09:21 07 Juli 2020
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    Kampfpiloten der russischen Luftwaffe haben in Syrien laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu den Einsatz neuer Bomben und Raketen mit dem Mehrzweckjäger Su-57 erprobt.

    Zwei bis drei Einsätze täglich fliegt die russische Luftwaffe in Syrien derzeit, sagte Schoigu in einer Arbeitssitzung, in der auch Präsident Wladimir Putin zugegen war. Es handele sich um Aufklärungsmissionen oder Luftunterstützung für das syrische Militär. In den Jahren 2015-2017 flog die russische Luftwaffe in Syrien laut dem Minister im Schnitt 80 bis 90 Missionen pro Tag.

    Schoigu sprach auch über die Aufgaben der russischen Flugabwehr in Syrien: 2019 hat die Luftverteidigung laut dem Minister 53 Drohnen und 27 Artillerieraketen abgewehrt, die Terroristen auf russische Ziele abgefeuert hatten. Alle russischen Militäreinrichtungen in Syrien seien durch Fla- und EloKa-Systeme zuverlässig geschützt.

    Hyperschallraketen für Su-57

    Die Kampfjets Su-57 könnten nach 2030 mit den Hyperschallraketen „Kinschal“ ausgerüstet werden, sagte ein ranghoher Vertreter der russischen Luftwaffe bei einem Arbeitsbesuch von Präsidenten Putin im Nationalen Einsatzleitzentrum des russischen Verteidigungsministeriums.

    Es sei beschlossen worden, bis 2028 drei Luftwaffenregimenter mit dem Kampfflugzeug Su-57 auszurüsten, sagte der Luftwaffenvertreter. Ferner seien Einsätze des Kampfjets im Verbund mit der Drohne „Ochotnik“ geplant. Zudem sei dieses Kampfflugzeug nach 2030 als Träger für das Waffensystem „Kinschal“ vorgesehen.

    Fähigkeitsprofil Su-57

    Die Suchoi Su-57 ist ein mehrzweckfähiges Kampfflugzeug der 5. Generation. Das Flugzeug kann zur Bekämpfung von Luft-, Boden- und Seezielen, zur Luftraumaufklärung, zur Störung und Bekämpfung von Kommandoposten, Gefechtsständen und Leitzentralen eingesetzt werden. Ein digitales Informationssystem unterstützt den Piloten im Einsatz durch Lageanalysen. Dadurch kann sich der Pilot in kritischen Situationen auf die taktischen Aufgaben konzentrieren.

    Gemäß dem Einsatzzweck als Abfangjäger und Jagdbomber verfügt die Su-57 über ein breites Waffenspektrum. Der Kampfjet setzt auf kurze, mittlere und lange Distanzen vor allem Lenkwaffen ein: Luft-Luft-Raketen, Luft-Boden-Raketen, Lenkbomben im Kaliber 250, 500 und 1500 Kilogramm. Die maximale Waffenlast beträgt zehn Tonnen.

    Um das Orten der Su-57 zu erschweren, werden die Waffen hauptsächlich im internen Waffenschacht untergebracht. Zur Verringerung der Radarsignatur tragen auch die Form und die radarabsorbierenden Materialien bei, aus denen der Rumpf und die Tragflächen der Su-57 bestehen. Zudem können bordeigene Störsysteme die gegnerischen Ortungs- und Radaranlagen schwächen und täuschen. Der Gegner erhält mithin keine zuverlässigen Daten über die Position und die Geschwindigkeit der Su-57.

    Im Juni 2019 gab das russische Verteidigungsministerium 76 Exemplare der Su-57 beim Suchoi-Konzern in Auftrag. Die Produktion ist im Flugzeugwerk Gagarin in Komsomolsk am Amur angelaufen. Die erste serienmäßige Su-57 soll bis Ende dieses Jahres an die russische Luftwaffe ausgeliefert werden. Die erste zur Übergabe bestimmte Maschine ist am Dienstag bei einem Testflug abgestürzt. Der Testpilot konnte sich retten und wurde von Rettungsmannschaften geborgen. Die Blackboxen des verunglückten Flugzeugs sind inzwischen gefunden worden, eine Sonderkommission ermittelt die Absturzursache.

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    Tags:
    Wladimir Putin, Sergej Schoigu, Russland, Su-57, Kinschal