18:19 25 Januar 2020
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    Der Kampfjet Su-57, der am Dienstag in der Region Chabarowsk abgestürzt ist, wurde nach einem Spezialverfahren getestet. Eine Sonderkommission soll die Absturzursache ermitteln. Ein ehemaliger Offizier der russischen Luftwaffe kommentiert den Vorfall.

    Die Triebwerke der verunglückten Su-57 wurden nach einem Spezialverfahren getestet. „Jedes Flugzeug wird vor der Auslieferung an die Truppe einer gründlichen Kontrolle nach einem Spezialverfahren unterzogen, das es ermöglicht, die Funktionstüchtigkeit aller seiner Systeme festzustellen. Bei der Flugerprobung werden die Motoren auf maximale Leistung bei steilen Anstellwinkeln hochgefahren. Es wird geprüft, wie die Bordelektronik und wie andere Bordsysteme funktionieren. Alle Serienflugzeuge werden vor der Auslieferung von werkseigenen Testpiloten geprüft, bei denen es sich ausschließlich um Profis handelt“, erklärte Generalleutnant Walerij Gorbenko, ehemaliger Luftwaffenkommandeur, im Sputnik-Gespräch.

    Eine Su-57 ist in der Region Chabarowsk abgestürzt. Eigentümer des Flugzeugs ist das Flugzeugwerk Gagarin in Komsomolsk am Amur. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und wurde mit einem Mi-8-Hubschrauber geborgen. Nach Angaben der örtlichen Sicherheitsbehörden stürzte die Maschine circa 120 Kilometer vom Flugplatz Dsemgi ab. Am Boden sind weder Menschen noch Sachwerte zu Schaden gekommen. Eine Untersuchungskommission soll die Absturzursache klären. Nach vorliegenden Informationen handelt es sich bei der verunglückten Su-57 um die erste Serienmaschine, die zur Übergabe an die russische Luftwaffe am 27. Dezember bestimmt war.

    Endgültige Schlüsse und Aussagen über die Unglücksursache sind nur nach gründlichster Auswertung zu treffen, betonte Luftfahrtexperte Sergei Chatylew, ehemaliger Kommandeur der russischen Flugabwehr: „Es sind doch Tests. Das muss man klar sehen: Die Wahrscheinlichkeit eines Flugunfalls ist in der Testetappe außerordentlich hoch“, sagte er im Sputnik-Gespräch.

    „Der Vorfall wäre ganz anders zu beurteilen, wäre die Maschine schon in Dienst gestellt worden. Aber solange die Flugerprobung läuft, ist alles Mögliche möglich. Hier ist ein ganz anderer Maßstab anzulegen“, so der Fachmann. „Wir haben jetzt kein Recht zu behaupten, die Zuverlässigkeit sei nicht gewährleistet, das Flugzeug sei nicht gut genug. Derzeit ist alles denkbar: Pilotenfehler, Montagefehler und noch vieles andere mehr.“

    Die Su-57 werde ihren Dienst lange und zuverlässig verrichten, sagt der Experte: „Das Flugzeug ist russlandweit getestet worden, in den unterschiedlichsten Regionen. Auch im Ausland: in Syrien, dort wurde die Maschine zweimal erprobt. Am Flugzeug wird noch nachjustiert, Triebwerke und Bordsysteme werden optimiert. Die Su-57 ist nicht nur auf absehbare Zeit, sondern auch auf lange Sicht ein zukunftsfähiges Waffensystem.“ 

    2001 hatte in Russland das Programm zur Entwicklung eines Kampfjets der 5. Generation begonnen. Der Prototyp wurde werksintern als T-50 bezeichnet. 2010 wurde der Prototyp erstmalig getestet. 2017 teilte der Oberkommandeur der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte Wiktor Bondarew mit, die Serienmaschine erhalte die Bezeichnung Su-57. Die Vorzüge der Su-57 sind: Extreme Wendigkeit, Tarnkappeneigenschaften und Super-Cruise-Fähigkeit. Im November dieses Jahres erklärte der russische Vize-Verteidigungsminister Alexei Kriworutschko nach einem Besuch im Flugzeugwerk in Komsomolsk am Amur, die erste Tranche von zwölf serienmäßigen Su-57 soll noch bis Ende dieses Jahres an die russische Luftwaffe ausgeliefert werden.

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    Tags:
    Absturz, Russland, Fernost, Komsomolsk am Amur, Su-57