennahe Wertziele abfeuern.

    Anfang dieses Monats hat die Navy den Großauftrag bekanntgegeben: Ein Konsortium aus General Dynamics Electric Boat and Huntington Ingalls Industries liefert an die amerikanische Marine neun Jagd-U-Boote der Virginia-Klasse für rund 22 Milliarden Dollar, heißt es auf der Navy-Website. Es ist die größte Bestellung von Kriegsgerät, die die USN bislang vergeben hat.

    Ein U-Boot aus dem Großauftrag ist ein Block-IV-Modell.  Die anderen acht U-Boote zählen zum sog. Block V: zur neuesten Ausführung der Virginia-Klasse. Deren Kernstück ist eine Erweiterung um eine circa 25 Meter große Waffensektion (genannt Virginia Payload Modul – VPM), die bis zu 40 Marschflugkörper vom Typ Tomahawk fassen kann, berichtet das Portal „The National Interest“. Ältere Versionen der Virginia-Klasse verfügen im Vergleich dazu nur über 12 solcher Raketen.

    Die Virginia-Klasse kann allerdings mehr als nur Tomahawks abfeuern, schreibt das Portal. Die U-Boote sind auch zu Geheimmissionen in gegnerischen Küstengewässern befähigt: Sie liegen still auf der Lauer, sammeln Informationen und setzten Spezialeinheiten ab. Für den Raketenbeschuss können sie ganz nah an die gegnerische Küste heranfahren.

    Zu diesem Zweck werden die Boote aus dem Block V nochmal leiser gemacht, vor allem am Maschinenraum. Eine spezielle Rumpfverkleidung soll die Detektierbarkeit zusätzlich erschweren, schreibt „The National Interest“.

    Zur Informationsbeschaffung bekommt die neue Virginia-Klasse laut dem Portal fortschrittlichere Sensoren und Antennen – beispielsweise ein passives Sonar. Damit kann ein U-Boot gegnerische Schiffe aushorchen, ohne entdeckt zu werden, weil es keine aktiven Erfassungssignale aussendet.  

    Die Auslieferung der neuen U-Boote ist für 2025 bis 2029 anberaumt, schreibt „The National Interest“. Die neun Virginia-Boote sollen bei der US Navy die Los Angeles-Klasse ablösen, die noch zu Zeiten des Kalten Kriegs entwickelt und gebaut wurde.

    Die Aufrüstung der US-Marine richtet sich vor allem gegen die Seestreitkräfte Russlands und Chinas, schreibt „The National Interest“: Das Upgrade der „Virginias“ diene dazu, sie „schlagfertiger gegen russische und chinesische U-Boote“ zu machen.

    Durch die Erweiterung der Waffenlast auf 40 Tomahawk-Raketen wird die neue Virginia-Klasse aber auch zu einem speziell auf wertvolle Landziele abgerichteten Angriffssystem. Das Virginia Payload Modul (VPM) kann laut dem Portal auch mit anderen Raketen bestückt werden, zum Beispiel mit Hyperschallwaffen oder Unterseedrohnen.

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    Tags:
    U.S. Navy, USA, Atom-U-Boot, Virginia-Klasse