22:19 21 Januar 2020
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    Kriegsgerät wird immer darauf geprüft, ob und wie es eine atomare Explosion übersteht. Herkömmliche Pkw machen solche Tests eher selten durch. Doch der TV-Sender „Swesda“ wollte unbedingt wissen, wie sich eine Kernwaffenexplosion auf einen Lada auswirkt. Ein VAZ 21099 musste deshalb dran glauben.

    Das 12. Zentrale Forschungsinstitut des russischen Verteidigungsministeriums hat viele Versuchsstände, die alle möglichen Auswirkungen atomarer Waffen simulieren. Eine Knallröhre ist so ein Stand: ein langer Kanal, in dem Luftdruckwellen erzeugt werden. Vor der Austrittsöffnung dieses Kanals wurde bei einem Experiment ein VAZ 21099 mit einem TV-Gerät auf dem Dach platziert; an den Seiten wurden eine Klappleiter und ein Fünf-Liter-Wasserkanister aufgestellt.

    Bestimmt waren das Auto, der Fernseher und die anderen Dinge zur anschaulichen Demonstration dessen, wie zerstörerisch selbst ein weniger zerstörerischer Faktor einer atomaren Explosion sein kann: Bei Atombomben denkt man gemeinhin an Radioaktivität und Thermostrahlung, vergisst aber die Luftdruckwellen. Dieser Test zeigt jedoch, dass jemand, der von einer solch stürmischen Welle erfasst wird, Verstrahlungen und Verbrennungen nicht mehr zu fürchten braucht. Und: Sich in einem Auto davor zu verstecken, ist offenkundig nicht die beste Idee.

    Der Lada wurde in die Luft geschleudert und zusammengeknüllt, als bestünde er aus Alufolie. Den Fernseher vom Dach musste man nach dem Versuch noch lange im angrenzenden Hain suchen. Die Klappleiter und der Wasserkanister wurden durch die Druckwelle an das andere Platzende geschmettert. Hätten Menschen im Lada gesessen, hätten sie keine Überlebenschance gehabt, sagte Andrej Dawydow, leitender Wissenschaftler der Versuchsanstalt, laut dem Sender.

    Die exakte Kraft und das Tempo der Druckwelle nennt der Mitarbeiter zwar nicht, versichert aber, sie entsprächen einer Druckwelle im unmittelbaren Bereich einer Atombomben-Explosion. Dabei ist gut zu wissen, dass die Kraft einer Druckwelle proportional zur dreifachen Entfernung vom Epizentrum abnimmt.

    Das 12. Zentrale Forschungsinstitut des Verteidigungsministeriums hieß vorher Zentrales physiktechnisches Institut, und davor schlicht Sagorsk-7. Ab 1950 wurde in drei Kilometern Entfernung von Sergijew Possad ein ganzes Städtchen rund um den Versuchskomplex errichtet. Die dort tätigen Wissenschaftler erforschten die Wirkfaktoren atomarer Explosionen und entwickelten entsprechende Schutzmaßnahmen.

    Nach dem Experiment mit dem Lada wurde an einem Truppentransporter BMP-2 und an einer Roboterführungszentrale auf der Basis eines vierachsigen KamAZ-Lkw der gleiche Versuch durchgeführt.

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    Russland, Nuklearschlag, Atomkrieg, Lada, AvtoVAZ